Bremer Geschäftsleute verkaufen Wein und unterstützen damit einen Spendenfonds / Drei Euro pro Flasche für den guten Zweck

Bordeaux und Riesling als Hilfe für die Krebsgesellschaft

Bremen. Eine Flasche Wein gegen den Krebs – das geht nicht? Vielleicht doch. Der Verein AVS & Friends und seine Partner wollen es zumindest versuchen.
15.12.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Bordeaux und Riesling als Hilfe für die Krebsgesellschaft
Von André Fesser
Bordeaux und Riesling als Hilfe für die Krebsgesellschaft

Weinverkauf für den Kampf gegen Krebs (von links): Tim Kalbhenn, Julia Lübcke und Andreas von Salzen.

Frank Thomas Koch

Eine Flasche Wein gegen den Krebs – das geht nicht? Vielleicht doch. Der Verein AVS & Friends und seine Partner wollen es zumindest versuchen. Seit Kurzem verkaufen einige Bremer Weinhändler zwei ausgesuchte Weine für einen guten Zweck. Ein Teil des Verkaufspreises kommt dem von AVS & Friends unterstützten und der Bremer Krebsgesellschaft verwalteten Härtefonds „Hilfe in Not“ zugute. Mit dem Geld soll Menschen geholfen werden, die aufgrund einer Krebserkrankung in finanzielle Not geraten sind.

AVS & Friends ist ein Verein, der sich 2007 um den Bremer Kaufmann Andreas von Salzen gebildet hat. Von Salzen hatte zuvor selbst eine Krebserkrankung erlitten und nach seiner Genesung beschlossen, eine Initiative zum Kampf gegen den Krebs und dessen Folgen zu organisieren. Nach eigenen Angaben hat der Verein bislang mehr als 400 000 Euro gesammelt. Das Geld kam unter anderem mithilfe großer Spendengalas zusammen, die das Team um von Salzen im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstaltet.

Nun also soll der Weinverkauf den Härtefonds weiter füllen. Die Initiative zu diesem Projekt kam vom Bremer Weinhändler Tim Kalbhenn, und es war ein trauriger Anlass, der ihn auf die Idee kommen ließ. Denn Kalbhenns Bruder ist vor einigen Monaten infolge einer Krebserkrankung gestorben. Der Weinhändler beschloss, sich zu engagieren und steckte seinen Bekanntenkreis mit dieser Idee an. Herausgekommen ist der „Botschafter“, ein Wein also, der eine Botschaft transportieren soll, wie Julia Lübcke verrät, die Geschäftsführerin des Weinimporteurs Reidemeister & Ulrichs: „Sie lautet: Genieße das Leben, aber tue auch etwas für die Menschen, denen es nicht so gut geht.“

Den „Botschafter“ gibt es in weiß und in rot, als Riesling und als Bordeaux. Und er ist nicht ganz billig: 13,85 Euro kostet eine Flasche, drei Euro davon fließen ohne Abzüge in den Härtefonds, versprechen die Projektverantwortlichen. Lübcke hat vor einigen Monaten mit ihrem Unternehmen den Kontakt zu Winzern hergestellt und sie für die Beteiligung an dem Projekt gewinnen können. Die Weinanbauer fanden die Idee offenbar gut, denn sie kamen den Bremern beim Preis entgegen: Normalerweise, so Weinhändler Kalbhenn, ginge eine derartige Qualität bei ihm zum Preis von 18 oder 19 Euro über den Ladentisch. Der Preis von knapp unter 14 Euro zeige, wie sehr sich die Winzer und die Ehrenamtlichen, die beispielsweise die Etiketten entworfen haben, für das Projekt engagieren.

Zunächst gibt es vom „Botschafter“ 6000 Flaschen, allein in den ersten zwei Verkaufswochen seien rund 1000 Flaschen verkauft worden, sagt Andreas von Salzen. Die Bremer Anti-Krebs-Botschafter haben mit diesem Erfolg offensichtlich gerechnet, denn sie haben bei ihren Winzern bereits 6000 weitere Flaschen für ihr Projekt reserviert. Die Weine sind bislang in den Weinhandlungen Julius Kalbhenn und Ludwig von Kapff erhältlich, demnächst sollen sie auch in Bremer Gastronomiebetrieben ausgeschenkt werden.

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