Entdeckungsreise durch das Angebot der Ausbildungsbetriebe im Lichthaus Bitte einsteigen

Für viele Acht- und Neuntklässler ist der Gedanke an die Berufswahl noch absolutes Neuland. Wie spannend und vielfältig jedoch die Möglichkeiten sind, erlebten sie jetzt bei einer Entdeckungsreise durch das Angebot der Ausbildungsbetriebe im Lichthaus unter dem Motto „Berufseinstieg Gröpelingen“.
26.10.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christiane Tietjen

Für viele Acht- und Neuntklässler ist der Gedanke an die Berufswahl noch absolutes Neuland. Wie spannend und vielfältig jedoch die Möglichkeiten sind, erlebten sie jetzt bei einer Entdeckungsreise durch das Angebot der Ausbildungsbetriebe im Lichthaus unter dem Motto „Berufseinstieg Gröpelingen“.

Schwindelfrei muss mann schon sein als Gerüstbauer. Das stellten drei Schüler der Oberschule Gröpelingen fest, obwohl das im Lichthaus aufgebaute Gerüst noch nicht so sehr hoch war. Helm auf, Geschirr angelegt, die Leiter hoch und durch die Luke geklettert – da bekam man aber auch einen guten Überblick über die ganze Veranstaltung.

Der 14-jährige Eyyüp, Taha, 13 Jahre alt, und der 14-jährige Cihan sehen auch schon fast profimäßig aus, wie sie da oben stehen. Nach ihnen sind drei Mädchen bei der Firma Wilhelm Bädecker Gerüstbau dran, und die Jungen erzählen, was sie noch alles entdeckt haben auf der Messe. Chemielaborant und Kraftfahrer kann man werden bei der Firma Nehlsen. Eyyup ließ sich mit Interesse erklären, wie das Öl gefiltert wird. Die Fachfrau war Katja Wittfogel. Die 22-Jährige ist ausgebildete Chemielaborantin, „nach nur drei statt dreieinhalb Jahren“, sagt sie, „wegen eines guten Notendurchschnitts“. Sie hält eine Glasflasche schräg und zeigt auf das Öl, das als dunkler Film auf der durchsichtigen Flüssigkeit schwimmt. „Es wird in einem sogenannten Dekanter getrennt und anschließend verbrannt“, erklärt sie, „und das Wasser wird wieder aufbereitet.“ Neben ihrem Stand sind Cihan und Taha ganz vertieft darin, auf dem Boden auf markierten Straßen kleine grüne Lastkraftwagen zu ebenso grünen Müllcontainern fernzusteuern.

Bei der großen Auswahl an Betrieben wird den Schülerinnen und Schülern nicht langweilig. Von morgens um acht bis nachmittags um drei Uhr kamen sechs Schulen mit insgesamt mehr als 400 Schülern in vier Durchgängen: Die Gesamtschule Bremen-West, die Neue Oberschule Gröpelingen, die Schule im Park Oslebshausen und die Oberschulen Waller Ring und Helgolander Straße. Bevor ihnen die Ausbildungsberufe anschaulich gemacht wurden, wurden die Schüler im Unterricht auf das, was sie erwartet, vorbereitet – einschließlich klarer Verhaltensregeln. Und danach werden dort die Eindrücke noch einmal besprochen. Wenn dann die Zeit der Praktika kommt, sind vielleicht schon die Wege besser vorgezeichnet.

„Auch Praxistage sind unheimlich wichtig“, sagt Stadtteilmanager Lars Gerhard, der für die Organisation verantwortlich ist. Zusammen mit Dorothea Deutler, Projektkoordinatorin von Kultur vor Ort, vertritt er auch das neue Projekt „Zum Glück: Nah am Wasser gebaut“, eins von 20 bundesweit ausgewählten Pilotprojekten für das Themenfeld Schule/Beruf. Ziel ist es, mehr Schülerinnen und Schüler aus dem Bremer Westen in die Betriebe vor Ort zu vermitteln.

Die Organisatoren von „Berufseinstieg Gröpelingen“ betonen, dass es von Vorteil ist, dass Auszubildende den Schülern die Vorgänge und Zusammenhänge erklären. „Die sind vom Alter her näher dran.“ Und es geht auch sehr entspannt zu während des Ausprobierens. Am Stand des Friseur- und Kosmetikstudios Kybele sind viele Mädchen versammelt. Sie schauen zu, wie die 14-jährige Melina Zöpfe geflochten bekommt. Das ist eine gute Gelegenheit, sich schön machen zu lassen, finden sie und warten geduldig, bis sie an der Reihe sind.

Ein ausführlicher Ausbildungsleitfaden zum Berufseinstieg Gröpelingen ist gleichzeitig Messeführer und Informationsträger über Berufe, Betriebe, Handwerkskammern und weitere Anlaufstellen, die für die Schüler von Interesse sein könnten. Gefördert wird das Projekt von dem Programm Wohnen in Nachbarschaften, kurz WIN genannt.

Die beteiligten Firmen sind: Gartencenter Wassenaar GmbH, Universität Bremen und Aus- und Fortbildungszentrum für den öffentlichen Dienst in Bremen, Kybele Friseur & Kosmetikstudio, Diedrich Meyer GmbH & Co, Kaefer Isoliertechnik GmbH & Co. KG, RHENUS Weserport GmbH, Wilhelm Bädecker Gerüstbau GmbH, Nehlsen GmbH & Co. KG (Niederlassung Nehlsen), Plump, J. Müller Aktiengesellschaft, Schornsteinfeger LIV Bremen, Sozialwerk der Freien Christengemeinde, Bremen e.V., hanseWasser Bremen GmbH sowie Handwerkskammer Bremen und Raz-West.

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