Vom Bürgerpark bis nach Gröpelingen Bremen bekommt eine neue Straßenbahnlinie

Bremen erhält ab April 2019 eine weitere Straßenbahnlinie. Mit der Linie 5 soll es möglich sein, vom Hauptbahnhof ohne Umsteigen in die Überseestadt zu fahren.
12.06.2018, 14:58
Lesedauer: 3 Min
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Bremen bekommt eine neue Straßenbahnlinie
Von Anne Gerling

Ohne Umsteigestopp und auf eigener Trasse am Stau vorbei können Fahrgäste der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) ab April vom Hauptbahnhof aus den vorderen Teil der Überseestadt erreichen. Möglich macht das die neue Straßenbahnlinie 5. Sie soll laut Sommerfahrplan 2019 vom Hauptbahnhof über Falkenstraße und Daniel-von-Büren-Straße zur Eduard-Schopf-Allee und von dort aus auf der Strecke der Linie 3 bis nach Gröpelingen verkehren.

Mit dieser Maßnahme werden zukünftig die Haltestellen Konsul-Smidt-Straße, Europahafen und Eduard-Schopf-Allee in der Überseestadt unmittelbar an den Hauptbahnhof angebunden. Von der neuen Verbindung profitieren könnte dabei auch das Einkaufszentrum Waterfront in Gröpelingen, dessen Kunden dann erstmals bequem vom Hauptbahnhof aus durchfahren können.

Anders als die Linie 3 soll die Linie 5 dabei nicht an den laut BSAG weniger genutzten Haltestellen Kap-Horn-Straße, Goosestraße, Grasberger Straße, Jadestraße und Emder Straße stoppen. Somit werde die neue Linie die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Gröpelingen ebenso schnell zurücklegen wie die Linie 10.

Mehr Fahrgäste in Richtung Überseestadt

Die Planer erhoffen sich von der neuen Straßenbahnlinie insbesondere mehr Fahrgäste in Richtung Überseestadt. „Mit dem neuen Angebot reagieren wir auf die angespannte Verkehrssituation in der Überseestadt“, erklärte dazu BSAG-Vorstand Michael Hünig. „Dort, wo der motorisierte Individualverkehr Stau verursacht, ist die Straßenbahn,die in diesem Bereich in einem eigenen Gleisbett unterwegs ist, das schnellste Verkehrsmittel.“

„Das Thema Verkehr in der Überseestadt bewegt die Menschen seit geraumer Zeit. Viele klagen über den Verkehr. Mit der neuen Linie wird sich der ÖPNV zur attraktiven Alternative für diesen dynamisch wachsenden Stadtteil entwickeln“, sagte Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne).

Ihm zufolge nutzen bislang zwei Drittel der Menschen in der Überseestadt das Auto und nur ein Drittel umweltfreundliche Alternativen wie den öffentlichen Personennahverkehr oder das Fahrrad. Durch die neue Straßenbahnlinie, so Lohse, „erhoffen wir uns eine erhebliche Verbesserung und Verlagerung des Verkehrs vom Auto auf die Straßenbahn“.

Laut BSAG soll die neue Linie 5 zunächst montags bis freitags fahren; finanziert wird das Angebot unter anderem dadurch, dass die BSAG zusätzliche Einsatzfahrzeuge der Linie 10 mit dem neuen Angebot der Linie 5 ersetzt und das Busnetz in der Überseestadt anpasst. Über die Buslinien 20, 26 und 28 soll die Überseestadt zukünftig besser an Walle, Findorff und die Universität angebunden werden.

Immer wieder war Michael Hünig zufolge versucht worden, die Buslinie 20 vom Kleingartengebiet Hohweg über das Osterfeuerbergviertel und die Überseestadt zur Haltestelle Messe zu verbessern. „Dies ist uns von der Taktung und der Verkehrsplanung her auch gelungen“, so Hünig, „doch wir mussten immer wieder feststellen, dass wir Verspätungen haben. Und wenn die A1 nicht mitspielt, stehen wir mit der Linie 20 auch mal eine Stunde im Stau.“

Weiterführung der Gleise ist Wunschziel der Waller

Überlegungen, die Buslinie 20 mit der Straßenbahnlinie 3 zu verbinden, seien aus Kostengründen wieder verworfen worden, so Hünig. Schließlich sei man mit dem Senator in die Debatte eingestiegen, wie man das Bus-Netz in der Überseestadt verbessern und vor allem staufrei von der Überseestadt zum Hauptbahnhof kommen könnte.

„Wir sind uns sicher, dass das ein Fortschritt ist für die Menschen, die im Europahafen und umzu arbeiten, weil das die Direktverbindung ohne jede Art von Stau durchgängig bis zum Hauptbahnhof zur Folge hat.“ Der Waller Beiratssprecher Wolfgang Golinski (SPD) reagierte positiv auf die Ankündigung der neuen Straßenbahnlinie. „Ich finde es gut, dass es so kommt“, sagte er.

Nun gelte es, die Fahrgäste an die Straßenbahnzu bekommen: „Uns ist wichtig, dass die Menschen im nördlichen Teil der Überseestadt mit dem Bus an die Straßenbahn gebracht werden. Es ist gut, dass auch BSAG und Verkehrssenator das erkannt haben und dass dort nun die Busse 26 und 28 fahren sollen.“ Langfristiges Wunschziel der Waller bleibe aber die Weiterführung der Straßenbahngleise bis zum Wendebecken.

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