Kommentar zur sozialen Spaltung in Bremen Bittere Folgen

Die Aufnahme von Geflüchteten hat Bremen gut bewältigt. Doch bei der langfristigen Integration wird spürbar, dass der Senat versäumt hat, die Spaltung der Stadt zu bremsen, schreibt Sara Sundermann.
19.01.2018, 17:26
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Bittere Folgen
Von Sara Sundermann

Es gibt Dinge, die hat Bremen gut gemacht, darauf kann man stolz sein, sowohl der Senat als auch die Stadtgesellschaft: Die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen gelang in Zeiten großen Zuzugs, ohne dass Menschen auf der Straße schlafen mussten. Dafür legten sich Mitarbeiter von Behörde und sozialen Trägern, aber auch Ehrenamtliche ins Zeug, dafür wurde lange in Beiräten diskutiert und Überzeugungsarbeit geleistet. Allerdings ist Unterbringung eben nur der allererste Schritt.

Die Integration von Geflüchteten und EU-Zuwanderern ist eine Langzeitaufgabe und die deutlich schwierigere. Und dabei fällt dem seit Jahrzehnten sozialdemokratisch regierten Bremen vor die Füße, dass es dem Senat nicht gelang, die soziale Spaltung der Stadt vor dem großen Zuzug zu bremsen. Die bittere Folge: Viel zu oft landeten Neuankömmlinge zuletzt – besonders durch den Wohnungsmarkt bedingt – im Umkreis von Brennpunkten, in Gebieten, wo es für Schulen, Kitas und soziale Einrichtungen schon zuvor mehr als genug zu schultern gab: Langzeitarbeitslosigkeit, wenig Bildung und zum Teil versäumte Teilhabe für die Kinder und Enkel der vorherigen Einwanderergeneration.

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