Ratschläge der Verbraucherzentrale Bremen „Auf jeden Fall Widerspruch einlegen“

Die Verbraucherzentrale Bremen registriert vermehrte Fälle von Identitätsdiebstahl. Und hat eine Reihe von Ratschlägen für Betroffene, wie dagegen vorzugehen ist.
21.03.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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„Auf jeden Fall Widerspruch einlegen“
Von Ralf Michel

Herr Hufländer, auf der Homepage der Verbraucherzentrale Bremen steht ein Musterbrief, mit dem man sich gegen Identitätsdiebstahl wehren kann. Klingt, als ob solche Fälle vermehrt auftreten?

Mathias Hufländer: Ja, tatsächlich treten solche Fälle in letzter Zeit vermehrt auf. Insbesondere auch die Variante, bei der sich die Täter unter dem Namen einer anderen Person Ware an eine falsche Adresse bestellen. Dazu werden zum Beispiel leer stehende Häuser genutzt, die eigens dafür mit Türschildern versehen werden. Die Betrüger werden immer professioneller.

Können Sie etwas zur spezifischen Situation in Bremen sagen? Gibt es hier besonders viele Fälle?

Nein, in den uns vorliegenden Statistiken nimmt Bremen keine besondere Rolle ein. Hier sind bei dieser Betrugsmasche keine außergewöhnlichen Ausschläge zu verzeichnen. Weder nach oben noch nach unten.

Was rät die Verbraucherzentrale den Opfern?

Das Wichtigste ist, dass sie Strafanzeige gegen unbekannt bei der Polizei erstatten. Damit machen sie glaubhaft, dass es sich tatsächlich um Betrug handelt, und erhalten ein Aktenzeichen für das Inkassobüro. Und wenn ein Mahnbescheid kommt, muss auf jeden Fall innerhalb der genannten Fristen Widerspruch eingelegt werden. Auch wenn man nichts bestellt hat. Wenn ein Mahn- oder Vollstreckungsbescheid rechtskräftig geworden ist, wird es schwierig, sich dagegen zu wehren.

Wie gehen solche Fälle aus? Gibt es hierzu Erfahrungswerte?

Das hängt wirklich ganz klar davon ab, wie das Opfer reagiert. Ob Anzeige erstattet und Widerspruch eingelegt wurde, ob juristischer Beistand oder Rat eingeholt wurde. Ist das der Fall, geht es in den meisten Fällen gut aus. Aber man muss sich zur Wehr setzen. Und zwar gegen jede einzelne Forderung. Wir hatten auch schon Fälle, in denen das Opfer alle Fristen verstreichen ließ und am Ende die Forderungen erfüllen musste.

Das Gespräch führte Ralf Michel.

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Zur Person

Mathias Hufländer ist Referent für Recht und Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Bremen.

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