Plädoyers am Landgericht Bremen

Brandstifter soll hinter Gitter

Die Staatsanwaltschaft hält die schwere Brandstiftung in vier Fällen für bewiesen. Fünfeinhalb Jahre soll der 22-jährige Angeklagte ins Gefängnis. Seine Verteidiger sehen das komplett anders.
04.05.2020, 13:39
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Brandstifter soll hinter Gitter
Von Ralf Michel
Brandstifter soll hinter Gitter

Das Landgericht Bremen an der Domsheide.

Karsten Klama

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, dann wird der 22-jährige Angeklagte wegen schwerer Brandstiftung in vier Fällen zu einer Einheitsjugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Haftbefehl gegen den Mann soll aufrecht und in Vollzug zu belassen werden, forderte der Vertreter der Anklage am Montag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft haben sich die Anklagevorwürfe gegen den 22-Jährigen vollumfänglich bestätigt. Er soll im Zeitraum zwischen 30. Januar 2017 und 12. März 2019 in Bremerhaven in vier Fällen schwere Brandstiftung begangen haben. Betroffen waren jeweils Mehrfamilienhäuser, und zwar stets die Wohnung, in der er selbst lebte. In drei Fällen konnten die anderen Bewohner des jeweiligen Gebäudes eigenständig flüchten, einmal musste die Feuerwehr das Wohnhausevakuieren. Nach einem der Brände mussten mehrere Personen stationär behandelt werden.

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Bei den Tatvorwürfen bestand die Besonderheit, dass drei Straftaten im Heranwachsenendenalter und eine im Erwachsenenalter begangen wurden. Die Staatsanwaltschaft plädierte insgesamt auf Anwendung von Jugendstrafrecht.

Die beiden Verteidiger forderten in drei der angeklagten Fälle einen Freispruch für ihren Mandanten, im vierten eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zudem beantragten beide, den Haftbefehl gegen den 22-Jährigen aufzuheben beziehungsweise außer Vollzug zu setzen.

Das Urteil wird am Montag, 11. Mai, um 9 Uhr verkündet.

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