Event-Wochenende in der Hansestadt

Bremen im Partyrausch

Bremen hat sich am Sonnabend in ein Festivalgelände verwandelt, das sich über die gesamte Stadt verteilt. Bei etlichen Veranstaltungen feiern Zehntausende Besucher.
11.08.2018, 19:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Helge Hommers und Kristin Hermann
Bremen im Partyrausch

Ein Bad im Konfettiregen beim Auftritt der Atzen. Das Berliner Duo soll die Besucher bei Bremen-Olé in Stimmung bringen.

Christina Kuhaupt

Man liebt oder man hasst sie. Wenn es um Ballermann-Hits geht, gibt es eigentlich nichts dazwischen. Zu welcher Fraktion die Besucher der Bremen-Olé-Party gehören, dürfte klar sein. Tausende drängen sich am Sonnabend erst durch den Bahnhof, dann in Richtung Bürgerweide, um dort zehn Stunden lang zu Schlager-und Popmusik zu feiern. Da macht den meisten auch der Regen nichts aus, der zwischenzeitlich vom Himmel fällt.

„Wir sind darauf vorbereitet und haben Regencapes dabei. Davon lassen wir uns die Laune nicht verderben“, sagt eine Gruppe von Frauen mit blauen Perücken und Hippie-Kleidung. So wie sie haben sich viele Besucher für das Open-Air-Event extra ein Kostüm zugelegt. Die Frauen sind aus Weyhe angereist und in Sachen Schlager bestens aufgestellt. Sie fahren jedes Jahr zu diversen Veranstaltungen – in Bremen freuen sie sich besonders auf Mickie Krause und Kerstin Ott.

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Auf der Bühne des Festivalgeländes wechseln sich alle paar Minuten jene Interpreten ab, die normalerweise vor allem auf Mallorca auftreten. Mit der Olé-Reihe touren insgesamt 15 Interpreten zwischenzeitlich durch Deutschland. Die Freiluftparty auf der Bürgerweide ist an diesem Tag nur einer von vielen Spots, an denen in Bremen viel los ist. Wie berichtet, ist die Veranstaltungsdichte an diesem Wochenende besonders hoch: Das Mercedes-Benz-Open-Air, der Tag der Fans, das Himmelhöft-Festival am Lankenauer Höft oder das US-Car-Treffen an der Waterfront, wo Liebhaber ihre Oldtimer präsentieren, sind nur einige davon.

Bremen Olé - Bürgerweide

Neue Veranstaltung, neues Outfit: Die drei Frauen aus Weyhe kennen sich bestens aus mit Schlager-Festivals.

Foto: Christina Kuhaupt

Lisa-Marie Kramer und Ronja Osmers haben sich bewusst gegen die Schlagersause auf der Bürgerweide entschieden und sich stattdessen Karten für das Horn-to-be-Wild-Fest im Rhododendron-Park besorgt. Dort ist alles eine Nummer kleiner, 1500 Besucher erwarten die Veranstalter. „Und hier wird definitiv unser Musikgeschmack besser bedient“, sagt Osmers, die einige der Nachwuchsbands, die dort auftreten, bereits kennt.

Lange Warteschlangen

Es dauert eine Weile, bis sich am Sonnabendnachmittag das Gelände des Mercedes-Benz Werkes füllt. Viele der fast 40.000 Besucher des „Mercedes-Benz Open Air“ erleben das Eingangskonzert von Johannes Oerding in Warteschlangen. „Der Einlass war eine Katastrophe“, sagt Sabine Büther, die sich mehr als eine Stunde gedulden muss, bis sie in Sichtweite der Bühne steht. Dabei ist sie mit ihren zwei Begleiterinnen vor allem wegen Oerding mit dem Auto aus Cuxhaven angereist. Als sie jedoch den Popsänger mit seiner Gitarre auf der Bühne umherspringen sehen, ist der Ärger wieder verflogen.

Mögen es eher entspannt: Lisa-Marie Kramer (l.) und Ronja Osmers beim Horn to be Wild im Rhododendron-Park.

Mögen es eher entspannt: Lisa-Marie Kramer (l.) und Ronja Osmers beim Horn to be Wild im Rhododendron-Park.

Foto: Christina Kuhaupt

Dass es immer wieder kurz regnet, tut auch dort der Stimmung keinen Abbruch. „Es gibt nur schlechte Kleidung“, sagt eine 29-Jährige, die zu ihrem Regencape einen Blumenkranz auf dem Kopf trägt. Sie feiert bei dem Open-Air-Konzert ihren Junggesellinnenabschied – obwohl sie erst am Morgen davon erfahren hat. Neun ihrer aus vielen Teilen Deutschlands angereisten Freundinnen haben sie abgeholt. Erst am Einlass haben sie ihr erzählt, was den Oerding-Fan den Tag über erwartet. Die Freude fiel, wie erwartet, groß aus.

Sieben Stunden Livemusik

Die meisten der mehrheitlich weiblichen Besucher aber sind wegen Peter Maffay anwesend, wie der Stimmungstest der Moderatoren ergibt. Bis Maffay als letzter Künstler des Abends in die Gitarrensaiten greift, gibt es fast sieben Stunden Livemusik zu hören. Vor allem bei Sunrise Avenue, aber auch bei den Newcomern Niila und Tim Kamrad strecken viele Besucher die Hände in die Höhe oder tanzen sich durch die Auftritte.

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