Senat beschließt neue Lockerungen Grünes Licht für Freizeitsport in Bremen

Der Bremer Senat lockert die Beschränkungen des Alltags weiter. Ab dem 27. Mai dürfen Fitnessstudios und Turnhallen unter Auflagen öffnen. Auch Schwimmengehen wird ab Juni wieder möglich.
20.05.2020, 05:00
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Von J. Niemeyer, M. Sonnenberg, L. Urlbauer und N. Willborn

Fitnessfreunde und Freizeitsportler brauchen noch eine Woche Geduld, aber dann dürfen sie ihren Hobbys wieder nachgehen. Der Bremer Senat hat am Dienstag weitere Lockerungen für das Alltagsleben beschlossen. Ab Mittwoch, 27. Mai, sollen Sportstudios wieder öffnen dürfen, auch sportliche Betätigung in Hallen ist dann erlaubt – unter Auflagen, versteht sich.

Ab dem 1. Juni soll das Stadionbad als erstes Freibad der Stadt öffnen dürfen, ab Mitte Juni auch die übrigen. Für die Hallenbäder hat der Senat den 1. Juli als Starttermin ins Auge gefasst. Auch für die Bäder gilt aber: Einen normalen Betrieb wird es nicht geben. Was möglich ist und was nicht, sollen Hygienekonzepte regeln, die im Detail noch erarbeitet werden müssen.

Niedersachsen plant mit dem Übergang in die dritte Phase seines fünfstufigen Plans ab kommenden Montag ebenfalls weitere Lockerungen. So sollen Restaurants dann wieder mehr als die Hälfte ihrer Plätze vergeben dürfen, auch die Rückkehr von Indoor-Sportanlagen und Fitnesscentern ist möglich. Die genauen Pläne will die Landesregierung an diesem Freitag vorstellen. „Mit Blick auf das Infektionsgeschehen sind etwas größere Lockerungen angemessen“, erklärt Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

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In Bremen gilt künftig für den Sport in Hallen und Fitnessstudios, dass jede Person mindestens 20 Quadratmeter Platz haben muss. Auf Flächen im Freien und in den Grünanlagen bleibt die vorgegebene Bewegungsfläche bei zehn Quadratmetern. Zusätzlich müssen die verschiedenen Sport-Sparten Abstands- und Hygienekonzepte entwickeln. So wird es zum Beispiel nicht möglich sein, nach dem Training in der Halle oder im Studio zu duschen. Trainingsgruppen sollen möglichst klein gehalten und Fahrgemeinschaften vermieden werden.

Vor allem für kleinere Fitnessstudios könnte die 20-Quadratmeter-Regelung, die sich der Landessportbund als Richtschnur für Sport in der Halle gewünscht hatte, zum Problem werden. Bislang habe man für diese Studios noch keine Lösung gefunden, räumt Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) ein. „Wir werden uns die Situation zusammen mit dem Innenressort aber ansehen.“

Andreas Vroom, Präsident des Landessportbundes, hält die Lockerungen für den richtigen Schritt. "Ich weiß, dass die Umsetzung für einige Fitnessstudios schwierig ist", erklärt er, "aber ich hoffe, dass sich die Bilder aus Nordrhein-Westfalen in Bremen nicht wiederholen.“ Dort hatte die Wiedereröffnung von Fitnessstudios zu Menschenansammlungen geführt, viele Studios wirkten überfüllt.

Markus Begerow, Diplomsportlehrer sowie Geschäftsführer der Fitnessklub-Kette ULC in Bremen mit vier Betrieben, sagt: „Für unsere Mitglieder freut mich die Öffnung sehr, die müssen wieder trainieren. Aber unter wirtschaftlichen Aspekten lohnt sich das für uns nicht.“ Vor allem die kleineren Studios werden seiner Meinung nach unter den geforderten Bedingungen kaum Kurse anbieten können.

Lockerungen im Wettkampfsport hält Stahmann vorerst nicht für möglich. "Das steht aufgrund des dafür nötigen Körperkontakts in vielen Sportarten erst am Ende", erläutert sie, "damit müssen wir zum heutigen Zeitpunkt noch warten." Vroom sieht in der Lockerung der Kontaktverbote den nächsten Schritt auf dem Weg zurück in das normale Leben. "Aber wir wissen, dass es dafür noch Zeit braucht. Jetzt gilt es, die neuen Lockerungen mit Verantwortung umzusetzen.“

Verantwortung, vor allem die eigene, ist auch gefragt, wenn die Bremerinnen und Bremer ab Juni wieder in den Freibädern schwimmen wollen. Senatorin Stahmann ist sich sicher, dass sie für viele im Sommer eine zentrale Rolle spielen werden: „Viele Familien werden im Jahr Eins der Corona-Pandemie nicht in den Urlaub fahren. Umso wichtiger ist es, dass Bremen eine möglichst große Zahl seiner Freizeiteinrichtungen nutzbar macht.“

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Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder GmbH, erklärt, derzeit würden parallel zwei Strategien vorbereitet: Ein Konzept für Frei- und eines für die Hallenbäder. Vor allem in letzteren wird es mehr Beschränkungen geben, weil das Risiko einer Infektion dort höher ist.

Klar ist, dass auch beim Schwimmbadbesuch der Kontakt zwischen den Menschen möglichst gering gehalten werden soll. „Ich begrüße die Entscheidung des Senats und würde mich freuen, wenn sich alle Menschen an die gültigen Regeln halten und wir damit das Schwimmvergnügen auch sicherstellen können“, betont Baden.

Jenseits des Sports ist am Dienstag die vierte Corona-Verordnung des Senats in Kraft getreten. Sie regelt, dass die 14-tägige Quarantäne-Pflicht für Reisende aus EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz, Nordirland und Großbritannien entfällt. Außerdem dürfen Begegnungsstätten und Jugendfreizeitheime wieder öffnen.

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