Große Pflanzaktion in Oberneuland: Mit Unterstützung der Grundschule und Kita steht dem Gemeindepark ein bunter Frühling bevor

Blumenkinder

Oberneuland. Gummistiefel, feste Handschuhe und Regenjacken: Die Kinder sind perfekt ausgerüstet. Dem Nieselregen trotzend haben sich Schüler und Schülerinnen der Grundschule Oberneuland und Kinder des Kindergartens Oberneuland aufgemacht, um „ihren“ Park zu verschönern.
12.10.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Silja Weisser
Blumenkinder

Fabius (von links), Giovanni, Hannah, Felipa, Elisabeth, Lina, Simon, Paul und Benedikt helfen mit, dass aus den vielen Zwiebeln im Frühjahr farbenfrohe Blumen sprießen.

Roland Scheitz

Gummistiefel, feste Handschuhe und Regenjacken: Die Kinder sind perfekt ausgerüstet. Dem Nieselregen trotzend haben sich Schüler und Schülerinnen der Grundschule Oberneuland und Kinder des Kindergartens Oberneuland aufgemacht, um „ihren“ Park zu verschönern. Der kleine Gemeindepark zwischen Mühlenfeldstraße und Oberneulander Landstraße grenzt direkt an das Schulgelände und ist einen Katzensprung von der Kita entfernt.

In Gruppen und über drei Stunden ackerten die Kinder, um 15 000 Blumenzwiebeln und Rhizome (kleine Wurzelstöcke) mit Pflanzstöcken in die Erde zu bringen. An den Parkausgängen und in der Mitte des Areals wurden im Vorfeld Beete angelegt. Im Frühjahr soll es hier in voller Pracht blühen, so der Plan des Umweltbetriebs Bremen (UBB), der sich in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Overnigelant bereits seit einem Jahr verstärkt der Grünanlage widmet. Besonders die Erneuerung der Wege nahm Zeit und Geld in Anspruch (wir berichteten). 30 000 Euro kostete es, den Pfützen-Pfad in breite, ebene Durchgänge zu verwandeln. Zudem stehen neue Bänke zum Verweilen bereit.

Die 50 Mitglieder des Vereins Overnigelant stemmten die Aktion vor allem mit Spendenbeiträgen. „Das ist unser Oberneuland. Unsere Heimat. Wir wollen das Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Verschönerung des Parks stärken“, erklärt Förderkreis-Vorsitzender Karl-Heinz Müller. Zusammen mit seiner Frau Christiane Müller sorgte er dafür, dass sich die Nachwuchsgärtner nach getaner Arbeit mit Schorle, Salzstangen und Gummibärchen stärken konnten.

Die achtjährige Amelie ist mit Feuereifer dabei. „Das ist ganz schön anstrengend, aber ich mache das ja nicht zum ersten Mal“, erzählt sie. Amelie wohnt auf einem Bauernhof und ist es gewohnt, in der Natur zu arbeiten. Sie und ihre Mitschüler sind gespannt, was in einem halben Jahr aus der Erde sprießt.

An den sonnigeren Stellen warten 3500 Elfen-Krokusse und 3000 stark duftende Tête-à-tête-Narzissen auf ihren großen Auftritt. Im schattigen Bereich in der Mitte des Parks sollen Waldanemonen wachsen. „Die mögen es dunkel und brauchen Laub als Dünger“, erläutert Felix Böttcher, Gärtnermeister vom UBB.

Dass die Pflanzen gut gedeihen, darauf werden fortan die Kinder ein Auge haben, ist sich Dagmar Sense, Direktorin der Grundschule Oberneuland sicher. Die Schüler gehen die Strecke häufig, da sie in der anliegenden Turnhalle Sportunterricht haben. „Durch die neuen Wege haben sie nun keine Matschfüße mehr, wenn sie den Klassenraum betreten. Aber jetzt wird der Weg natürlich doppelt schön“, freut sie sich.

Auch die Klassenlehrerinnen Birgit Bode und Monique Espitalier haben keinen Zweifel daran, den Mädchen und Jungen mit der Pflanzaktion ein Stück weit Verantwortung für das weitere Gedeihen der Blumen übergeben zu haben. „Die werden jetzt darauf achten, dass niemand bei den Beeten Quatsch macht, auf die Pflanzen trampelt oder sie abrupft“, sind sich beide sicher.

Bis das Blütenmeer zu sehen ist, werden Felix Böttcher und der Förderkreis Overniglant nicht tatenlos sein. Das nächste Projekt liegt bereits an: Heinekens Park. Das um 1770 entstandene Heckentheater des romantischen Parks ist in Norddeutschland einzigartig. Dessen 6,25 Meter hohe Hainbuchenhecke mit ihren bogenförmigen Durchlässen hat jedoch ihre Macken. Einzelne Elemente sind abgestorben und müssen erneuert werden. „Da müssen wir jetzt ran“, bekräftigt Böttcher.

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