Musikschau der Nationen Blasmusikfest startet mit Samba-Rhythmen

Bremen. Europas größtes Hallenblasmusik-Fest hat begonnen. Doch anders als zu erwarten, war der Einmarsch der Musiker der 46. Musikschau der Nationen nicht in strammem Vier-Viertel-Takt gehalten. Die Kapellen tanzten zu Samba-Rhythmen in die Bremen Arena.
28.01.2010, 22:50
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Sebastian Manz

Bremen. Europas größtes Hallenblasmusik-Fest hat begonnen. Doch anders als zu erwarten, war der Einmarsch der Musiker der 46. Musikschau der Nationen nicht in strammem Vier-Viertel-Takt gehalten. Die Kapellen aus acht Ländern tanzten zu Samba-Rhythmen in die Bremen Arena.

Drei Stunden lang unterhielten Musik- und Tanzgruppen aus acht Ländern ihre etwa 4000 Zuschauer. Das musikalische Spektrum reichte von Pop über Folklore bis Klassik. Und natürlich kamen auch die Freunde der Marschmusik nicht zu kurz.

17 Stunden Anreise hatte das Zentralorchester des Generalstabs der mongolischen Streitkräfte auf sich genommen, um in Bremen dabei zu sein. Die 40 Musiker aus der Hauptstadt Ulan Bator hatten als Unterstützung das 20-köpfige Ensemble der Nationalen Militärtanz-Akademie ihres Landes dabei. Zu rasanten Märschen wirbelten die Tänzerinnen und Tänzer durch die Arena. Mit gellenden Schreien feuerten sich die jungen Artisten gegenseitig an. Ihr Stil erinnerte an eine Mischung aus russischem Volkstanz und Breakdance.

Das Publikum feierte die energiegeladene Vorstellung mit großem Applaus.Ohne Tänzer kam die „Band of the Armed Forces of Malta“ aus. Dafür überraschte die Kapelle mit Extravaganzen. Zwischen Militärmärsche bauten die Musiker, die teilweise Überwürfe aus Raubtierfell trugen, etwa die Party-Hymne „Y.M.C.A.“ ein. Auch der jüngst verstorbene „King of Pop“, Michael Jackson, erhielt eine Würdigung. Seinem Welthit „Thriller“ verpasste die Blaskapelle ihre ganz eigene Interpretation.

Sogar die berühmten Tanzschritte der Untoten aus dem Musikvideo ahmten die Musiker nach.

Nach drei Stunden Show kamen alle 600 mitwirkenden Musiker aus Kenia, Italien, Malta, Deutschland, Holland, Frankreich, den Vereinigten Staaten, der Mongolei zum großen Finale in die Arena. Fregattenkapitän Lutz Bammler dirigierte das sogenannte Orchester der Nationen, das zum Abschluss Ray Charles’ „What a wonderful World“ zum Besten gab.

Die Idee für die Musikschau entstand 1965. Den Einfall für das Fest hatte der damalige Geschäftsführer des Bremer Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Siegfried Falke. Zum einen hoffte er auf Einnahmen für die Kriegsgräberfürsorge, um deren Jugendcamps im In- und Ausland zu unterstützen. Zum anderen war Falke die internationale Ausrichtung des Festes ein Anliegen, weil sie die Völkerverständigung voranbringen sollte. Beide Gründe sind bis heute bestehen geblieben. Damals wie heute wird die Schau fast ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern organisiert.

In ihren ersten Jahren hieß die Veranstaltung noch Militärmusikschau. Das rein Militärische reicherten die Organisatoren nach und nach mit Showelementen, Tanzeinlagen und farbenfroher Maskerade an. Auch die Musikauswahl wurde mit den Jahren umfangreicher. Waren anfangs fast ausschließlich Märsche im Repertoire der Kapellen, so kamen über die Jahre Jazz, Swing und Rock’n’ Roll, Evergreens der Popgeschichte, Klassik, Volkslieder, Militärmusik und folkloristische Rhythmen hinzu. Schon nach der vierten Auflage des Festes kam es zur Namensänderung.

Seitdem ist das Spektakel als Musikschau der Nationen bekannt.Seit ihrer Gründung verzeichnete die Musikschau mehr als 230 Vorstellungen. Über 24.800 Teilnehmer , 295 Blasmusikkapellen und 240 Chöre, Tanz- und Folkloregruppen wirkten bisher mit. Musiker aus mehr als 70 Nationen prägten den Charakter der sogenannten Marching-Show. 1,2 Millionen Besucher wollten die Musikschau bis heute sehen.

Karten für die Vorstellungen der Musikschau der Nationen vom 29. bis 31. Januar gibt es im Pressehaus, in den regionalen Zeitungshäusern und bei Nordwest-Ticket unter der Telefonnummer 36 36 36. Vorstellungsbeginn: 29. und 30. Januar:14.30 Uhr und 19.30 Uhr, 31. Januar: 14.30 Uhr.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+