Männer verdienen mehr

Monatslohn liegt in Bremen über dem bundesweiten Durchschnitt

In welchen Berufen erhalten die Bremerinnen und Bremer das meiste Gehalt, wo wird am wenigsten bezahlt? Und warum verdienen Männer im Durchschnitt mehr als die Frauen? Ein Blick auf die nackten Zahlen.
16.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Mario Nagel
Monatslohn liegt in Bremen über dem bundesweiten Durchschnitt

In Bremen wachsen die Gehälter etwas langsamer als im Rest Deutschlands.

Daniel Reinhardt /dpa

Der durchschnittliche Monatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten im Land Bremen betrug nach Angaben des Lageberichts der Arbeitnehmerkammer Bremen im zweiten Quartal 2019 rund 4041 Euro. Damit liegt das kleinste Bundesland Deutschlands über dem bundesweiten Durchschnitt von 3997 Euro. Laut Malte Lübker, Referatsleiter für Tarif- und Einkommensanalysen am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, werden in den Stadtstaaten generell höhere Einkommen als in Flächenländern erzielt, weil sie besonders viele qualifizierte Arbeitsplätze mit einem hohem Verdienst aufweisen.

Während ein Vollzeitbeschäftigter in Berlin 4039 Euro verdient, hat Hamburg mit 4458 Euro den höchsten Durchschnittslohn im Land. Die Gehälter wachsen in Bremen aber etwas langsamer als im Rest Deutschlands: Zwischen 2008 und 2018 sind die Bruttostundenlöhne preisbereinigt um 5,8 Prozent gestiegen, der Bundesschnitt liegt bei 9,1 Prozent. Vor allem die Bruttostundenlöhne der Frauen stiegen in Bremen dafür deutlich um 11,8 Prozent an.

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Für Jörg Muscheid, Referent für Wirtschaftspolitik bei der Arbeitnehmerkammer Bremen, hat das einen einfachen Grund: „Der Anteil von Frauen in den besser bezahlten Qualifikationsstufen und den Führungspositionen ist in den letzten Jahren gestiegen.“ Der Frauenanteil der Hochqualifizierten stieg zwischen 2012 und 2018 von 36 auf 40 Prozent an, der Frauenanteil bei den Führungspositionen von 2016 zu 2018 um 0,7 auf 21,2 Prozent.

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Dennoch verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen nach wie vor in allen Berufsbranchen weniger als Männer. Besonders gravierend ist der Unterschied laut dem Lagebericht 2020 der Arbeitnehmerkammer in den Bereichen Erbringen von wirtschaftlichen Dienstleistungen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und im Gesundheits- und Sozialwesen: Hier verdienen Frauen über 24 Prozent weniger.

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Die Gehaltsunterschiede spiegeln sich auch beim Mittelwert wider, dem sogenannten Median, bei dem im Fall des Bruttomonatsverdienstes genau 50 Prozent mehr und 50 Prozent weniger verdienen. Während 44,8 Prozent der Männer weniger als 3424 Euro verdienen, sind es bei den Frauen 62,4 Prozent und damit fast zwei Drittel. Da aber mehr Männer als Frauen einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, müssen die einzelnen Geschlechter getrennt betrachtet werden.

Ein Blick auf den Lohnspiegel zeigt: In Bremen wird im produzierenden Gewerbe viel Geld gezahlt. Niedrige Verdienstmöglichkeiten gibt es in der Gastronomie, Pflege und Reinigung. Auf www.lohnspiegel.de können die Gehälter für über 500 Berufe verglichen werden.

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