Folgen der Corona-Einschränkungen

Schulterschluss mit dem Viertel

Handel, Kultur und Gastronomie im Viertel leiden stark unter den Folgen der Corona-Einschränkungen. In der ersten digitalen Sitzung der Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt wurde über Hilfsmöglichkeiten beraten.
21.05.2020, 05:00
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Schulterschluss mit dem Viertel
Von Sigrid Schuer
Schulterschluss mit dem Viertel

Schon bald wollen die Mitglieder des Forums wieder digital zusammenkommen.

Jens Kalaene

Auch die Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt fahren – gemäß den Empfehlungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel – auf Sicht. „Unser Verhalten ist durch Vorsicht und Rücksicht geprägt“, betonte Ortsamtsleiterin Hellena Harttung im Vorfeld der ersten digitalen Sitzung der beiden Beiräte, die am Dienstag mit rund 50 Teilnehmenden über die Bühne ging. Die Ausschüsse für Soziales, Kultur und Wirtschaft des Beirates Östliche Vorstadt sowie des Ausschusses für Öffentliches Leben, Handel und Gewerbe des Beirates Mitte tagten gemeinsam. Auf der Tagesordnung stand die aktuelle Situation von Handel, Kultur und Gastronomie im Viertel, die stark unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden.

Gemeinsame Strategie

Ein Ergebnis der Sitzung: Schon bald wollen die Mitglieder des Forums wiederum digital zusammenkommen, um an einer gemeinsamen Strategie zu arbeiten, die Handel und Gastronomie dann der Politik präsentieren wollen. Ziel ist es laut Norbert Caesar, Vorsitzender der Interessengemeinschaft „Das Viertel“ (IGV), eine reihenweise Schließung in Einzelhandel und Gastronomie zu verhindern. Das Ortsamt und die Beiräte sicherten ihre Hilfe zu, das betonten Ortsamtsleiterin Harttung und Steffen Eilers von den Grünen. Denn eines sei klar: Die Umsätze stagnierten deutlich seit der Wiedereröffnung des Einzelhandels vor vier Wochen. Jüngsten Umfragen zufolge liegen die Umsätze 30 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, trotz der vielen und kreativen Maßnahmen, mit denen sich die IGV gegen die Krise gestemmt habe, resümierte Quartiersmanagerin Caroline Lehnigk. Sie skizzierte ein geteiltes Meinungsbild der Viertel-Einzelhändler zu vermehrten verkaufsoffenen Sonntagen.

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Angespannte Lage

Noch dramatischer sieht nach eigenen Angaben die Lage derzeit für Gastronomen und Club-Betreiber aus, bei denen oft noch nicht die staatliche Unterstützung angekommen sei. Julia von Wild von den Clubverstärkern zeigte sich dankbar dafür, dass viele Clubbetreiber ihre Mieten nur mit Hilfe von Spenden ihrer Kundschaft hätten zahlen können. Wie sich die Verordnungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf die Gastronomie auswirken, schilderte Andreas Hoetzel als Betreiber des Weincafés Engel: „Von sonst 75 Plätzen dürfen und können wir gerade mal 15 besetzen. Das heißt ein Fünftel des Umsatzes bei vollen Kosten, zu denen dann noch die Kosten für Dokumentationspflicht der Gäste und zusätzliche Hygienemaßnahmen kommen“.

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Genauso wie Felix Grundmann vom Heartbreak Hotel wäre Hoetzel wie andere Gastronomen auch, sehr dankbar für, wenn die Politik die Möglichkeit schaffe, die Außengastronomie beispielsweise durch Straßensperrungen auszuweiten – um die Abstandsregeln einhalten zu können. Dieser Vorschlag kam von Jonas Friedrich von den Grünen, Sprecher des Beirates Mitte. Auch der Kunsthalle gehe es wie dem Handel und der Gastronomie im Viertel, die Kundschaft komme nur zögerlich zurück, berichtete Eva Fischer-Hausdorf, Kuratorin unter anderem der „Ikonen“-Ausstellung. Sie sitzt für die FDP im Beirat Östliche Vorstadt. Und das bei weiterlaufenden Kosten und zusätzlichen Ausgaben für das Hygienekonzept, betonte sie. „Zwar ist es so, dass die Kunsthalle mit ihren großen Räumen noch privilegiert ist, aber uns brechen reihenweise Einnahmen dadurch weg, dass wir weder Kunstvermittlung anbieten noch Räume vermieten können“, sagte Fischer-Hausdorf.

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