Standort und Grundstück unklar

Brebau plant in Bremen die erste Schule

In Bremen gilt seit diesem Jahr die Schuldenbremse. Gleichzeitig muss viel Geld für den Neubau von Schulen ausgegeben werden. Investieren wird jetzt die Brebau. Ein erstes Projekt ist in der Planung.
04.02.2020, 21:29
Lesedauer: 3 Min
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Brebau plant in Bremen die erste Schule
Von Jürgen Hinrichs
Brebau plant in Bremen die erste Schule

Brebau will demnächst in den Schulbau einsteigen. Wie das konkret aussehen soll, steht noch nicht fest.

Marcus Bredt / gmp Architekten

In Bremen wird die Brebau demnächst in den Schulbau einsteigen. Am Dienstag haben sich die städtische Bau- und Wohnungsgesellschaft und der Senat entsprechend geäußert. Dem Vernehmen nach, aber noch nicht offiziell bestätigt, gibt es zwischen der Brebau und den Ressorts Bildung und Bau bereits Verhandlungen über den Standort der Schule und die Auswahl des Grundstücks.

Brebau-Chef Bernd Botzenhardt will im Gespräch mit dem WESER-KURIER so konkret noch nicht werden. Er bestätigt aber, dass sein Unternehmen gerade dabei ist, ein neues Geschäftsfeld für Bildungsbauten voranzutreiben. „Das gilt übrigens nicht nur für Bremen, wir schauen auch nach Oldenburg, Hannover, Wildeshausen, Stade und zu anderen Orten“, sagt der Geschäftsführer. Die Brebau prüfe, ob Flächen, die das Unternehmen in seinem Bestand hat, mit der Schulentwicklungsplanung übereinstimmen. „Dann bieten wir sie an.“ Über welchen Standort und welches Grundstück zurzeit mit den Behörden geredet wird, wo also schon bald eine neue Schule entstehen könnte, die Bremen dann von der Brebau anmietet, wollte Botzenhardt nicht verraten.

Neues Geschäftsfeld

„Dem Senat ist bekannt, dass es bei der Brebau Überlegungen gibt, aus eigenen wirtschaftlichen Interessen den Schulbau als neues Geschäftsfeld zu erschließen. Der Senat begrüßt dies ausdrücklich“, erklärt Senatssprecher Christian Dohle. Bremen stehe angesichts steigender Schülerzahlen vor gewaltigen Herausforderungen. Dohle: „Es ist der erklärte Wille, dabei in Zukunft neben dem Eigenbau mit Immobilien Bremen verstärkt auf die Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Baugesellschaften zu setzen.“

Dass es zu dem offenbar bereits sehr handfesten Schulbauprojekt der Brebau bisher nur vage Informationen und allgemeine Einschätzungen gibt, hat seinen Grund: Bremen unterliegt seit diesem Jahr der Schuldenbremse. Keine Kredite mehr, auch nicht für den dringend benötigten Bau von Schulen. Der Ausweg, stattdessen die Brebau zu beauftragen oder die um einiges größere teilstädtische Bau- und Wohnungsgesellschaft Gewoba, ist verbaut. Das Verbot, für öffentliche Zwecke Geld aufzunehmen, bezieht sich auch auf Unternehmen, die von Bremen beherrscht werden.

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Trotzdem kommt nun mindestens die Brebau ins Spiel. Wenn die Gesellschaft nämlich nachweisen kann, dass sie aus ureigenem wirtschaftlichen Interesse handelt und trotz des halben Senats, der im Aufsichtsrat sitzt, keinen politischen Vorgaben folgt, sollte die Kreditaufnahme für Bauprojekte möglich sein. Dafür muss jeder Anschein von irregulärer Einflussnahme vermieden werden. Deshalb die Vorsicht bei den Akteuren.

Aus der Opposition kommt kein Widerspruch. „Es sollte jeder mögliche Weg gegangen werden, um dafür zu sorgen, dass die Kinder einen vernünftigen Schulplatz bekommen, wenn sie die Kita verlassen“, sagt Jens Eckhoff, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. Wichtig sei nur, die Baukosten im Blick zu behalten. Das sei in der Vergangenheit beim Kitabau nicht immer gelungen. Eckhoff: „Bei der Brebau ist das, glaube ich, in besseren Händen als bei Immobilien Bremen.“

Investitionen in Gewerbe und Büroimmobilien

Die Brebau verfügt nach eigenen Angaben über rund 6000 eigene Wohnungen und hat weitere 4500 Einheiten in der Verwaltung. Das ist der Schwerpunkt des Unternehmens. Investiert wurde in der Vergangenheit aber auch in Gewerbe- und Büroimmobilien. Aus Sicht des Bremer Bürgermeisters der richtige Weg: Die Brebau sei gut beraten, sich mittelfristig nach neuen Geschäftsfeldern umzuschauen, „denn der Boom im Wohnungsbau ist endlich“, hatte Andreas Bovenschulte gesagt.

Der Bürgermeister ist Vorsitzender einer Kommission für den Schul- und Kitabau. Das Gremium soll für schnelle Entscheidungen sorgen. Bremen hat wenig Zeit, um auf den Anstieg der Schülerzahlen zu reagieren. Für manche Stadtteile rechnet der Senat bis zum Jahr 2025 mit einer überproportionalen Zunahme – allein im Bremer Westen mit knapp 25 Prozent im Primarbereich und rund 15 Prozent im Sek-I-Bereich. Um dieser Entwicklung zu begegnen, sollen nach Angaben der Behörden an 93 allgemeinbildenden Schulen Neu- oder Ersatzbauten entstehen. Hinzu kommen sieben komplette Neubauten. Drei davon sind unter der Ägide von Immobilien Bremen bereits in Arbeit.

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