Kommentar über die Bremer SPD

Böses Blut

Bei der Aufstellung der SPD-Liste für die Bürgerschaftswahl 2019 sind einige bewährte Kräfte hinten runtergefallen. Der ein oder andere Betroffene könnte auf Revanche sinnen, meint Jürgen Theiner.
09.09.2018, 19:16
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Böses Blut
Von Jürgen Theiner
Böses Blut

Die Bremer SPD hat nicht mehr viel zu verteilen.

Ingo Wagner/dpa

Linker und rechter Flügel, Nachwuchsleute und Etablierte, dazu noch regionaler Proporz und Geschlechterparität: Die Aufstellung der SPD-Liste für die Bürgerschaftswahl ist immer ein Balanceakt, doch nie war die Aufgabe so schwierig wie diesmal. Denn die Bremer SPD hat nicht mehr viel zu verteilen. Glaubt man den Umfragen, dann wird sie in der nächsten Bürgerschaft nur noch gut ein Viertel der Abgeordneten stellen. Längst nicht alle, die sich für fähig halten, konnten deshalb von der Mandatskommission der Partei mit einem aussichtsreichen Listenplatz für die Wahl 2019 beglückt werden.

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Das kann und wird für böses Blut sorgen. Im Landtag regiert Rot-Grün nur mit einer Stimme Mehrheit, und der ein oder andere Abgeordnete könnte in Versuchung geraten, der Parteiführung seine schlechte Platzierung auf der Liste heimzuzahlen, etwa durch abweichendes Stimmverhalten im Parlament. Im schlimmsten Fall droht Fahnenflucht. In Niedersachsen stürzte 2017 die Landesregierung über eine solche Personalie. Der Name Elke Twesten jagt rot-grünen Strategen noch heute eisige Schauer über den Rücken.

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