Energieversorger gewährt Starthilfe Blumenthal bekommt eine Bürgerstiftung

Blumenthal. Gegründet ist sie noch nicht, die Bürgerstiftung Blumenthal, doch der gestrige Tag markiert eine wichtige Etappe auf dem Weg dorthin. Die GDF Suez AG, die das Kraftwerk Farge betreibt, hat einen ersten Betrag zur Verfügung gestellt.
13.03.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Blumenthal bekommt eine Bürgerstiftung
Von Jürgen Theiner

Blumenthal. Gegründet ist sie noch nicht, die Bürgerstiftung Blumenthal, doch der gestrige Tag markiert eine wichtige Etappe auf dem Weg dorthin. Die GDF Suez AG, die das Kraftwerk Farge betreibt, hat einen ersten namhaften Betrag zur Verfügung gestellt, der den Grundstock des Stiftungskapitals bilden soll. In diesem und im nächsten Jahr sind es insgesamt 25000 Euro. Ein Betrag gleicher Höhe soll parallel für aktuelle soziale Projekte fließen.

Wozu eine Bürgerstiftung? Diese Frage beantwortet sich jedem, der mit wachen Augen durch Blumenthal geht, von selbst. Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) drückte es gestern während der Feierstunde auf Burg Blomendal so aus: "Der Staat ist nicht mehr in der Lage, alles zu machen, wozu er sich früher in der Lage gesehen hat." Manch wünschenswertes Projekt zur Verbesserung der Lebensqualität am Ort unterbleibt, weil das Geld dafür fehlt.

Im vergangenen Jahr gründete sich deshalb der Förderverein für die Bürgerstiftung Blumenthal. Die Akteure - unter ihnen Ortsamtsleiter Peter Nowack, seine Stellvertreterin Cornelia Britt und der Anwalt Oliver Berger - wollen einen Fonds anlegen, aus dessen Zinserträgen gemeinwohlorientierte Vorhaben finanziert werden. Um die Bürgerstiftung Blumenthal eintragen lassen zu können, ist ein Stiftungskapital von mindestens 50000 Euro erforderlich.

Weber sieht Vorbildcharakter

Diese Schwelle will der Förderverein möglichst bald erreichen. Geplant ist, örtliche Unternehmen und spendable Privatleute gezielt anzusprechen und für die Ziele der Bürgerstiftung zu gewinnen.

Dass Blumenthal eine solche Initiative bitter nötig hat, daraus machte Peter Nowack bei der Unterzeichnung der "Zustiftung" durch GDF-Suez-Vorstand Karl-Peter Thelen kein Hehl. Der nördlichste Bremer Stadtteil sei "unendlich gebeutelt vom Strukturwandel". Es gebe Leute in Bremen, "die wollten hier nicht tot überm Zaun hängen". Dabei sei Blumenthal ein durchaus vielgestaltiger Flecken Erde, der unter anderem auf kulturellem Gebiet einiges zu bieten habe.

Karl-Peter Thelen nahm für sein Unternehmen in Anspruch, sowohl durch materielle Unterstützung für soziale Projekte als auch durch begleitendes privates Engagement seiner Mitarbeiter Akzente zu setzen. "Besonders gefallen uns Projekte, die einen Anstoß geben und dann eine Eigendynamik entfalten", sagte Thelen. Genau das treffe auf die im Aufbau befindliche Bürgerstiftung Blumenthal zu. Kraftwerksleiter Jürgen Volkens wies darauf hin, dass GDF Suez sich bereits im vergangenen Jahr mit 20000 Euro für soziale Initiativen vor Ort eingebracht habe. Außerdem kooperiere man mit örtlichen Schulen, um Jugendlichen berufliche Perspektiven aufzuzeigen.

Christian Weber bezeichnete es als "bemerkenswert", dass es dem Förderverein gelungen sei, mit dem Energieversorger GDF Suez ein international tätiges Unternehmen als Starthelfer für die Bürgerstiftung zu gewinnen. Vergleichbares sei ihm aus keinem anderen Stadtteil bekannt. "Deshalb muss das, was hier möglich gemacht wurde, in die Stadt hineinschallen", sagte der Bürgerschaftspräsident.

Der Förderverein der Bürgerstiftung Blumenthal ist über seine Geschäftsstelle im Ortsamt (Telefon 0421/3617424 oder über seine Internetpräsenz www.buergerstiftung-blumenthal.de zu erreichen.

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