Geno Bremen sieht noch keinen Engpass Die Blutreserven in Bremen schwinden

Trotz hoher Spendenbereitschaft werden die Blutkonserven-Vorräte des DRK in Bremen knapp. Für den Klinikverband Gesundheit Nord dürfte das allerdings dank seiner Größe nicht problematisch werden.
04.12.2020, 05:00
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Die Blutreserven in Bremen schwinden
Von Rebecca Sawicki

Die Angst der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuz (DRK) im niedersächsischen Springe sorgte für Aufsehen: Sie befürchten, es könnte wegen der Corona-Pandemie zu einem Versorgungsengpass bei den Blutkonserven in Niedersachsen und Bremen kommen (wir berichteten). Auch das DRK in Bremen sieht die Lage als akut an, wie ein Sprecher mitteilte. Und das, obwohl auch während des Lockdowns diverse Blutspendetermine angeboten und laut DRK von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt auch wahrgenommen wurden. Ein Überblick.

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Die Situation beim Blutspendedienst: Obwohl die Spendenbereitschaft der Bremerinnen und Bremer während des Lockdowns nicht gesunken ist, sieht Lübbo Roewer, Sprecher des DRK Bremen, Probleme. Zwar ließen sich die Bürgerinnen und Bürger nicht davon abbringen, ihr Blut zu spenden und dafür sogar mehrere Stunden in einer Schlange zu stehen. Trotzdem reiche diese Bereitschaft nicht, um den Bedarf des Großraumes Bremen zu decken. „Das liegt vor allem daran, dass wir durch den Lockdown viele Termine an unterschiedlichen Orten nicht anbieten können“, sagt er. So gebe es trotz höherer Spendebereitschaft zu wenige Spenden. „Prinzipiell brauchen wir im Großraum rund 1000 Spenden täglich, vor allem für Krebsoperationen. Diese Menge schaffen wir aktuell nicht“, sagt Roewer. Der Blutspendedienst liege aktuell zwischen zehn und 15 Prozent im Rückstand. „Aktuell müssen noch keine Operationen abgesagt werden, aber dauerhaft können wir nicht im Minus bleiben“, sagt der Sprecher.

Die Reserven im Krankenhaus: Der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) wird nach Aussagen der Sprecherin Karen Matiszick so schnell keine Probleme bekommen: „Einen akuten Engpass haben wir nicht“, sagt sie. Bisher sei es auch noch nie zu einem solchen gekommen. „Als großer Klinikverband verfügen wir über gewisse Reserven“, sagt die Sprecherin. Pro Jahr würden in den Krankenhäusern der Gesundheit Nord mehr als zehntausend Blutkonserven eingesetzt. „Das Blut kommt bei größeren Operationen oder bei schweren Unfällen zum Einsatz“, sagt Matiszick. Dafür stünden aktuell genug Konserven zur Verfügung. Derzeit werde außerdem nicht mehr Blut gebraucht als sonst. „Für Corona-Patienten braucht man eventuell Beatmungsgeräte, aber keine Blutkonserven“, sagt die Sprecherin.

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Entwicklungen im Plasmazentrum: Sowohl deutschlandweit als auch in Bremen sind die Plasmaspenden seit den geltenden Lockdown- und Abstandsregeln zurückgegangen, berichtet Stephani Keltsch, Center Managerin von CSL Plasma Bremen. „Dabei sind die Patienten, die Medikamente aus Plasma einsetzen, gerade jetzt auf eine bestmögliche Versorgung angewiesen“, sagt Keltsch. Plasmamedikamente würden unter anderem bei Menschen mit angeborenem Immundefekt zum Einsatz kommen.

Sicheres Spenden im Lockdown: Zum Treiber der Pandemie können Spendetermine nach Ansicht des DRK-Sprechers Roewer nicht werden. „Es handelt sich bei der Spende um einen medizinischen Vorgang, dementsprechend werden alle Hygienevorschriften exakt beachtet“, sagt er. Zusätzlich zu den generellen Vorschriften werde in der aktuellen Situation schon vor der Aufnahme die Temperatur eines jeden Spenders gemessen. „Liegt die Körpertemperatur über 37,5 Grad, werden die Leute nach Hause geschickt“, sagt Roewer. Spenden könne jeder, der gesund und über 18 Jahre alt ist. Gleiches gelte auch für Plasmaspenden, wie Stephani Keltsch erklärt. Um die Anzahl der Personen besser steuern zu können, arbeite das Plasmazentrum aktuell mit einer Online-Terminvergabe für die möglichen Spender.

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Blutspenden ist immer aktuell: „Blut hält sich in seiner Zusammensetzung höchstens sieben Wochen, deshalb reicht nicht ein zentraler Blutspendetag. Stattdessen brauchen wir immer Blutspenden“, erklärt Lübbo Roewer. Benötigt würden alle Blutgruppen: „Die Verteilung der Operation ist die gleiche wie die Verteilung der Blutgruppen.“

Info

Zur Sache

Wann und wo gespendet werden kann

Dienstag, der 15.Dezember, von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr in der Grundschule Farge-Rekum in Bremen Farge.

Mittwoch, der 16.Dezember, von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr im Bürgerhaus Obervieland in Bremen Kattenturm.

Mittwoch, der 16. Dezember, von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr bei Friedehorst in Bremen Lesum.

Donnerstag, der 17.Dezember, von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr im Bürgerhaus Weserterrassen in der östlichen Vorstadt.

Freitag, der 18.Dezember, von 15 Uhr bis 19.30 Uhr im DRK-Haus in Bremen Hastedt.

Montag, der 21. Dezember, von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr im Quatierszentrum Huckelriede in Bremen Huckelriede.

Mittwoch, der 23. Dezember, von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr im Bürgerzentrum Neue Vahr in Bremen Vahr.

Mittwoch, der 23. Dezember, von 14.30 Uhr bis 20 Uhr in der Neuapostolischen Kirche in Bremen Vegesack.

Sonntag, der 27. Dezember, von 11.30 Uhr bis 15.30 Uhr in der Faith Moschee in Bremen Gröpelingen.

Mittwoch, 30. Dezember, von 13 Uhr bis 19 Uhr im Steigenberger-Hotel in der Bremer Überseestadt.

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