Drei Seen betroffen

Keine Prognose zu Blaualgen in Badeseen möglich

Drei Bremer Badestellen sind von Blaualgenbefall betroffen. Wann dort wieder gefahrlos geschwommen werden kann, vermag die Biologin Sabine Luther nicht zu sagen. Aktuell heißt es abzuwarten.
23.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Keine Prognose zu Blaualgen in Badeseen möglich
Von Maurice Arndt
Keine Prognose zu Blaualgen in Badeseen möglich

Blaualgen erkennt man meist am grünen Schleier. Aktuell sind in Bremen drei Seen von Blaualgen betroffen.

Anneke Wortmann

Drei Badeseen sind aktuell von Blaualgen betroffen: Unisee, Sodenmattsee und Waller Feldmarksee. Das Umweltressort rät deshalb davon ab, derzeit in diesen Seen zu baden. Das gilt besonders für Menschen mit empfindlicher Haut und/oder empfindlichen Augen. Die Bremer Biologin Sabine Luther erklärt, ob sich das bald wieder ändern wird, was Blaualgen sind und für wen sie gefährlich sind.

Sind die drei Badeseen aufgrund der wenigen Sonne der vergangenen Tage bald wieder frei von den Blaualgen?

Möglich sei es, doch dies sei schwer zu sagen, sagt Luther, die beim Gesundheitsamt für den Bereich Wasser zuständig ist. „Grundsätzlich hilft die fehlende Sonne. Es gibt aber noch viele weitere Faktoren, die eine Rolle spielen.“ Man müsse die Entwicklung abwarten und spontan und individuell entscheiden. „Meist kann sich auch jeder vor Ort selbst ein Bild machen, da die Blaualgen einen grünen Schleier auf dem Wasser hinterlassen, wenn sie an einem Ort zusammengespült werden.“ Allerdings ändere sich das aktuell. Am Unisee seien sie nicht immer zu sehen, da sie sich breiter verteilten und deshalb keinen Schleier hinterließen.

Was sind eigentlich Blaualgen und wie entstehen sie?

Blaualgen sind vor allem eine Sache nicht: Algen. Tatsächlich handelt es sich um sogenannte Cyanobakterien. Diese sind in jedem Gewässer vorhanden. „Die Natur ist nicht keimfrei. Wenn die Umstände entsprechend sind – also etwa viel Sonne, ein hoher Nährstoffgehalt im Wasser oder der richtige Wind – dann vermehren sich die Bakterien schnell und tauchen in den Uferregionen auf“, erklärt Biologin Luther. Vereinfacht könne man sich das wie Herpes vorstellen, der auch nie ganz weg ist und dennoch nicht immer sichtbar ist. „Blaualgen können von heute auf morgen kommen oder gehen“, sagt sie.

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Sind die Bakterien gefährlich?

Teilweise. Verschluckt man zu viele von ihnen, kann das Erbrechen oder Durchfall auslösen. Außerdem steigt mit den vielen Blaualgen der pH-Wert und es können Entzündungen hervorgerufen werden, besonders bei Menschen mit empfindlicher Haut und Schleimhaut. „Außerdem sind Kinder gefährdet. Sie planschen viel am Ufer, wo sich die Blaualgen gerne sammeln“, sagt Luther.

Einige Seen sind häufiger betroffen als andere. Sollte man die eher meiden?

Das ist nicht nötig, da theoretisch jeder See gleich stark betroffen sein kann. Manche Seen liegen lediglich an Orten, an denen die Umwelteinflüsse eher günstig für die Vermehrung von Blaualgen sind. Das könnte beispielsweise wenig Schatten sein.

Was kann man gegen Blaualgen tun?

Nicht viel. Sind sie erst einmal da, hilft in Naturgewässern nur Warten. Entweder bis die Bakterien wieder absterben oder bis der Wind sie weg von der Badezone spült. Das Umweltressort entnimmt zudem regelmäßig Wasserproben und untersucht diese unter dem Mikroskop.

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