Zehn Mitglieder des Burglesumer Beirates möchten ihren derzeitigen Sprecher als neuen Ortsamtsleiter sehen Boehlke sieht sich als Impulsgeber

Burglesum. Florian Boehlke soll es also richten. Dienstag spätabends stand es im Verwaltungssaal von Friedehorst fest, dass der jetzige Sprecher des Beirats Burglesum und dortige SPD-Fraktionschef den Posten des Ortsamtsleiters übernehmen soll (wir berichteten im gestrigen Hauptteil). Auf den 31-Jährigen entfielen zehn von 14 möglichen Stimmen des Beirats. Sein Mitbewerber Dirk Schmidtmann von den Grünen heimste noch vier ein. Drei weitere Kandidaten gingen leer aus.
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Von Albrecht-Joachim Bahr

Burglesum. Florian Boehlke soll es also richten. Dienstag spätabends stand es im Verwaltungssaal von Friedehorst fest, dass der jetzige Sprecher des Beirats Burglesum und dortige SPD-Fraktionschef den Posten des Ortsamtsleiters übernehmen soll (wir berichteten im gestrigen Hauptteil). Auf den 31-Jährigen entfielen zehn von 14 möglichen Stimmen des Beirats. Sein Mitbewerber Dirk Schmidtmann von den Grünen heimste noch vier ein. Drei weitere Kandidaten gingen leer aus.

Mehr als eineinviertel Stunden in Klausur hatte der Beirat gebraucht, um sich - wenn schon nicht einhellig, so doch deutlich mehrheitlich - für Florian Boehlke zu entscheiden. Offensichtlich keine leichte Aufgabe, denn mindestens drei der insgesamt vier Mitbewerber boten bei der Vorstellung zu Beginn einen Auftritt, der sich kaum einen Deut von dem Boehlkes unterschied. Einzig die Bürgerschaftsabgeordnete Ingrid Reichert (SPD), für die es inzwischen schon der vierte Anlauf war, hier in Burglesum zu punkten, kämpfte auf verlorenem Posten: Sie versuchte es erst gar nicht, in spürbar unterkühlter Atmosphäre charmant rüberzukommen. Sie stellte sich als kantige Finanzfachfrau dar und beschrieb die von ihr angestrebte Ortsamtsleiterstelle als 'Verwaltungsorgan'.

Wie Reichert wurden auch die anderen Bewerber im Vorfeld von Sitzungsleiter Reiner Kammeyer (Senatskanzlei) gebeten, Fragen aus der Senatskanzlei, dem Beiratsrund und gegebenenfalls auch aus den Reihen der Zuhörer zu beantworten. Als Erster unterzog sich Boehlke diesem Prozedere. Nach ihm kamen dann an die Reihe: Heinz Dargel (51), Geschäftsführer der Caritas Bremen-Nord, Klaus Möhle (58), SPD-Abgeordneter in der Bürgerschaft, und - nach Ingrid Reichert (60) - Dirk Schmidtmann (55), Bauinspektor beim Amt für Straßen und Verkehr und mit Sitz für die Grünen in der Bürgerschaft.

Die Fragen zielten unter anderem auf eine kurze Beschreibung des Werdegangs ab, auf das Warum für diese Bewerbung, was die wichtigsten Aufgaben für den Ortsamtleiter seien, wie es mit der Zusammenarbeit mit dem Beirat ausschaue und darauf, wo der Kandidat respektive die Kandidatin besonderen Handlungsbedarf ausmacht. In Summe waren die Kandidaten bemüht, sich sympathisch, kooperativ, bürgernah und kompetent zu präsentieren.

Boehlke: 'Ich sehe mich als Moderator, Impulsgeber, Stadtentwickler. Der Ortsamtsleiter muss zuhören können, Probleme aufgreifen und die mit Stärke und Durchsetzungskraft lösen können.' Dargel: 'Ich gehöre keiner Partei an, nein, bin aber parteiisch für die Menschen.' Möhle: 'Erst einmal Einigkeit herstellen. Dabei sind mir Parteien schnurzegal. Der Beirat sollte in wichtigen Fragen einstimmig auftreten, nur dann hat man in der Stadt Respekt.' Und schärfer: 'Zu gegebenen Anlässen muss es so sein, dass der Senator auf Wunsch des Beirates hier zu erscheinen hat. Punkt.' Reichert: 'Ich muss Beiratssachen an bestimmte Stellen herantragen. Dabei will ich parteiübergreifend, muss ich parteiübergreifend arbeiten.' Schließlich Schmidtmann: 'Ich bin kein Mundwerker. Ich bin Handwerker.' Und auf seine Tätigkeit beim ASV anspielend ergänzte er: 'Ich will Brücken bauen.'

Neben den Fragestellern aus Senatskanzlei (Personalreferentin Kornelia Buhr) und Beirat übernahm die unter den Zuhörern sitzende Christa Dohmeyer vom Lesumer Einzelhändler-Verband IGEL die Rolle des gebrannten Kindes. Vor dem Hintergrund etlicher rechtlicher Auseinandersetzungen im Laufe der Suche nach einem neuen Ortsamtsleiter stellte sie jedem der Kandidaten die Frage, ob er beziehungsweise sie im Falle einer Nichtwahl klagen würde. Boehlke: 'Werde auf Rechtsmittel verzichten.' Dargel: 'Ich beuge mich den Regeln, alles andere ist Schnickschnack.' Möhle: 'Auf gar keinen Fall.' Und Schmidtmann: 'Ich habe nie gegen das Votum des Beirates geklagt und werde das auch nie machen.' Dagegen Ingrid Reichert: 'Ich werde meiner Anwältin erst einmal die Unterlagen zur Einsicht vorlegen ...'

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