Regionale Städteplanung 2010 Blumenthal muss sich neu erfinden

Bremen-Nord. Was mag das neue Jahr für Bremen-Nord bringen? Interessante Entwicklungen sind vor allem in Blumenthal zu erwarten. Dort nehmen sich die Stadtplaner den gesamten Bereich zwischen Weser und historischem Ortskern vor, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auch die Bevölkerung soll sich in den Stadtteildialog einmischen, damit Ende 2010 neue städtebauliche Konturen erkennbar sind.
01.01.2010, 15:53
Lesedauer: 2 Min
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Blumenthal muss sich neu erfinden
Von Jürgen Theiner

Bremen-Nord. Was mag das neue Jahr für Bremen-Nord bringen? Interessante Entwicklungen sind vor allem in Blumenthal zu erwarten. Dort nehmen sich die Stadtplaner den gesamten Bereich zwischen Weser und historischem Ortskern vor, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auch die Bevölkerung soll sich in den Stadtteildialog einmischen, damit Ende 2010 neue städtebauliche Konturen erkennbar sind.

Dass in Blumenthal Handlungsdruck besteht, darüber herrscht in Politik und Verwaltung Konsens. Nach dem Aus für die industrielle Produktion auf dem BWK-Gelände - nur die Zukunft der Chemiefasersparte ist noch offen - bedarf das gesamte Areal einer durchgreifenden Neuordnung. Gleiches gilt für den unmittelbar angrenzenden, alten Blumenthaler Ortskern, aus dem sich die Geschäftswelt weitgehend verabschiedet hat. Was den Handel angeht, spielt die Musik inzwischen in den Verbrauchermärkten des Blumenthal-Centers. Welche Perspektiven für das alte Zentrum bleiben und wie es mit einem wiederbelebten BWK-Gelände verzahnt werden kann, darum wird es in 2010 gehen. Der Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan ist bereits im Spätsommer vergangenen Jahres von der Baudeputation der Bürgerschaft gefasst worden. Das Bauressort will in den kommenden Monaten seine Vorstellungen präsentieren. Sorgenkind des Stadtteils bleibt bis auf Weiteres der

Maschinenbau-Großbetrieb ThyssenKrupp Krause, der Investitionsgüter für die Fahrzeugindustrie herstellt. Rund ein Drittel der noch knapp 1000 Arbeitsplätze steht dort zurzeit auf der Kippe, und die Geschäftsleitung zeigte zuletzt wenig Neigung, mit Betriebsrat und Gewerkschaft über Modelle einer weitgehenden Vermeidung von Jobverlusten zu verhandeln.

Für Vegesack bleibt abzuwarten, ob die beiden großen Projekte Kramer-Umbau und Hafenspeicher binnen Jahresfrist gestemmt werden können. Die Schiffbau- und Hafenausstellung im Speicher - auf zwei Ebenen mit viel technischem Schnickschnack in Szene gesetzt - soll das neue, attraktive Kernstück der Maritimen Meile zwischen Lesummündung und 'Schaufenster Bootsbau' bilden. Den Machern um die Kulturwissenschaftlerin Steffi Kollmann darf man einiges zutrauen. Die 1,2 Millionen Euro teure Ausstattung der Räume befindet sich freilich noch in der Konzeptionsphase. Es ist daher fraglich, ob die Speicher-Ausstellung noch in diesem Jahr ihre Pforten öffnen wird. Angepeilt ist dies jedoch ebenso wie der Umzug diverser Ämter ins frühere Kaufhaus Kramer. Die Immobilie wird seit einigen Wochen entkernt. Die Wiedereröffnung als Behördenzentrum - ergänzt durch Handel und Freizeitangebote - ist für das Jahresende terminiert.

In Burglesum wird sich das Lesumer Zentrum an der Hindenburgstraße in eine Großbaustelle verwandeln. Wie berichtet, planen Investoren dort den Abriss der Sparkasse sowie angrenzender Gebäude und ihren Ersatz durch zeitgemäßere Architektur. Bauarbeiter kann man im neuen Jahr auch auf dem Friedehorst-Gelände antreffen. Dort entsteht ein Neubau für das Nebelthau-Gymnasium, das vor zwei Jahren startete und dessen 112 Schüler zurzeit noch provisorisch im Eldon-Burke-Haus untergebracht sind. Die Stiftung Friedehorst als Trägerin der Privatschule strebt eine Einweihung der neuen Räume zum Schuljahrsbeginn 2010/11 an. Das Richtfest für den Neubau soll noch im Januar gefeiert werden. Derweil stehen die Handwerker in Marßel noch in den Startlöchern. Am kommenden Montag soll dort der Komplett-Umbau des Einkaufszentrums starten. Bei laufendem Betrieb werden mehrere Geschäfte umziehen, andere in das Gebäude integriert werden. Im Mai soll das Einkaufszentrum, das einer Hamburger Immobiliengesellschaft gehört, in neuem Glanz erstrahlen.

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