200 Besucher und Hobby-Astronomen nutzen den Tag der offenen Tür im Olbers-Planetarium Blick durchs Teleskop in den Sternenhimmel

Neustadt. Ganz oben in der Sternwarte war das Dach offen und die Besucher konnten mit einem großen Teleskop in das riesige Universum gucken. Das ist eine faszinierende Erfahrung, denn da ist die Erde vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden.
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Von ANGELA SEEGERS

Ganz oben in der Sternwarte war das Dach offen und die Besucher konnten mit einem großen Teleskop in das riesige Universum gucken. Das ist eine faszinierende Erfahrung, denn da ist die Erde vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden. Das Sonnensystem hat dies ermöglicht. Es waren unglaubliche astronomische Zufälle, die vor Urzeiten passiert sind.

Holger Voigt (57), Maschinenbauingenieur aus der Vahr und Michaela Glimbotzki (51) aus Schwachhausen, stellvertretende Vorsitzende der Olbers Gesellschaft, sind Hobby-Astronomen und Mitglieder, die ihre Freizeit in der Sternwarte verbringen. Sie sagten übereinstimmend am Tag der offenen Tür im Planetarium, dass sie als Kind im Garten standen und fasziniert in den Himmel geguckt haben. Im Jugendalter hätten sie ihr erstes Teleskop bekommen und diese Liebe für das All habe bis zum heutigen Tag angehalten.

Die Walter-Stein-Sternwarte hat eine lange Geschichte. Walter Stein, Astronom und Hochschullehrer, hat im Jahr 1958 die Sternwarte, die bisher nur wissenschaftlich genutzt wurde, erworben, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als Teil der Olbers-Gesellschaft eröffnet sie Menschen, die sich für Astronomie interessieren, den Himmel.

Renate Stein, Witwe des Ehrenvorsitzenden Walter Stein, erzählt aus der Geschichte. 1958 lernte sie anlässlich einer Astronomie-Fortbildung in ihrer Heimatstadt Jena bei ihrem damaligen Arbeitgeber Zeiss als junge Ingenieurin ihren späteren Ehemann kennen und zog mit ihm nach Bremen. Beide waren begeisterte Astronomen und ihre „Wege in den Himmel“ gingen sie gemeinsam. Renate Stein sagte: „Die Sterne waren unser Schicksal. Ich bin jetzt das Gedächtnis der Olbers-Gesellschaft“. Jungen Menschen möchte sie mit ihren Mitstreitern die Astronomie nahe bringen. Durch den unermüdlichen Einsatz aller Hobby-Astronomen ist es gelungen, dass es das Planetarium und die Sternwarte gibt. 2020 wird das 100-jähriges Bestehen in der Werderstraße 73 gefeiert.

Am Tag der offenen Tür, der 200 Besuchern den Himmel öffnete, war nur eine schmale Mondsichel zu sehen. Bei Einbruch der Nacht sah man dann einen Kugelsternhaufen (M13), im Teleskop ein Nebel, der 25 000- bis 100 000 Lichtjahre entfernt im Weltall liegt. Auf der Terrasse standen drei mobile Refraktoren und Teleskope mit unterschiedlichen Brennweiten und Öffnungen, in der Kuppel der Sternwarte die größeren Geräte. Wenn Kinder und Eltern sich vorstellen sollen, dass die Sonnenflecken 6000 Grad heiß und 148 Millionen Kilometer entfernt liegen, erklärt sich vielleicht, dass das Licht acht Minuten bis zur Erde braucht. Juliane Preetz (25) und ihr Freund Rainer Pollmann (27), begeisterte Hobby-Astronomen, sind aus Emden gekommen, um den Nachthimmel zu sehen.

Florian Krause, wissenschaftlicher Assistent, arbeitet im Rahmen seines Physik-Studiums in Planetarium und der Sternwarte und war einer der Ansprechpartner für die Besucher.

Weitere Informationen unter Telefon 16 76 77 06 oder www.olbers-gesellschaft.de.

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