Mit „Stern der Wäsche“ ausgezeichnet

Deutschlands beste Dessous-Boutique kommt aus Bremen

Die Boutique Bellizima von Isabella und Martin Borchers in der Katharinenstraße ist als Deutschlands beste für Dessous ausgezeichnet worden.
22.06.2020, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Deutschlands beste Dessous-Boutique kommt aus Bremen
Von Sigrid Schuer

Gleich um die Ecke des Blumenmarktes, in der Katharinenstraße wetteifern in der Dessous-Boutique Bellizima mit exotischen Blüten bedruckte Bikinis und Badeanzüge mit der Blütenpracht auf dem Liebfrauenkirchhof. Mit bunten Glitzersteinen verzierte Flip-Flops liegen in der Auslage neben bestickten Täschchen für das abendliche Flanieren am Strand. „Die sind in Kolumbien handgefertigt worden“, erzählt Isabella Borchers. Die Passion der gebürtigen Kolumbianerin ist von jeher schöne und exquisite Unterwäsche. Schon während ihres Studiums zur System-Adminstratorin jobbte sie in einer Dessous-Boutique in ihrem südamerikanischen Heimatland.

Eigentlich hätte sie Modedesign studieren wollen, ein Studiengang, der allerdings in Kolumbien unerschwinglich ist, erzählt Isabella Borchers, während sie ihrem sechs Monate alten Töchterchen das Fläschchen gibt. „Da wächst schon die nächste Generation der Fachkompetenz heran“, flachst Martin Borchers, bei Bellizima für das Marketing zuständig. Im Hauptberuf ist er Geschäftsführer des Lebensmittelunternehmens „Borchers Fine Food“ in Oyten.

Corona-Krise trübt die Stimmung

Zum Lachen ist ihm allerdings im Moment nicht immer, denn obwohl jetzt die Ferien bevorstehen, will nicht so recht die Leichtigkeit des Sommer-, Sonne-, Strandgefühls aufkommen. Da mag ein schwarzer Badeanzug, über und über bestickt mit silbrigen Jet-Perlen, noch so verführerisch funkeln – Corona ist an allem schuld. „Entweder die Leute fahren überhaupt nicht in Urlaub, oder, wenn es hoch kommt, an die Nord- oder Ostsee“, sagt Martin Borchers. Und da wirkt das schwarze Glitzermodell im Zweifelsfall zu mondän.

Dabei lief es zu Jahresbeginn für das Bellizima-Team noch wie am Schnürchen. Im Februar, kurz vor den Corona-bedingten Einschränkungen, wurde den Borchers in München während einer festlichen Gala der Branchen-Oscar „Sterne der Wäsche“ verliehen. Schon 2019 waren sie unter den Nominierten, den zehn besten Unterwäsche-Boutiquen Deutschlands, 2020 holten sie dann den Titel. Bellizima, der Name ist Programm, er bedeutet, abgewandelt aus dem Italienischen, übersetzt die „Schönste“. „Unsere Kundinnen sollen sich wohl fühlen, wenn sie bei uns ein schönes Stück gekauft haben. Sie tun das für niemand anderen, sondern vor allem für sich selbst“, betont Isabella Borchers. Trotz der Lockerungen käme die Kundschaft allerdings nur zögerlich wieder zurück, stellen – wie so viele andere Einzelhändler, besonders im Bekleidungssegment – auch Geschäftsführerin Borchers und ihre erste Fachkraft Ina Niesmann fest.

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Viele Kundinnen hätten einfach mit Maske noch keine Lust auf das Anprobieren vor Ort, das bei BHs schon mal länger dauern kann. Bellizima ist nicht zuletzt auch dafür mit dem Branchen-Oscar ausgezeichnet worden, dass in der „Secret-Lounge“ ein exklusives Rundum-Sorglos-Beratungsangebot gebucht werden kann. Schwarze Treppenstufen, beleuchtet von einer Glitzerkugel mit Swarovski-Kristallen, führen ins Souterrain. Auf den Clubsesseln in Weinrot kann die beste Freundin oder der Freund der Kundin Platz nehmen.

Dabei ist der Hintergrund der geheimen Lounge ein ganz handfester. Ungestört und ohne sich quasi wie auf dem Präsentierteller zu fühlen, können hier die künftigen Lieblingsstücke, mit Assistenz einer fachkundigen Beraterin, anprobiert werden. „Die sonst so positive Resonanz könnte hier noch mehr Potenzial vertragen“, sagt Martin Borchers. Denn so gut wie jede Frau kennt das Problem, einen perfekt sitzenden BH zu finden. „Wir bieten Größen bis 115 F an“, sagt Ina Niesmann. Nur durch die passende Größe könne Nacken- und Rückenschmerzen vorgebeugt werden. Wie seufzte doch gleich die geplagte Hausfrau in einem populären Werbespot der 1970er-Jahre: „Mein Hüfthalter bringt mich um!“ Es geht also nicht nur um elegante Dessous mit erotischem Touch, wie Martin Borchers es formuliert.

Onlineshop kann Verluste nur teilweise kompensieren

Bevor sie 2017 ihre Unterwäsche-Boutique in der Innenstadt eröffneten, hatten die Borchers bereits einen Onlineshop eingerichtet, um Dessous aus Kolumbien zu importieren. Die waren wohl einen Hauch zu gewagt für den eher zurückhaltend-gediegenen Geschmack der Bremer. Die Mehrheit der Marken-BHs kommt nun aus Frankreich oder Deutschland. „Uns ist zugute gekommen, dass wir den Onlineshop in der Corona-Krise wieder reaktivieren konnten. Aber letztendlich können wir online nur einen Bruchteil unseres Umsatzverlustes kompensieren“, räumt Martin Borchers ein. Erschwerend hinzu käme, dass die Entwicklung in der Innenstadt mit Leerständen schon vor Corona eher den Rückwärtsgang eingelegt habe, was sich letztlich auch auf die Kundenfrequenz auswirke. Auch künftig wollen die Borchers auf einen Mix aus Online- und stationärem Handel setzen. Apropos Dessous-Mode: Bei Bellizima gibt es auch für diejenigen Herren, die nicht auf Schießer-Feinripp stehen, Boxershorts in poppig-bunten Designs aus Kolumbien.

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