Ziel verfehlt

Bremen baut zwar, aber noch nicht genug

Zwar hat es in Bremen einen signifikanten Anstieg bei den Neubauten gegeben, von 656 im Jahr 2011 auf 1809 im vergangenen Jahr. Das angestrebte Volumen ist damit aber noch lange nicht erreicht.
14.08.2019, 19:41
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Bremen baut zwar, aber noch nicht genug
Von Jürgen Hinrichs
Bremen baut zwar, aber noch nicht genug

Der Bauboom schafft Engpässe. Nicht überall drehen sich deshalb die Kräne.

Arne Dedert/DPA

Bremen benötigt mehr Wohnungen, nicht nur, aber auch für Menschen mit geringem Einkommen. Der neue Senat hat sich für die nächsten vier Jahre zum Ziel gesetzt, 10.000 zusätzliche Einheiten zu schaffen. Die Regierung vorher hatte sich das auch schon vorgenommen. Das Ergebnis sieht bislang so aus: Zwar hat es in der Stadt einen signifikanten Anstieg bei den Neubauten gegeben, von 656 im Jahr 2011 auf 1809 im vergangenen Jahr. Das angestrebte Volumen ist damit aber noch lange nicht erreicht. Bei den Sozialwohnungen sind im Durchschnitt etwas mehr als 100 pro Jahr hinzugekommen. Nach Mitteilung des Senats lagen für dieses Segment im vergangenen Jahr 1116 Anmeldungen vor. Im selben Jahr sind allerdings 534 Sozialwohnungen aus der Bindung herausgefallen, weil die Frist ausgelaufen war.

Joachim Lohse, bis zu diesem Donnerstag Bausenator, hatte die jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamtes zum Wohnungsbestand und Bauwesen in Bremen mit Freude aufgenommen. Baugenehmigungen und Fertigstellungen bewegten sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Lohse äußerte aber auch auch Bedenken: „Sorge bereitet mir der Rückgang der Anträge. Das erste Mal seit fünf Jahren wurden weniger als 2000 Wohneinheiten neu beantragt, obwohl genügend baufertige Flächen vorhanden sind.“

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Lohse wies außerdem auf die Lücke hin, die zwischen der Anzahl der Baugenehmigungen und den Fertigstellungen besteht. Seit dem Jahr 2014 seien insgesamt 10 607 Wohneinheiten genehmigt worden, jedoch nur 7682 fertiggestellt. „Es rollen also noch mehrere Tausend Wohnungen auf den Markt zu.“ Der Engpass liege nicht etwa bei der Baubehörde, sondern bei den Baufirmen, die wegen des anhaltenden Baubooms mit der Arbeit nicht mehr hinterherkämen. Eine weitere Seite des Problems benannte Lohse so: „Ich möchte deutlich darauf hinweisen, dass es eine reale Gefahr gibt, dass Grundstücke, für die wir Baugenehmigungen erteilt haben, zu Spekulationsobjekten werden.“ Baureife Flächen lassen sich besser verkaufen und sind in den vergangenen Jahren enorm im Wert gestiegen.

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