Ausstellung und Ideenaustausch im Rathaus über politische Teilhabe in den Stadtteilen Böhrnsen will Jugendbeteiligung ausbauen

Altstadt. Warum wollen Jugendliche in ihrem Stadtteil mitbestimmen? "Um unsere eigene Meinung zu sagen", "um den Stadtteil so zu verändern, dass wir Jugendlichen dort sinnvoll unsere Freizeit verbringen können" und "Ohne Jugendliche keine Zukunft!" - so einige Aussagen von Jugendlichen bei der Veranstaltung "Jugendbeteiligung im Stadtteil" am Donnerstag im Festsaal des Rathauses. Ausgerichtet wurde der Nachmittag von der Senatskanzlei, dem Amt für Soziale Dienste und dem Lidice-Haus.
07.02.2011, 05:00
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Von Bastienne Ehl

Altstadt. Warum wollen Jugendliche in ihrem Stadtteil mitbestimmen? "Um unsere eigene Meinung zu sagen", "um den Stadtteil so zu verändern, dass wir Jugendlichen dort sinnvoll unsere Freizeit verbringen können" und "Ohne Jugendliche keine Zukunft!" - so einige Aussagen von Jugendlichen bei der Veranstaltung "Jugendbeteiligung im Stadtteil" am Donnerstag im Festsaal des Rathauses. Ausgerichtet wurde der Nachmittag von der Senatskanzlei, dem Amt für Soziale Dienste und dem Lidice-Haus.

In Bremen bestimmen Jugendliche mit. Zum Beispiel bei der Gestaltung von Jugendhäusern, Bolzplätzen oder Freibädern. Bei öffentlichen Veranstaltungen, Events und Partys. Doch sie sollen sich künftig noch mehr einmischen. "Unser Ziel ist es, die aktive Mitbestimmung von Jugendlichen bei konkreten Projekten in allen Ortsteilen weiter zu fördern", betonte Bürgermeister Jens Böhrnsen in seiner Eröffnungsrede.

Die Veranstaltung im Rathaus solle den jungen Menschen zeigen, dass ihr Engagement in Bremen gewürdigt werde. "Heute werden im Rahmen der Ausstellung Ausschnitte von Mitbestimmungsprojekten in den Stadtteilen präsentiert und neue Ideen für weitere Projekte gesammelt werden", sagt auch Heike Blanck, die im Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt unter anderem zuständig für die Kinder- und Jugendbeteiligung ist.

"Unser Projekt ist die Buchte", berichteten Frederieke Miesner (21) aus dem Steintor und Eva Kowalzik (25) aus der Altstadt. Die Arbeit und die Strukturen des Jugendhauses Buchte der Naturfreundejugend Bremen baut seit über 30 Jahren auf Mitbestimmung und Beteiligung von Jugendlichen.

"Neben dem offiziellen Entscheidungsgremium haben wir einen Aktivenrat, der ausschließlich aus Jugendlichen besteht. Sie entscheiden, was im Haus passiert", erläuterte Frederieke Miesner. Der Aktivenrat trifft Personal- und Budgetentscheidungen, spricht über Programmplanungen und Einzelprojekte.

Die Ausstellung "urban culture project"im Festsaal des Rathauses ist in Zusammenarbeit mit der Ausbildungsklasse "Gestaltungstechnische/r Assistent/in" am Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße in Burg-Grambke erarbeitet worden. "Anfang Dezember haben wir damit angefangen", berichtet Jennifer Diers (24) aus Walle.

Die Schülerinnen und Schüler haben unter anderem ein Logo entwickelt und in Kleingruppen einzelne Projektideen erarbeitet. Lisa Tkaczyk (20) aus Habenhausen hat sich mit ihrer Gruppe den Skaterplatz beim Schlachthof vorgenommen. "Wir sind mehrmals hingegangen und haben die Jugendlichen befragt, was ihnen gefällt und was sie gerne verändern würden." Die Ergebnisse hat die Gruppe auf einer der Stellwände zusammengefasst. "Die Jugendlichen wollten zum Beispiel Bänke, eine Erste-Hilfe-Station und eine komplette Überdachung des Platzes", sagt Lisa Tkaczyk.

Auch Spielplätze besichtigt

Jennifer Diers hat sich mit ihrer Gruppe die beiden Spielplätze an der Waller Heerstraße und an der Derfflingerstraße genauer angesehen. "Dort gibt es häufig Streit zwischen den verschiedenen Generationen", weiß die 24-Jährige. Anhand einer Fotomontage haben die Schüler auf ihrer Stellwand einen Lösungsvorschlag für den Konflikt aufgezeigt: "Man könnte die Plätze altersgerecht teilen. Ein Bereich wird zum Kindersportplatz und ein anderer zum Mutter-Kind-Bereich."

Auch eine Gruppe Jugendlicher aus Hemelingen war zur Veranstaltung ins Rathaus gekommen. Die Zwölf- bis 21-Jährigen hatten Ende März vergangenen Jahres ihre Ideen für die Umgestaltung des Außengeländes des neuen Jugendhauses Hemelingen in einer Ausstellung präsentiert. Ganz oben auf ihrer Wunschliste standen ein Fußball- und Basketballplatz, eine überdachte Sitzecke mit Grill und eine Tischtennisplatte.

Vanessa Stelter (15) und Pierre Doutine (15), die beide aus Gröpelingen kommen, wollen konkret in ihrem Stadtteil mitbestimmen und haben sich zusammen mit fünf anderen Jugendlichen für den Gröpelinger Jugendbeirat aufstellen lassen. Über diese Möglichkeit der Mitbestimmung erfahren haben die beiden über die Schülervertretung ihrer Schule, der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule im Ortsteil Ohlenhof.

"Ich finde es spannend, dass Jugendliche im Stadtteilparlament richtig mitbestimmen dürfen. Und wir können dann auch selbst Geld für eigene Projekte verwalten", sagt Pierre Doutine. Vanessa Stelter findet es wichtig, dass sie als Mitglied des Jugendbeirats selbst etwas in ihrem Stadtteil verändern könnte. "Es sollte zum Beispiel mehr Angebote für Jugendliche geben, damit sie in ihrer Freizeit nicht auf der Straße rumhängen", meint sie. Ob die beiden in den Jugendbeirat kommen, entscheidet sich Anfang März, denn dann wird das Gremium in Gröpelingen gewählt.

Mehr über das Thema Mitbestimmung von Jugendlichen in Bremen im Internet unter www.mach-mit.bremen.de.

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