Gezielte Attacke gegen Migranten Brandanschlag: Tat von Nachbarn

Bremen. Zu dem Brandanschlag auf ein von Migranten bewohntes Haus in Woltmershausen hat die Polizei gestern über weitere Einzelheiten informiert. Demnach waren es drei Männer, 25, 31 und 33 Jahre alt, und eine 43-jährige Frau, die in der Nacht zu Sonnabend vor der Tür des Hauses Feuer gelegt hatten. Sie wurden nach der Tat vorläufig festgenommen, später aber wieder freigelassen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung und spricht von einem politisch motivierten Hintergrund der Tat.
30.07.2012, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Brandanschlag: Tat von Nachbarn
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Zu dem Brandanschlag auf ein von Migranten bewohntes Haus in Woltmershausen hat die Polizei gestern über weitere Einzelheiten informiert. Demnach waren es drei Männer, 25, 31 und 33 Jahre alt, und eine 43-jährige Frau, die in der Nacht zu Sonnabend vor der Tür des Hauses Feuer gelegt hatten. Sie wurden nach der Tat vorläufig festgenommen, später aber wieder freigelassen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung und spricht von einem politisch motivierten Hintergrund der Tat.

Zum Hergang erklärt die Polizei, dass der 20 Jahre alte Sohn der betroffenen Migrantenfamilie gegen halb vier in der Nacht nach Hause kam und dabei von den alkoholisierten Tatverdächtigen, die in der Nachbarschaft feierten, lautstark mit "Ausländer raus!" angepöbelt wurde. Der junge Mann ignorierte die Rufe und ging in sein Haus. Kurze Zeit später klingelte es an der Tür und als der Mann nachsah, entdeckte er einen Feuerschein. Nach Darstellung der Polizei war es ein brennender Lappen, der schnell gelöscht werden konnte. Vor der Tür musste sich der Mann weitere ausländerfeindliche Parolen anhören. Er verständigte sofort die Polizei, die umgehend am Tatort eintraf. Währenddessen hatten die Tatverdächtigen auch noch die Scheibe der Eingangstür eingeschlagen.

In dem Haus der Migranten wohnt eine Mutter mit ihren sieben Kindern, das jüngste ist drei Jahre alt. Mit dem Nachbarn habe es zuvor keine Probleme gegeben, sagte die Familie unserer Zeitung. Nach Erkenntnissen der Polizei sind die vier Tatverdächtigen bisher nicht mit ausländerfeindlichen Straftaten in Erscheinung getreten.

Die Polizei hatte am Sonnabend erst auf Nachfrage über den Brandanschlag informiert.

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