FDP: Masken-Ausgabe ein „Desaster“

Bremer Senatorin weist Kritik zu Gratis-Masken zurück

Die FDP hält die Gratis-Abgabe von FFP2-Masken für ein „Desaster“ und bezweifelt, ob die Masken für den Infektionsschutz taugen. Die Gesundheitssenatorin weist dies als „unangebrachte Verunsicherung“ zurück.
14.11.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremer Senatorin weist Kritik zu Gratis-Masken zurück
Von Sabine Doll
Bremer Senatorin weist Kritik zu Gratis-Masken zurück

In Bremen werden seit dem 13. November FFP2-Masken kostenfrei an Senioren ab 65 Jahren abgegeben.

Hauke-Christian Dittrich / dpa

"Desaster", "blinder Aktionismus", "gut gemeint und schlecht gemacht" – aus Sicht der FDP verursacht die Gratis-Abgabe von FFP2-Masken "chaotische Zustände". Dies habe der Auftakt an diesem Freitag gezeigt, moniert die stellvertretende Landesvorsitzende, Bettina Schiller. "Der Senat hat die Apotheken mit einer derartig unorganisierten Aktion völlig überfordert.

Schon vor Ladenöffnung bildeten sich vor manchen Apotheken lange Schlangen, kurz danach waren in vielen Apotheken sämtliche Masken vergriffen." Dazu komme, dass die verteilten Masken offensichtlich ohne CE-Prüfsiegel oder ein sonstiges Zertifikat seien; Masken, deren Verkauf in Apotheken kurz vorher aus Sicherheitsgründen noch untersagt gewesen sei. Schiller: "Es darf also bezweifelt werden, ob diese Masken aus Senatsbestand überhaupt für den erforderlichen Infektionsschutz taugen."

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Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) weist die Kritik zurück: „Die Masken wurden durch das Gewerbeaufsichtsamt geprüft und haben alle das Zertifikat KN95- oder FFP2-Maske. Dadurch wird nur Verunsicherung gesät, die absolut unangebracht ist.“ Die Masken entsprechen laut der Behörde dem europäischen Standard VO (EU) 2016/425 und der zugehörigen Norm EN149 (FFP2) oder dem chinesischen Standard GB 2626-2006 (KN95). Die Masken nach chinesischem Standard dürften nur vertrieben werden, wenn der vergleichbare Infektionsschutz wie bei FFP2-Masken erreicht werde. Der Verkauf dieser Masken sei aktuell bis 31. März 2021 zugelassen.

Auch SPD-Fraktionschef Mustafa Güngör greift Schiller für ihre Aussagen an: Dass die FDP Zweifel am Schutz der Masken wecke und Ängste schüre, sei nichts anderes als der Versuch, sich zu profilieren. „In der aktuellen Pandemie-Situation ist eine solche Angstmache aus politischem Kalkül das Letzte, was wir brauchen.“ Von einem Desaster zu sprechen, sei „völlig daneben“. Güngör verweist auf den FDP-Bundesvorsitzenden: Christian Linder schlug am Freitag im „ARD-Morgenmagazin“ die kostenlose Verteilung von FFP2-Masken über Apotheken an Ältere und Vorerkrankte vor. In Bremen das Verfahren zu kritisieren und auf Bundesebene zu fordern, passe nicht zusammen und sei Opposition zum Selbstzweck.

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