Immobilienpreise im Bremer Süden Betongold immer teurer

Bei den Immobilienpreisen geht es im Bremer Süden weiter aufwärts: Häuser und Wohnungen in der Neustadt, in Oberbieland und Huchting sind teurer geworden. Das gilt für Neubauten und für Altbauten.
21.07.2019, 22:00
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Betongold immer teurer
Von Detlev Scheil

Links der Weser ist es wie im gesamten Stadtgebiet: Die Preise für Immobilien sind 2018 weiter gestiegen. Es sind Höchstpreise erreicht – das gilt sowohl für Neubauten als auch für Altbauten. Der jetzt erschienene Grundstücksmarktbericht 2019 macht die Entwicklung der Preise transparent.

Deutschland gilt als Nation der Mieter. Lediglich etwa jeder zweite Deutsche hat Wohneigentum, in Bremen sind nur etwa 37 Prozent aller Wohnungen von Eigentümern bewohnt. In den südeuropäischen Ländern zum Beispiel ist der Anteil der Immobilieneigentümer erheblich höher. Die historisch niedrigen Zinsen für Immobiliendarlehen haben allerdings inzwischen hierzulande zu einem Umdenken geführt. So möchte aktuell laut Institut der deutschen Wirtschaft fast ein Drittel der Mieter unter 50 Jahren möglichst ein Eigenheim erwerben. Doch das Angebot in den Großstädten ist knapp.

Neubau elf Prozent teurer

Die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen kletterten im vergangenen Jahr stadtweit um elf Prozent, nachdem sie ein Jahr zuvor um zwei Prozent gestiegen waren. So kostet eine Wohnung jetzt im Schnitt 4448 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Im Bremer Süden wurden 40 neue Wohnungen verkauft, und zwar 30 in der Neustadt zu einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4928 Euro, fünf in Obervieland/Habenhausen (5234 Euro) und fünf in Woltmershausen (3217 Euro).

Moderater geht es auf dem Markt der Gebrauchtwohnungen zu. Sie kosten im Durchschnitt aller Bremer Lagen, Ausstattungs- und Altersklassen 1886 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind das 132 000 Euro. Für die Stadtlage Süd stieg der mittlere Preis für eine gebrauchte Eigentumswohnung um gleich 14 Prozent auf 1705 Euro pro Quadratmeter. Im Bremer Süden wurden 386 Altbauwohnungen verkauft, und zwar 184 in der Neustadt, 89 in Huchting, 75 in Obervieland und 38 in Woltmershausen. Die mittleren Quadratmeterpreise lagen zwischen 1262 Euro (Woltmershausen) und 2163 Euro (Neustadt).

Für neu gebaute Reihenhäuser in normalen Stadtlagen Bremens wurden im Durchschnitt 309 000 Euro bei der Variante Normaleigentum gezahlt, bei der Variante Reihenhaus als Wohnungseigentum waren es 284 000 Euro. Der mittlere Quadratmeterpreis betrug demnach 2810 Euro beziehungsweise 2440 Euro.

Das größte private Wohnbauprojekt in der Hansestadt ist derzeit die Gartenstadt Werdersee, wo in den nächsten Jahren insgesamt 560 Wohneinheiten entstehen sollen. „Der erfolgte Baubeginn beflügelt die Nachfrage“, berichtet Uwe Schierloh, Geschäftsführer der Projektgesellschaft, „der Verkauf der Reihenhäuser läuft sehr gut.“ Die Preise liegen je nach Größe und Grundstück zwischen 370 000 und 480 000 Euro. Das erste Baufeld mit 27 Reihenhäusern sei bis auf zwei Musterhäuser komplett vergeben. Im zweiten Baufeld, wo vor wenigen Tagen mit den Arbeiten begonnen worden sei, seien bereits 22 von 30 Einheiten so gut wie verkauft. In einem weiteren Baufeld, wo es nach den Sommerferien losgehen solle, seien von 28 Häusern bis jetzt 16 vergeben.

Bei den gebrauchten Reihenhäusern lag der mittlere Preis im Bremer Süden (ohne die Alte Neustadt) bei 190 000 Euro oder 1790 Euro pro Quadratmeter. Dabei schwankte der Quadratmeterpreis je nach Baujahr zwischen 1680 Euro (Vorjahr 1590 Euro) und 2350 Euro (1965 Euro) – das bedeutet eine erneute Verteuerung um bis zu 20 Prozent, nachdem die Preise in den vier Jahren zuvor bereits um rund 30 Prozent geklettert waren. Insgesamt 273 Reihenhäuser aus dem Bestand wechselten im vergangenen Jahr in der Neustadt (89), Obervieland (81), Huchting (67) und Woltmershausen (36) den Besitzer.

Alte Neustadt besonders begehrt

Die Alte Neustadt gilt als besonders begehrte Wohnlage und wird im Marktbericht gesondert aufgeführt. Dort wurden 59 gebrauchte Reihenhäuser für durchschnittlich 312 000 Euro oder 2160 Euro pro Quadratmeter veräußert. Der Preisanstieg lag bei 16 Prozent.

Das Preisniveau bei den Weiterverkäufen von Doppelhaushälften ist ähnlich wie bei den Reihenhäusern. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Bremer Süden lag bei 1810 Euro, der Hauspreis bei 236 000 Euro. Neu gebaute Doppelhaushälften wurden im Mittel für 2600 Euro pro Quadratmeter veräußert.

Neubauten von frei stehenden Einfamilienhäusern sind deutlich teurer. 346 000 Euro wurden in den Stadtlagen Süd, West, Ost und Nord im Durchschnitt für ein solches Eigenheim gezahlt. In bevorzugten Wohnlagen wie Schwachhausen oder Oberneuland waren es sogar 725 000 Euro. Insgesamt 64 gebrauchte frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser wechselten im Bremer Süden den Besitzer: 27 in Obervieland (Durchschnittspreis 311 000 Euro), 24 in Huchting (255 000), sechs in Strom/Seehausen (215 000 Euro), fünf in Woltmershausen (163 000) und zwei in der Neustadt (166 000).

Im Stadtgebiet gab es 523 Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern. „Im langjährigen Vergleich fällt auf, dass von 1994 bis 2010 jährlich etwa 400 freistehende Häuser aus dem Bestand veräußert wurden, seit 2011 sind es regelmäßig alljährlich mehr als 500“, erläutert Ernst Dautert, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Aufs Stadtgebiet bezogen wechselten im vergangenen Jahr 96 Mehrfamilienhäuser den Besitzer, davon 37 in der Neustadt, fünf in Woltmershausen, vier in Huchting und zwei in Obervieland. Die Objekte in der Neustadt stammten überwiegend aus der frühen Nachkriegszeit, verfügten durchschnittlich über 430 Quadratmeter Wohnfläche und kosteten jeweils 640 000 Euro.

Weitere Informationen

Der Grundstücksmarktbericht Bremen 2019 ist gegen eine Gebühr von 60 Euro bei Geoinformation Bremen, Lloydstraße 4,
Telefon 361 49 01, erhältlich oder kann per E-Mail an die Adresse gutachterausschuss@geo.bremen.de bestellt werden.

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