Entwicklung von Eigentümern und Stadt Wohnungen und Gewerbe auf dem früheren Hachez-Gelände

Das ehemalige Hachez-Werk in der Bremer Neustadt hat seine Produktion eingestellt, um nach Woltmershausen umzuziehen. Auf dem Gelände sollen nun Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen.
09.02.2021, 05:00
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Wohnungen und Gewerbe auf dem früheren Hachez-Gelände
Von Florian Schwiegershausen

Auf dem ehemaligen Hachez-Gelände an der Westerstraße in der Neustadt soll eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe entstehen. Der dänische Süßwarenhersteller Toms, zu dem Hachez gehört, und die Stadt Bremen haben dazu eine gemeinsame Vereinbarung getroffen. Das haben das Wirtschafts- und das Umweltressort an diesem Montag mitgeteilt. Das mehr als ein Hektar große Gelände wollen das Unternehmen und die Stadt gemeinschaftlich entwickeln. Um die Planung kümmert sich die Bremer Immobilienfirma Robert C. Spies. Wie viele Wohnungen dort entstehen werden, lässt sich noch nicht sagen. Vom Bauressort heißt es, dass 30 Prozent davon auf alle Fälle sozial gefördert sein werden. Auf dem Gelände solle ein städtebaulich attraktives Quartier mit einer nachhaltigen, urbanen Nutzung entstehen, das zur Aufwertung der Neustadt beiträgt.

Ein Teil der Gewerbeflächen soll auch Unternehmensgründern zur Verfügung stehen – mit einer Verbindung zur Hochschule und mit Möglichkeiten für die Kreativwirtschaft. „Die Nähe zur Hochschule bringt spannende Synergien“, sagte Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter der Robert C. Spies Unternehmensgruppe. Auch das Ortsamt könnte hier eine neue Bleibe finden: mit einem multifunktionalen Saal. Lütjen ergänzte, dass es mit dem Baustart im Jahr 2023 so weit sein könne. Noch in diesem Jahr soll ein Bürgerbeteiligungsverfahren beginnen, um das neue Quartier zu planen.

Gekauft hat die Stadt das Gelände nun nicht. Dafür hatte sie sich im September 2019 ein Vorkaufsrecht gesichert. Die Fläche in der Westerstraße hätte die Stadt dann zu einem Preis erwerben müssen, den zuvor ein Unternehmen auf dem freien Markt geboten hätte. Vom Bauressort heißt es dazu, dass die Toms-Gruppe das Areal gar nicht verkaufen wollte und man daher auch kein Vorkaufsrecht gezogen habe. Es sei also jetzt darum gegangen, dass der dänische Süßwarenhersteller das Gelände nach den Vorstellungen der Stadt entwickelt.

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Bei dem am Montag vorgestellten Plan handelt es sich um einen Letter of Intent, also eine sogenannte Absichtserklärung. Der Sprecher des Bauressorts, Jens Tittmann, sieht dies als vertraglich bindend an: „Es ist auch eine Vertragsform, in der die städtebaulichen Vorgaben formuliert sind, die Bremen anstrebt.“ Sollte Toms diese Vorgaben nicht umsetzen, hätte Bremen laut Tittmann wieder das Vorkaufsrecht. Laut Wirtschaftsressort sind 50 Prozent für Wohnbebauung vorgesehen, 30 Prozent sollen gewerbliche Fläche werden und 20 Prozent der „hybriden Nutzung“ dienen. Darunter fallen etwa die Flächen für das Ortsamt oder mit Bezug zur Hochschule. Es sei auch ein dänisches Architekturbüro beauftragt, das sich zum Gelände Gedanken machen soll.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) mutmaßt, dass hier 500 Arbeitsplätze entstehen könnten. Sie und Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) begrüßten, wie man gemeinsam mit der Toms-Gruppe zu dieser Lösung gekommen sei. Im vergangenen August zog Hachez mit seinen 70 Beschäftigten vom alten Areal nach Woltmershausen ins Tabakquartier um. Für den Schokoladenhersteller war das alte Gelände zu groß geworden, nachdem die Produktion vor gut einem Jahr nach Polen verlagert worden war.

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