Duckwitzstraße 69 Bordell soll nach wie vor eröffnen

Es ist still geworden um das geplante Bordell in der Duckwitzstraße 69. Doch das könnte sich bald ändern.
18.08.2018, 14:12
Lesedauer: 2 Min
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Bordell soll nach wie vor eröffnen
Von Kristin Hermann

Noch sieht es lange nicht so aus, als würden an diesem Ort in naher Zukunft Sexarbeiterinnen und entsprechende Kunden eines solchen Etablissements ein und aus gehen. Es ist ruhig geworden, um das geplante Bordell in der Duckwitzstraße 69. Draußen vor der Tür der alten Villa sind zwei Container aufgebaut, vereinzelt liegen Baureste auf dem Grundstück verteilt. Doch was ist das? Die Tür steht offen. Ein einzelner Handwerker ist dort zugange, viel ist jedoch in den vergangenen Monaten noch nicht passiert.

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte die Baubehörde eine Baugenehmigung für das Haus nahe der Ochtum erteilt. "Eros-Center" sollte das Laufhaus heißen. Der Bauantrag sah ein Großbordell mit zwei Etagen und insgesamt 24 Zimmern mit Doppelbetten vor. Auf jeder Etage waren dazu ein Bar-Bereich sowie ein Konferenzraum eingeplant. Etwa 50 bis 60 Frauen sollten dem Vernehmen nach dort im Schichtbetrieb arbeiten.

Seitdem ist jedoch nichts geschehen, doch das könnte sich im Laufe dieses Jahres noch ändern. Das bestätigt Marc Sauer dem WESER-KURIER auf Nachfrage. Er ist der Geschäftsführer der Klassvilla Grundstücks GmbH, der die Immobilie gehört. Klassvilla will das Bordell nach eigenen Angaben aber nicht selbst eröffnen. Wer die Betreiber sind, damit rücken die Eigentümer jedoch nach wie vor nicht raus. Man gehe jedoch davon aus, dass dort spätestens bis Ende des Jahres der Betrieb starte, so Sauer. Der Geschäftsführer ließ durchblicken, dass er selbst überrascht davon sei, wie lange seit dem Erhalt der Baugenehmigung nichts passiert sei.

Das geplante Bordell in der Neustadt hatte im Stadtteil Protest der Anwohner und auch Kritik des Beirates auf sich gezogen. Eine Anwohner-Initiative hatte sich gegründet und Demonstrationen organisiert. Um den Umbau an der Duckwitzstraße zu verhindern, hatte sie zudem eine Petition gestartet und mehr als 500 Unterschriften gesammelt. Die Initiative trifft sich noch immer, nun allerdings, um auf das Thema Prostitution grundsätzlich aufmerksam zu machen. In der Duckwitzstraße sei man aufgrund der erteilten Baugenehmigung eher pessimistisch, noch etwas erreichen zu können, sagt Renate Rochner von der Initiative. Sie beobachte interessiert, wie dort nun regelmäßig Handwerker anrücken.

Auch der Handwerker vor Ort bestätigt, dass dort voraussichtlich noch in diesem Jahr der Betrieb starten soll. Eine entscheidende Sache fehlt dazu bisher allerdings noch. In der Wirtschaftsbehörde ist bisher noch kein Antrag auf Erlaubnis für den Betrieb einer Prostitutionsstätte eingegangen, wie der Sprecher der Behörde, Tim Cordßen, mitteilt. Wie viel Vorlauf dafür benötigt wird, könne das Ressort bisher nicht einschätzen. Seit der Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes im vergangenen Jahr habe noch kein neues Bordell in der Stadt eröffnet. Die Auflagen für Betreiber sind im Zuge dessen strenger geworden: Sie müssen unter anderem ein Betriebskonzept vorlegen und einer Zuverlässigkeitsprüfung unterzogen werden.

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