Alles Bio und regional

Reichlich junge Sprösslinge im Angebot

Die Gemüsewerft in der Überseestadt verkauft wieder Jungpflanzen für die vielen Gärten in der Stadt. Der Start ist am Dienstag, 20. April, um 12 Uhr. Die Auswahl ist groß.
19.04.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anke Velten

Überseestadt. Es gibt wieder reichlich junges Gemüse! Am Dienstag, 20. April, 12 Uhr, startet der Jungpflanzenverkauf auf der Gemüsewerft. Im Sortiment sind Tausende von Gemüse- und Kräutersprösslingen aus biologischem Anbau und garantiert regionaler Herkunft. Sie sind nun kräftig genug, weiterzuziehen in die Gärten, Parzellen und Balkone der Stadt. Verkauft wird, solange der Vorrat reicht. Im vergangenen Jahr reichte er gerade einmal für drei Wochen.

In diesem Frühjahr wurden in den Gewächshäusern der Gemüsewerft rund 80 Sorten vorgezogen – Kartoffeln, Kohlrabi, Auberginen und Zucchini, grüner Hokkaido, Butternut- und Muskatkürbis, Chilis in allen Schärfegraden, Sellerie, Fenchel und verschiedene Kohl-Sorten, elf Paprika-Sorten. Außergewöhnlich ist die Auswahl an 21 verschiedenen Tomaten von „Yellow Submarine“ über die berühmte San Marzano-Tomate, die die Italiener gerne für ihre Soßen und für Tomatenmark verwenden, bis zur zuckersüßen „Black Cherry“-Tomate. Salbei, Basilikum, Rauke, Estragon oder Zitronenmelisse eignen sich als geschmackvolle Begleiter. Erstmals im Sortiment sind sogar Pfefferpflanzen. Augen und Bienen können sich an Cosmea, Ringelblumen oder Lavendel erfreuen, die das Gärtnerteam der „Gesellschaft für Integrative Beschäftigung“ (GiB) in den Gewächshäusern in der Überseestadt vorgezogen hat. Angeboten werden zudem der cremige Honig aus der Gemüsewerft-Imkerei sowie Saft aus den eigenen Äpfeln.

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Die Gemüsewerft ist eine echte „Stadtwirtschaft“, die in der ganzen Republik und auch über deren Grenzen hinaus bewundert wird. Unter dem Dach der GiB wird seit gut sieben Jahren ernsthaft und professionell Ackerbau betrieben. In einer geschützten Arbeitsumgebung gibt die Gesellschaft Menschen mit eingeschränkter Erwerbsbefähigung – konkret Menschen mit psychischen Erkrankungen, seelischen und geistigen Behinderungen – Arbeit, die sie stolz und selbstbewusst macht. Gib-Geschäftsführer Michael Scheer bezeichnet die Gemüsewerft als „Fusion aus urbaner Lebensmittelproduktion und sozialer Dienstleistung“.

Bereits seit 2014 bewirtschaften die Beschäftigten den 3000 Quadratmeter großen „Dock 1“-Garten an der Basdahler Straße. An dieser Adresse hatte einst der Verwaltungsdirektor der AG Weser sein standesgemäßes Domizil. Die baufällige Villa wurde abgerissen, das Grundstück vom Wildwuchs befreit und für den Gemüseanbau vorbereitet. 2016 kam eine ebenso große zweite Anbaufläche an der Stephanikirchenweide dazu. Dort werden Bio-Obst und -Gemüse für das betriebseigene Lokal „Café Brand“ an der Gröpelinger Heerstraße und diverse andere gastronomische Betriebe der Stadt gezogen.

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Schnell entwickelte sich die Gemüsewerft zudem nach eigenen Angaben zum größten deutschen Anbaugebiet für Hopfen in Hochbeeten und beliefert damit eine Bremer Privatbrauerei. Auch auf dem Kellogg‘s-Gelände sollen in diesem Jahr wieder die Hopfenpflanzen in die Höhe sprießen.

Als „Showroom für Ernährung“ vermittele die Gemüsewerft Lebensmittelkompetenzen im Hinblick auf Anbaumethoden, Kulturtechniken und Sortenvielfalt, Ernte, Verarbeitung, Zubereitung und vor allem die Wertschätzung von Lebensmitteln. Große und kleine Stadtmenschen können hier selbst erfahren, wie viel Zeit, Aufwand und Mühe mit dem Anbau verbunden sind. Wer dies verstehe, werde „nicht mehr so schnell Lebensmittel wegwerfen“, hofft Michael Scheer.

Der erste große Jungpflanzenverkauf im vergangenen Frühjahr hatte bereits alle Erwartungen übertroffen, erzählt Scheer: „Nach rund drei Wochen war alles komplett ausverkauft“. In diesem Jahr hofft das Team auf eine ebenso rege Nachfrage – auch, weil die Einnahmeausfälle kompensiert werden müssen, die durch den monatelangen gastronomischen Lockdown verursacht wurden. Doch immerhin eines lässt sich wohl vorhersagen: Viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner der Stadt haben auch in den kommenden Wochen wieder ungewöhnlich viel Zeit, ihren Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen.

Info

Zur Sache

Einkaufen in der Gemüsewerft

Der Jungpflanzenverkauf der Gemüsewerft, Auf der Muggenburg 18, ist dienstags bis sonnabends von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Standort ist per Fahrrad oder zu Fuß über die Weserpromenade oder über das Kelloggs-Tor 3 zu erreichen. Beim Ablauf gelten die Corona-Regeln: Das Gewächshaus darf nur einzeln und mit FFP-2-Masken betreten werden. Bei eventueller Schlangenbildung soll ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Kunden werden gebeten, sich bereits im Vorfeld eine Einkaufsliste zusammenzustellen. Die Sortenliste wird als Download auf der Internetseite http://gib-bremen.info veröffentlicht. Bitte beachten: Eine Kartenzahlung ist nicht möglich. Das Gemüsewerft-Team empfiehlt, geeignete Transportbehältnisse wie Körbe, Taschen oder Kartons mitzubringen.

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