Tipps gegen Abzock-Methoden

Betrügern keine Chance mehr geben

In Bremen hat es im vergangenen Jahr knapp 1500 Betrugsfälle gegeben. Wie die fiesen Machenschaften und professionellen Tricks der Betrüger zum Erfolg führen, fassen wir in diesem Artikel zusammen.
22.08.2019, 16:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Johannson
Betrügern keine Chance mehr geben

Insbesondere ältere und alleinstehende Menschen gehören zur Zielgruppe der Täter.

Sebastian Gollnow/dpa

Der Enkeltrick

"Rate mal, wer hier spricht" ist eine beliebte Formulierung von Betrügern, wenn sie zum Telefon greifen und zumeist ältere sowie allein lebende Personen kontaktieren. Dabei geben sich die Täter als Verwandte, Enkel oder gute Freunde aus. Als Grund täuschen sie dann meistens eine finanzielle Notlage vor, die besonders dringlich dargestellt wird. Danach werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer schließlich zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. Der Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, weil er für die Opfer existenzielle Folgen haben kann.

Tipps

  • Den Anrufer unbedingt dazu auffordern, den Namen zu nennen - nicht raten.
  • Fragen stellen, die nur der "richtige" Bekannte beantworten kann.
  • Keine Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen preisgeben.
  • Mit Angehörigen über das Telefonat sprechen.
  • Niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben.
  • Die Polizei informieren, wenn der Anruf verdächtig scheint.

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Die falschen Polizisten

Wenn die Polizei vor der Tür steht, gehorchen die meisten Menschen blind. Dieses Vertrauen ist die große Chance für die Betrüger. Dann schrecken sie nicht davor zurück, gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen. Damit erhoffen sie sich Zutritt zur Wohnung, um schließlich Schmuck und Bargeld zu stehlen. Häufig fordern sie ihre Opfer auch per Post oder E-Mail zur Zahlung höherer Geldsummen auf. Das schaffen sie, indem sie Haftbefehle an die Opfer verschicken und darum bitten, die im Schreiben genannte Geldstrafe zu bezahlen. Ansonsten drohe die Inhaftierung.

Tipps

  • Niemals unbekannte Personen in die Wohnung lassen.
  • Den Dienstausweis von den angeblichen Amtspersonen fordern und zeigen lassen.
  • Im Zweifel die Behörde anrufen, von der die angebliche Amtsperson kommt.
  • Kein Geld an unbekannte Personen übergeben.
  • Die Polizei würde niemals Geld fordern.

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Das Gewinnversprechen

"Sie haben gewonnen!" Bei Erhalt dieser Nachricht ist Vorsicht geboten. Denn die Zahl der Strafanzeigen wegen telefonischer Gewinnangeboten ist seit 2010 konstant gestiegen. Die Masche der Täter ist immer gleich: Sie fordern ihre Opfer dazu auf, eine Gegenleistung zu erbringen. Wie zum Beispiel, Gebühren zu bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen oder eine "Bearbeitungsgebühr zu bezahlen, um an den Gewinn zu gelangen.

Tipps

  • Niemals Geld ausgeben, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern.
  • Keine Zusagen am Telefon geben.
  • Den Anrufer nach Namen, Adresse, Telefonnummer und Gewinnspiel fragen.
  • Keine Telefonnummern, Adressen oder Kontodaten weitergeben.
  • Mindestens einmal im Monat den Kontoauszug und die Telefonrechnung prüfen.

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Der Geldautomaten-Betrug

Beim bargeldlosen Bezahlen und bei der Abhebung am Geldautomaten lauern größere Gefahren als viele denken. Denn die Betrüger können einen Automaten ganz einfach manipulieren, um an das Geld von unvorsichtigen Bankkunden zu kommen. In der Vergangenheit bestimmte insbesondere das sogenannte Skimming die Schlagzeilen. Dieser Begriff steht für "Abschöpfen" oder "Absahnen" und stellt eine Methode dar, die illegal elektronische Daten von Zahlungskarten ausspäht. Um in den Besitz der Kartendaten zu gelangen, installieren die Betrüger vor dem Karteneinschubschacht der Automaten ein manipuliertes Kartenlesegerät. So werden die Daten ausgelesen und gespeichert. Um schließlich an die PIN zu kommen, wird das Eintippen der Pin-Nummer mit einer Kamera aufgezeichnet.

Tipps

  • Den Pin niemals an einem Türöffner eines Bankinstitutes eingeben.
  • Bei Eingabe der Pin nicht beobachten lassen.
  • Während der Pin-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand abdecken.
  • Pin stets getrennt von der EC-Karte aufbewahren.

Der Werbeanruf-Betrug

Unerlaubte Werbeanrufe sind verboten. Sie bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung des Angerufenen. Die Zahl der Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe riss in den vergangenen Jahren nicht ab. Die Polizei empfiehlt in solchen Fällen, sich Datum, Uhrzeit, Namen, Unternehmen sowie Rufnummer des Anrufers zu notieren. Ziel des Täters ist es, einen Vertragsabschluss zu erreichen, den Angerufenen in ein Gewinnspiel zu locken, eine Zeitschrift zu abonnieren oder den Telefonanbieter zu wechseln. Es gilt jedoch: Am Telefon abgeschlossene Verträge sind ungültig und können innerhalb einer Frist vom 14 Tagen widerrufen werden.

Tipps

  • Nicht auf lästige Werbeanrufe einlassen, sondern einfach auflegen.
  • Niemals die Kontonummer verraten.
  • Eigene Telefonnummer nicht zur Nutzung von Werbezwecken überlassen.
  • Datum, Uhrzeit, Grund des Anrufs, Namen, Rufnummer des Anrufers notieren.

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Die Zahl der vollendeten Betrugsdelikte sank 2018 um 59 auf 341 Taten. In 1139 der gemeldeten Fälle scheiterten die Betrüger an misstrauisch gewordenen älteren Bremerinnen und Bremern. Ein erster, kleiner Schritt also in die richtige Richtung, um den Betrügern in Zukunft die Stirn zu bieten. (mit Quelle Polizei)

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