Überraschender Fund bei Kleingewässerpflege im Blockland / Kampfmittelräumdienst der Polizei im Einsatz Bombenräumung für die Tierwelt

Blockland (wk). Auch 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg tauchen immer noch unangenehme Hinterlassenschaften auf: Bei Arbeiten im westlichen Blockland wurden jetzt elf jeweils 250 Kilogramm schwere Brandbomben mit noch hochexplosivem Kern gefunden. Keine englischen, sondern deutsche Fliegerbomben, die am Kriegsende ganz hinten im Waller Feld auf den Flächen des alten Bavendamm-Hofes vergraben worden waren. Der Kampfmittelräumdienst der Polizei konnte die Bomben unschädlich machen.
10.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von WESER-KURIER

Blockland (wk). Auch 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg tauchen immer noch unangenehme Hinterlassenschaften auf: Bei Arbeiten im westlichen Blockland wurden jetzt elf jeweils 250 Kilogramm schwere Brandbomben mit noch hochexplosivem Kern gefunden. Keine englischen, sondern deutsche Fliegerbomben, die am Kriegsende ganz hinten im Waller Feld auf den Flächen des alten Bavendamm-Hofes vergraben worden waren. Der Kampfmittelräumdienst der Polizei konnte die Bomben unschädlich machen.

Seit zwei Jahren kümmern sich die Hanseatische Naturentwicklung GmbH (Haneg) und der BUND-Landesverband Bremen auf der Basis einer EU-Kofinanzierung um das neue Landschaftsschutzgebiet "Blockland - Burgdammer Wiesen". Neben Aufgaben wie ökologische Grabenunterhaltung oder Hilfsmaßnahmen für seltene Pflanzen- und Tierarten steht seit dem vergangenen Jahr auch ein Pflegeprogramm für Kleingewässer auf dem Plan. Diese gibt es auf den Wiesen des Blocklandes seit dem Zweiten Weltkrieg sehr zahlreich. Die Gewässer sind im Ursprung aus Bombenlöchern hervorgegangen.

Krater werden wiederhergestellt

Heute sind die sieben bis bis zehn Meter breiten Bombenkrater in der Landschaft noch immer sichtbar - und sie sind wichtige Lebensräume für Frösche, Libellen oder Vögel. Weil viele der kleinen Teiche jedoch im Laufe der Jahre verlandet und trocken gefallen sind, werben BUND und Haneg bei den Landwirten um Teilnahme an dem Pflegeprogramm. "Pro Jahr können wir bis zu 15 dieser Standorte mit dem Bagger als Kleingewässer wiederherstellen", berichtet Arno Schoppenhorst vom BUND. Weil im Blockland allerdings überall mit Blindgängern im Boden zu rechnen ist und damals häufig auch alte Munition in Bombenkratern entsorgt wurde, müssen die Naturschützer eng mit dem Kampfmittelräumdienst der Polizei kooperieren.

Diese enge Zusammenarbeit zahlte sich auch beim jüngsten Bombenfund aus. Landwirt Jürgen Wilkens ist jetzt, wo seine Flächen als bombenfrei gelten, sehr erleichtert. Der Bagger hat dann binnen kürzester Zeit aus völlig zugewachsenen Bombenlöchern ein paar ökologisch hochwertige Kleingewässer modelliert.

"In wenigen Tagen, wenn die Laichzeit der Amphibien und die Brutzeit der Wiesenvögel beginnt, werden wir uns von der ökologischen Wirkung dieser Pflegemaßnahme überzeugen können", so die Prognose von Arno Schoppenhorst als Betreuer des Landschaftsschutzgebietes, der das Programm erstmal noch bis 2013 fortführen kann.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+