Vorkommen an der Weser Biber kehrt nach Bremen zurück

Die Biber sind wieder heimisch geworden - auch in Bremen und Niedersachsen. An der Weser gibt es einige Vorkommen. Die Ansiedlung stößt allerdings nicht überall auf Begeisterung.
12.05.2017, 11:55
Lesedauer: 2 Min
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Die Biber sind wieder heimisch geworden - auch in Bremen und Niedersachsen. An der Weser gibt es einige Vorkommen. Die Ansiedlung stößt allerdings nicht überall auf Begeisterung.

Biber-Hochburgen sind Gebiete entlang von Elbe, Leine, Aller sowie Hase und Ems. Aber auch an der Weser gibt es schon einige Vorkommen. "Bei landesweit etwa 110 Revieren kann man den Bestand auf rund 500 Tiere schätzen", sagte Herma Heyken, Sprecherin des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. "Das Vorkommen in der Elbtalaue, beruht auf natürlicher Zuwanderung aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt." Der Bestand im Emsland lasse sich auf die Ansiedlung an der Hase 1990 zurückführen.

"Wir sehen gute Voraussetzungen für eine stetige Weiterentwicklung des Bestandes", sagte Heyken. An Elbe und Ems sei die Kapazitätsgrenze für den Bestand in absehbarer Zeit erreicht, eine verstärkte Abwanderung in die Nebengewässer werde erwartet.

Noch keine größeren Probleme

Anders als etwa in Bayern und Brandenburg gibt es in Bremen und Niedersachsen noch keine größeren Probleme. "Bislang wurden uns nur wenige Schadensfälle gemeldet, wir haben das aber im Blick", betonte Heyken. Mit der zunehmenden Ausbreitung des Bibers im Norden dürften sich auch die Konflikte zwischen Tier und Mensch häufen.

Vor allem im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue ist die Wahrscheinlichkeit groß, beim Spaziergang einen Biber zu sichten. Erst 1990 sind sie zurückgekehrt, seit 1819 galten sie dort als ausgestorben. "Wir gehen von rund 50 Revieren bei uns aus", sagte Leiter Johannes Prüter. "Im Schnitt leben darin vier bis fünf Tiere, also dürften es insgesamt 200 bis 300 Biber sein." Das Hochwasser der Elbe von 2013 habe vor allem beim Nachwuchs für erhebliche Verluste gesorgt, so Prüter. "An Nebengewässern gibt es wegen des Dammbaus und Grabtätigkeiten an einzelnen Stellen manchmal Probleme, bislang gab es aber in der Regel zumeist einvernehmliche Regelungen mit den zuständigen Stellen und den Grundeigentümern."

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Die einst in Deutschland fast ausgerotteten Biber sind bundesweit in vielen Regionen auf dem Vormarsch. Das belegen Zahlen des Deutschen Jagdverbandes. So würde Europas größtes Nagetier in Brandenburg bereits in 41 Prozent der Reviere beobachtet, teilte ein DJV-Sprecher in Berlin mit. 2006 seien es nur 14 Prozent der Reviere gewesen, die Zahl hat sich also bis 2015 fast verdreifacht.

Zu den Biberhochburgen gehört auch Baden-Württemberg mit etwa 3500 Tieren. "In Brandenburg leben derzeit 3000 bis 3500 Biber", sagte Christiane Schröder, Geschäftsführerin des dortigen Nabu-Landesverbands. In Sachsen-Anhalt seien es ähnlich viele. Der Bauernbund Brandenburg fordert schon länger, die Biber zur Jagd freizugeben. Er spricht von einer Plage und beklagt Schäden in Millionenhöhe. Der Abschuss ist dort in begründeten Fälle erlaubt.

Biberratten problematischer

Für die Landesjägerschaft Niedersachsen sind die Biber derzeit kein Thema. "Der Biber kann, wie andere Tierarten, dort zu Konflikten führen, wo er Dämme und Ufer unterminiert oder die Deichsicherheit gefährdet", sagte Sprecher Florian Rölfing. "Größeres Konfliktpotenzial in diesem Zusammenhang geht derzeit allerdings von der Nutria aus." Die aus Amerika stammenden Nutria werden auch Biberratten genannt. Sie richten nicht nur in Niedersachsen Schäden an Dämmen und Deichen an. (lni)

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