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Borgward kommt zurück nach Bremen

Nach Informationen des WESER-KURIERS sollen in Bremen jährlich bis zu 10.000 Borgward-Fahrzeuge gefertigt werden, die rein elektrisch fahren.
21.10.2016, 15:11
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Borgward kommt zurück nach Bremen
Von Peter Hanuschke
Borgward kommt zurück nach Bremen

Die traditionsreiche Auto-Marke Borgward könnte bald wieder in Bremen produziert werden.

dpa

Nach Informationen des WESER-KURIERS sollen in Bremen jährlich bis zu 10.000 Borgward-Fahrzeuge gefertigt werden, die rein elektrisch fahren.

Ist der in China reanimierte ehemalige Bremer Automobilhersteller Borgward auf der Suche nach einer Produktionsstätte in Deutschland fündig geworden? Werden künftig Autos der früheren Traditionsmarke in Bremen oder in Bremerhaven montiert? Es gibt klare Hinweise, die auf mehr als nur auf ein Gedankenspiel hindeuten. Nach Informationen des WESER-KURIER sollen hier jährlich bis zu 10 000 Borgward-Fahrzeuge gefertigt werden, die rein elektrisch fahren.

Dass das Unternehmen, das mehrheitlich zum chinesischen Lkw-Hersteller Foton gehört und bereits mit der Produktion eines SUV mit Verbrennungsmotor in China begonnen hat, eine Produktionsstätte in Deutschland sucht, ist seit Monaten bekannt. Ob diese Suche abgeschlossen ist, das wird sich am kommenden Mittwoch zeigen: Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) und die Borgward Group AG haben zu einer gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen und sich, was den Inhalt angeht, bis dahin auf ein Stillschweigen verständigt.

Keine nostalgischen Gründe für Rückkehr

Es ist davon auszugehen, dass es dabei um ein Thema gehen wird, das konkret etwas mit Bremen und Borgward zu tun hat. Angedeutet wurde von den verantwortlichen Stellen, dass es sich um eine „ganz große Sache“ handeln werde. Den passenden Rahmen haben die Protagonisten dafür auf jeden Fall gewählt: Die Pressekonferenz findet im Festsaal des Bremer Rathauses statt – ein nicht alltäglicher Vorgang.

Auf Nachfrage heißt es beim noch jungen Automobilhersteller: „Lassen Sie sich überraschen.“ Der Sprecher der Borgward AG bittet um Verständnis, dass es an diesem Freitag keine weiteren Einzelheiten zu dem Termin geben wird. Immerhin kündigt er dann noch an, dass das Unternehmen am Mittwoch über seine weiteren Schritte in Europa informieren wird.

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Dass sich das Unternehmen, das seinen Firmensitz in Stuttgart hat, Bremen nur aus nostalgischen Gründen als Montagestandort ausgesucht hat, ist unwahrscheinlich. Da muss mehr dahinter stecken. Borgward – bis zum Konkurs 1961 der drittgrößte Automobilhersteller in Deutschland – will im vierten Quartal 2017 die ersten Fahrzeuge im deutschsprachigen Raum verkaufen und später in andere EU-Staaten exportieren. Und Borgward-Chef Ulrich Walker hatte bereits im März verkündet, dass der Verkaufsstart dann mit reinen Elektrofahrzeugen und Plug-In-Hybriden erfolgen soll.

Wirtschaftressort buhlt erfolgreich

Nach Informationen des WESER-KURIER soll das Montagewerk auf einer 10 000 Quadratmeter großen Fläche entstehen. Wo genau, soll noch nicht feststehen. Allerdings wird wohl ein Areal in Bremerhaven favorisiert, es soll aber auch noch eine Möglichkeit in Bremen geprüft werden.

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Offensichtlich war das Bremer Wirtschaftsressort beim Buhlen um Borgward erfolgreich: Im März hatte Senator Günthner sich schriftlich an die Unternehmenszentrale in Stuttgart mit dem Angebot gewandt, „gemeinsam mit Ihnen über die Möglichkeiten der Ansiedlung eines zukünftigen Borgward-Produktionsstandortes in Bremen zu sprechen“. Bremen sei ein gleichzeitig moderner und traditioneller Automobilstandort, der mit der Marke Borgward historisch verbunden sei. „Zudem verfügen wir über ein starkes Automotivnetzwerk mit Zulieferern, logistischen Kompetenzen und interessanten Flächenpotenzialen“, heißt es in dem Schreiben.

Den Kontakt zwischen dem Wirtschaftsressort und Borgward gibt es schon länger: 2010 hatte es bereits einen Austausch gegeben, und im April 2015 hatte Borgward der Wirtschaftsförderung Bremen mitgeteilt, dass das Unternehmen bei der Standortsuche auf Bremen zurückkommen werde. Dass die Seestadt Favorit Nummer eins bei der Standortwahl für eine Produktion oder als Importhafen mit Montagefunktion sein könnte, dafür hatte Günthner zusammen mit Bremerhavens Bürgermeister Melf Grantz (SPD) schon im Januar schriftlich bei Borgward geworben.

Ein konkretes Produktionsengagement Borgwards in Deutschland sei ihm nicht bekannt, sagte am Freitag Stefan Bratzel, Leiter des Automotive-Centers an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch Gladbach. „Man könnte es fast als heroisch bezeichnen, wenn jemand auf die Idee käme, in Deutschland eine neue Produktion in diesem eng besetzten Markt aufziehen zu wollen.“ Sollte das mit herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erfolgen, sei solch ein Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die Chance, im Markt zu bestehen, wäre größer, „wenn man dafür ein tolles Elektrofahrzeug hätte“, urteilt der Autoexperte.

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