Thema im Haushalts- und Finanzausschuss

Pandemie drückt Geno-Erlöse

Der Klinikkonzern Gesundheit Nord hat im ersten Quartal zwar ein geringeres Minus verbucht. Aber die Auswirkungen der Corona-Pandemie und fehlende Erlöse könnten das operative Ergebnis deutlich belasten.
05.06.2020, 21:05
Lesedauer: 1 Min
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Pandemie drückt Geno-Erlöse
Von Sabine Doll
Pandemie drückt Geno-Erlöse

Im Klinikum Bremen-Ost, das zum Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) gehört, wurde zu Beginn der Pandemie eine Isolierstation für Corona-Patienten eingerichtet, die beatmet werden müssen.

Christina Kuhaupt

Die Finanzen des kommunalen Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno) haben am Freitag den Haushalts- und Finanzausschuss der Bürgerschaft (Hafa) beschäftigt. Unter anderem ging es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den städtischen Klinikverbund sowie die generelle wirtschaftliche Lage der Geno, zu der die vier Kliniken Mitte, Ost, Nord und Links der Weser gehören. Ende April hatte der Verbund mit einem Fehlbetrag in Höhe von 58 Millionen Euro für die kommenden sechs Monate durch die Pandemie gerechnet (wir berichteten). Die Landesregierung hatte bereits angekündigt, die Geno mit einem Betriebskostenzuschuss in Höhe von 30 Millionen Euro kurzfristig zu unterstützen.

Wie sich die fehlenden Erlöse und zusätzliche Ausgaben aufgrund der Pandemie auf das gesamte operative Ergebnis des Klinikkonzerns am Ende des Jahres auswirken, ist nach Angaben von Geno-Sprecherin Karen Matiszick noch nicht abzusehen: „Unser operatives Geschäft war im ersten Quartal 2020 um rund zwei Millionen Euro besser als erwartet. Wir hatten mit einem Minus von 3,8 Millionen Euro geplant, lagen aber tatsächlich bei minus 1,8 Millionen Euro.“ Dabei müsse eingerechnet werden, dass der Lockdown den Verbund bereits Mitte März mit voller Wucht getroffen habe.

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Bislang hat der Verbund mit einem operativen Ergebnis von minus 20 Millionen Euro geplant, 2019 hatte die Geno mit einem Minus in Höhe von 27,5 Millionen Euro abgeschlossen. „Hätte sich die Entwicklung des ersten Quartals fortgesetzt, hätten wir das Jahr 2020 also deutlich besser abgeschlossen als geplant“, sagt Matiszick und verweist auf die Entwicklung im ersten Quartal.

Wie die anderen Kliniken mussten die vier Geno-Häuser den regulären Betrieb herunterfahren. Planbare Operationen wurden verschoben, um Bettenkapazitäten für Covid-19-Patienten freizuhalten, zusätzliche Isoliereinheiten wurden eingerichtet, Personal eingestellt, Corona-Ambulanzen für Tests eröffnet, Schutzausrüstung angeschafft. Aktuell fahren die Bremer Kliniken den regulären Betrieb nach und nach hoch. „Gleichzeitig müssen wir aber in der Lage sein, jederzeit eine steigende Zahl von Covid-19-Patienten bewältigen zu können, falls sich die Lage wieder verschärfen sollte“, so Matiszick.

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