Keine Hinweise auf Fremdverschulden

35-Jähriger stirbt in Polizeigewahrsam

Ein 35 Jahre alter Mann ist am Sonntag in einer Polizeizelle leblos aufgefunden worden. Der Mann war zuvor nach dem Aufbruch eines Zigarettenautomaten mit weiteren Tatverdächtigen festgenommen worden.
02.08.2021, 15:41
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von rab
35-Jähriger stirbt in Polizeigewahrsam

Ein 35-jähriger festgenommener Tatverdächtiger ist am Sonntagabend in einer Zelle des Bremer Polizeipräsidiums leblos aufgefunden worden. (Symbolbild).

Friso Gentsch

Ein 35 Jahre alter Mann ist am Sonntagabend in einer Zelle im Polizeipräsidium in der Bremer Vahr leblos aufgefunden worden. Der Mann war zuvor nach dem Aufbruch eines Zigarettenautomaten mit weiteren Tatverdächtigen festgenommen worden. "Derzeit gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden" am Tod des 35-Jährigen, teilen die Beamten mit. 

Ein Anwohner der Gröpelinger Heerstraße hatte am frühen Sonntagmorgen einen lauten Knall gehört und drei Männer entdeckt, die im Begriff waren, einen Zigarettenautomaten aufzubrechen. Die alarmierten Einsatzkräfte der Polizei nahmen noch in Tatortnähe die drei 25, 35 und 37 Jahre alten Verdächtigen fest. In einem Auto fanden die Beamten einen Sack mit etwa 250 Schachteln Zigaretten. Auch das vermeintliche Aufbruchwerkzeug konnten die Einsatzkräfte sicherstellen.

Nach einer ärztlichen Untersuchung wurden die drei Männer ins Polizeipräsidium gebracht. Der 25- und der 37-Jährige standen "offensichtlich unter Drogenentzug und wurden vorsorglich in eine Klinik gebracht", heißt es im Bericht der Polizei. "Bei dem 35-Jährigen zeigten sich keine Ausfallerscheinungen."

Die Zelle, in der der 35-Jährige untergebracht war, wurde regelmäßig kontrolliert, so die Polizei. Am Abend sollte der Tatverdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden. "Als der Transport zum Gericht anstand, wurde der 35 Jahre alte Mann aus Russland leblos in der Zelle vorgefunden." Die Polizisten leiteten unter anderem mit dem Einsatz eines Defibrillators umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, Rettungskräfte und ein Notarzt der Feuerwehr Bremen wurden hinzugezogen. Die Reanimation verliefen erfolglos. "Es ergaben sich bisher keine Hinweise auf ein Fremdverschulden oder ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Gewahrsamsordnung", so die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft Bremen hat Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen. Das Referat Interne Ermittlungen beim Senator für Inneres hat einen Prüfvorgang zur Untersuchung der durchgeführten Maßnahmen eingeleitet.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+