Betrug an der Haustür Betrüger an der Haustür

Ein Bremer Unternehmen versucht Verbrauchern an der Haustür dubiose Dienstleistungen unterzujubeln. Polizei Bremen rät, Fremden keinen Eintritt zu gewähren.
22.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Betrüger an der Haustür
Von Lisa Urlbauer

Die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor einer Betrugsmasche an der Haustür. Aktuell bekommen viele Verbraucherinnen und Verbraucher in Bremen und umzu unerwarteten Besuch von Mitarbeitern der Firma „HLP UG“ mit Sitz in Bremen. An der Haustür der Verbraucher verschafften sich die Vertreter dann, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, Zutritt zur Wohnung und erschlichen sich persönlichen Daten, schildert die Verbraucherzentrale. Mit diesen Daten werde im Nachhinein ein Vertrag konstruiert, den die Verbraucher nie haben wollten. Bei solch einem Vertrag soll es sich um eine angebliche Mitgliedschaft in einem Internet- und Telefonportal der „HLP UG“ handeln, für 24 Monate zu einer monatlichen Gebühr von 49 Euro.

Den Betroffenen sei in einigen Fällen vorgegaukelt worden, dass die nicht angekündigten Besucher Mitarbeiter von Vodafone oder der Telekom seien und aufgrund einer Störung die Leitung prüfen müssten, schildert die Verbraucherzentrale. Sobald sie in der Wohnung seien, gehe es nur noch darum, sich die persönlichen Daten der Verbraucher zu verschaffen. In vielen Fällen seien auch die Personalausweise der Verbraucher abfotografiert worden.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale schilderten manche Betroffene, sie hätten in der Vergangenheit tatsächlich eine Leitungsstörung gehabt, die sie bei ihrem Anbieter reklamiert haben. Daher hätten sie keinen Verdacht geschöpft und ihre Daten herausgegeben. Mit diesen Daten sei dann eine angebliche Mitgliedschaft in einem Portal der HLP abgeschlossen worden. Eine Recherche der Verbraucherzentrale habe ergeben, dass ein solches Portal der Firma nicht existiert.

Der Polizei Bremen seien mehr als 25 dieser Betrugsfälle bekannt, sagt Pressesprecher Nils Matthiesen. Die Ermittlungen dazu dauerten an. Die Polizei rät, keine Fremden in die Wohnung zu lassen. „Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist“, sagt Matthiesen. „Treffen Sie mit Nachbarn, die tagsüber zu Hause sind, die Vereinbarung, sich bei unbekannten Besuchern an der Wohnungstür gegenseitig Beistand zu leisten.“

Weiter rät er, Handwerker und andere Dienstleister nur in die Wohnung zu lassen, wenn sie selbst bestellt oder von der Hausverwaltung angekündigt worden sind. Persönliche Daten sollten unter keinen Umständen preisgegeben und nichts unterschrieben werden. Matthiesen weiter: „Rufen Sie bei verdächtigen Situationen die Polizei.“

Betroffene können sich von der Verbraucherzentrale beraten lassen. „Wir stehen den Menschen sehr gerne beratend zur Seite und leisten Aufklärung über die Rechte, die sie in solchen Fällen haben", sagt Rechtsberater Parsya Baschiri. Laut der Verbraucherzentrale werden die Opfer der Betrugsmasche in allen Fällen mit Forderungsschreiben belästigt und zur Zahlung gedrängt. In diesen Fällen sei es empfehlenswert, schriftlich tätig zu werden, am besten per Einwurf-Einschreiben, und die Forderung zu bestreiten.

„Aus Angst oder Überforderung voreilig dann einfach zu zahlen, spielt diesen Leuten nur in die Karten“, sagt Baschiri. Zumal es bei Haustürgeschäften in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht gebe. Der Verbraucherzentrale sei jedenfalls kein Fall bekannt, in dem der Verbraucher über sein Widerrufsrecht belehrt wurde.

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