Teils lange Wartezeiten bis zum Einlass

Stau vor Bremer Freibädern sorgt für Frust

Lange Schlangen vor dem Stadionbad und dem Schloßparkbad haben am Wochenende für reichlich Frust bei den Besuchern gesorgt. Die Bremer Bäder haben nun beim Einlass nachgebessert.
11.08.2020, 15:08
Lesedauer: 3 Min
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Stau vor Bremer Freibädern sorgt für Frust
Von Nina Willborn
Stau vor Bremer Freibädern sorgt für Frust

33 Grad und mehr: Viele Bremer wollten sich bei diesen Temperaturen im Stadionbad abkühlen, mussten allerdings vorher ziemlich schwitzen.

Christina Kuhaupt

Das Ziel so nah und doch so fern: Das haben wahrscheinlich so einige der Bremerinnen und Bremer gedacht, die am Wochenende bei sengender Hitze eigentlich nur so schnell wie möglich ins Freibad wollten, sich dann aber vor dem Stadionbad und dem Schloßparkbad in langen Menschenschlangen wiederfanden. In einigen Fällen mussten Besucher, so berichten sie es ziemlich angefressen in den sozialen Netzwerken, mehr als eine Stunde lang anstehen – manche, wie User Jens Wehrenberg, der die Länge der Stadionbadschlange per Video festhielt, gaben irgendwann entnervt auf.

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Die Bremer sind mit ihrem Freibadfrust nicht alleine. Das Problem „viele Menschen, die durch einen Eingang müssen = Stau“ ergab sich ebenso vor den Freibädern vieler anderer Städte, von den Autoschlangen vor den Stränden von Nord- und Ostsee, die beispielsweise in der „Tagesschau“ zu sehen waren, ganz abgesehen.

Vorwürfe gegen Bremer Bäder aus der Politik

Einige, wie der CDU-Abgeordnete Jens Eckhoff, werfen den Bremer Bädern eine schlechte Handhabe der Situation vor. Auch Birgit Bergmann (FDP), Vorsitzende der Sportdeputation, hat „null Verständnis dafür“, dass Besucher, darunter Familien mit Kleinkindern, trotz zuvor gebuchter Tickets lange anstehen müssen. „Es ist doch bekannt, wie viele Menschen kommen werden und die anhaltende gute Wetterlage ist ebenso bekannt“, sagt Bergmann. „Das sind doch Traumbedingungen für das Management.“

Bergmann hat eine Berichtsbitte für die Sportdeputation nach der Sommerpause verfasst. Für den Moment fordert sie „bessere Konzepte von den Bremer Bädern“, etwa bessere technische Lösungen oder flexibleren Umgang mit den Einsatzplänen des Personals. „Ich erwarte ein lösungsorientiertes Handeln“, sagt die Abgeordnete der Bürgerschaft.

Alle wollen rein: Andrang vor dem Schloßparkbad.

Alle wollen rein: Andrang vor dem Schloßparkbad.

Foto: Ann-Christine Goldschmidt/Facebook

Letzteres ist zumindest laut Bremer-Bäder-Geschäftsführerin Martina Baden im Stadionbad am Montag schon angewendet worden. „Wir haben zur Einlasszeit den Ausgang zu einem zweiten Eingang umfunktioniert“, erklärt sie. Dem strengen Hygienekonzept entspricht das eigentlich nicht. „Aber so konnten wir innerhalb von sieben Minuten 300 Leute ins Bad lassen“, sagt Baden. „Ich glaube, dass wir am Montag besser aufgestellt waren.“

Zusätzlich seien in den Freibädern nun Schilder aufgestellt worden, die auf eine „Fast Lane“, also eine Schnellschlange, für Ticket-Besitzer hinwiese. Wer hingegen nur zur Kasse wolle, um sich über die Ticketbedingungen (vorab im Webshop kaufen oder im Bäder-Shop in der Sögestraße) zu informieren oder generelle Fragen zu stellen, solle besser nicht zu den Einlasszeiten kommen. Das grundsätzliche Problem lässt sich aber laut Baden nicht so leicht lösen. „Wenn 800 Leute gleichzeitig reinwollen, schafft man das auch ohne Corona nicht“, sagt die Bäderchefin. Zumal wenn die bauliche Situation wie im Eingangsbereich des Stadionbads so eng ist, dass für ein zweites Drehkreuz der Platz fehlt.

„Die Eingänge sind nun mal Nadelöhre“

Die Badezeiten am Wochenende – eine am Vor- und eine am Nachmittag – stärker zu stückeln und so den Andrang zu regulieren, halten die Verantwortlichen der Bremer Bädern für keine praktikable Lösung. „Dann geht der Einlass schneller, aber die Leute haben insgesamt dann auch wieder weniger Schwimmzeit“, sagt Baden, die ebenfalls betont, dass am vergangenen Wochenende ausreichend Personal in den Bädern im Einsatz gewesen sei. „Die Eingänge sind nun mal Nadelöhre.“

Teil des Infektionsschutzes ist es, genau nachverfolgen zu können, wer das Bad besucht hat – entsprechend genau müssen die Tickets beziehungsweise QR-Codes kontrolliert werden. Baden vergleicht die Situation mit dem Einsteigen ins Flugzeug. „Wenn jeder sein Ticket griffbereit hat und nicht erst suchen muss, kommen alle schneller voran.“

Was nach Angaben von Baden auch für die lange Wartezeit vor allem auf dem Peterswerder gesorgt hat: Einige Badewillige hätten keine Tickets mehr für das ausgebuchte Stadionbad bekommen, sagt sie. „Die haben dann irgendeins, etwa für das Westbad oder einen anderen Tag, gekauft und sich trotzdem in die Schlange gestellt.“ Insgesamt 300 „falsche“ Karten seien am Wochenende in den Freibädern identifiziert worden. Baden: „Das hält dann natürlich zusätzlich auf.“ Mit den falschen Eintrittskarten sei man den Kapazitäten entsprechend kulant umgegangen und habe sie je nach Gesamtkapazität akzeptiert.

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