Hunde, Katzen und Hamster Besuchertag im Tierheim

Bremen. Das Tierheim war zugeparkt: Mehr als 500 Bremer haben sich am Sonntag beim Besuchertag angesehen, welche Hunde, Katzen und Kleintiere in Findorff untergebracht sind. Dort werden derzeit fast 600 Tiere versorgt.
30.06.2013, 17:04
Lesedauer: 2 Min
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Besuchertag im Tierheim
Von Sara Sundermann

Bremen. Das Tierheim war zugeparkt: Mehr als 500 Bremer haben sich am Sonntag beim Besuchertag angesehen, welche Hunde, Katzen und Kleintiere in Findorff untergebracht sind. Dort werden derzeit fast 600 Tiere versorgt. In den Sommerferien stößt das Tierheim regelmäßig an die Grenze seiner Kapazitäten.

„In der Urlaubszeit werden bestimmt 40 Prozent mehr Tiere bei uns abgegeben“, sagte Gaby Schwab, Sprecherin des Bremer Tierheims in der Hemmstraße. „Es ist ganz schlimm.“ Zwar würden heute weniger Hunde einfach an der Autobahnraststätte ausgesetzt als noch vor ein paar Jahren. „Viele Leute trauen sich das heute nicht mehr, und immer mehr Tiere sind ja auch gechipt.“ Dennoch sei die Flut der eingehenden Tiere im Sommer besonders groß. „Es werden immer noch sehr viele Katzen ausgesetzt“, so Schwab. „Zum Teil wird dann von den Haltern eine Katzenallergie vorgeschützt.“ Viele bringen auch Tiere vorbei, die angeblich der Nachbarin oder den Freunden gehören – ob das in jedem Fall der Wahrheit entspricht, ist schwer nachzuprüfen. „Den Leuten ist es unangenehm zuzugeben, dass sie sich nicht mehr um ihr Tier kümmern können oder wollen.“

Tierfabriken in Osteuropa

Schwab verwies auch auf ein Problem, das sich verschärft hat: „Viele holen sich polnische Rassewelpen“, sagte sie. Doch gerade in Osteuropa gebe es viele Tierfabriken, die Hunde mit gefälschten Papieren aufzögen. Die Tiere würden übers Internet angeboten und auch nach Bremen verkauft. „Golden Retriever aus bester Zucht“, heißt es dann, doch die Realität sieht häufig anders aus. „Oft werden die Welpen zu früh von der Mutter getrennt, die Hunde haben Krankheiten – dann hat man beim Kaufpreis 200 Euro gespart für so einen Welpen aus dem Kofferraum, hat aber später die ganzen Tierarztkosten.“ Viele Halter seien mit den krankheitsanfälligen Tieren überfordert. Diese Hunde landen dann oft im Bremer Tierheim.

Beim Besuchertag am Sonntag sahen sich viele Bremer Familien vor Ort um. Manche nahmen eines der Tiere bei sich auf, andere wollten einen Einblick bekommen in die Haltung der Tiere, die im Heim hinter dem Hochschulring untergebracht sind. „Wir haben schon einen Hund und eine Katze, aber ich wollte den Kindern das Tierheim gerne mal zeigen“, sagt Susanne Reich-Pieray, die mit ihren drei Kindern und einem Freund ihres Sohnes gekommen ist. „Die Kinder sind auch ein bisschen ergriffen und wollen etwas für die Hunde spenden.“

Andere kamen ganz gezielt, um ein Tier mitzunehmen: Alexandra Rebah hat ihren Sohn Tarik (8) mitgebracht, um die Katze abzuholen, die sie sich schon am Vortag ausgesucht haben. „Sie wirkt ganz ruhig und ausgeglichen“, sagt Alexandra Rebah. Die Vorbesitzer nannten das Tier „Polly“ – im Tierheim stellte sich allerdings heraus, dass „Polly“ keine Katze, sondern ein Kater ist.

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