Vielfältige Angebote

Zahlen und Fakten zu Bremens Bibliotheken

Die Stadtbibliothek Bremen ist der am meisten besuchte Kulturort der Stadt. Und wie die Staats- und Universitätsbibliothek hat sie mehr zu bieten, als nur Bücher zum Ausleihen.
12.10.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Zahlen und Fakten zu Bremens Bibliotheken
Von Lisa Urlbauer
Zahlen und Fakten zu Bremens Bibliotheken

Im vergangenen Jahr hatte die Stadtbibliothek Bremen mehr als eine Million Besucher.

Frank Thomas Koch

Workshops und Lesungen, Brettspiele und digitale Medien – Bibliotheken sind heute weit mehr als nur Orte, an denen man Bücher entleihen kann. „Die Stadtbibliothek Bremen ist der am meisten besuchte Kulturort der Stadt“, sagt Direktorin Barbara Lison. Freizeit, Kultur, Bildung: Die Angebote sind vielfältig. 2300 Veranstaltungen hat die Stadtbibliothek im vergangenen Jahr ausgerichtet, darunter Lesungen, Sprach-Cafés und Mitmach-Aktionen. Die meisten Angebote sind auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet.

Grafik WESER-KURIER / CIMEN / Jahresbericht 2019, Stadtbibliothek Bremen

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Zu Fuß und virtuell

Mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher haben ihren Fuß vergangenes Jahr in die Stadtbibliothek gesetzt. Online waren es noch mehr: Mehr als 1,3 Millionen Menschen haben die Stadtbibliothek 2019 virtuell angesteuert. Die Staats- und Universitätsbibliothek hatte fast 39.000 aktive Nutzer im vergangenen Jahr – insgesamt waren es 1,2 Millionen Besuche.

Neben deutschsprachigen Inhalten bietet die Stadtbibliothek auch ein interkulturelles Programm an: Kinderbücher, Romane, Sachbücher, Hörbücher und DVDs gibt es in unterschiedlichen Sprachen. Mit dem „Press-Reader“ können Ausweis-Inhaber mehrere Tausend internationale und nationale Tageszeitungen und Magazine lesen. Tagesaktuell gibt es Informationen aus gut 100 Ländern, in 60 Sprachen.

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Doch nicht nur Literatur und Medien können sich Inhaber eines Bibliotheksausweises ausleihen: Die Stadtbibliothek hat auch Brettspiele im Angebot – und Kunst. Über 2600 Grafiken, Fotografien, Unikate, Objekte oder Künstlervideos können Nutzer für bis zu drei Monate ausleihen.

Grafik WESER-KURIER / CIMEN / Jahresbericht 2019, Stadtbibliothek Bremen

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Eine Quelle der Inspiration

Die Stadtbibliothek biete Bremerinnen und Bremern ein weites Spektrum an Inhalten und Formaten, sagt Lison. „Wir sind eine Quelle der Inspiration und Information.“ Vor Ort sind die Angebote der Stadtbibliothek für Besucher kostenlos. Zum Ausleihen braucht es einen Bibliotheksausweis: Für Erwachsene kostet die „Bibcard“ der Stadtbibliothek 25 Euro im Jahr; den Ausweis der Staats- und Universitätsbibliothek gibt es für jährlich 20 Euro. Schüler und Studierende lesen kostenfrei.

„Wir zeigen, wie sich die Welt weiterentwickelt.“ Dabei verfüge die Stadtbibliothek auch über moderne technische Angebote, die nicht jeder einfach bei sich zu Hause habe: eine Virtual-Reality-Station (VR) zum Beispiel. Einmal die VR-Brille aufgesetzt, können Besucher in Unterwasserwelten abtauchen und Fische in Schiffswracks beobachten. Oder sie gehen auf einen historischen Rundgang im „Anne Frank Haus“ in Amsterdam – und das, ohne die Zentralbibliothek verlassen zu müssen.

Grafik WESER-KURIER / CIMEN / Jahresbericht 2019, Stadtbibliothek Bremen

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Ein zentraler, offener Ort

Experten bezeichnen Bibliotheken heute als einen „Dritten Ort“ – als einen Platz außerhalb der eigenen Wohnung und des Arbeitsplatzes oder der Ausbildungsstätte, an dem Menschen viel Zeit verbringen. „In Singapur werden Bibliotheken auch 'das zweite Wohnzimmer genannt“, sagt Lison. In Stadtbibliotheken müsse sich niemand für den Besuch rechtfertigen, man könne einfach kommen und seine Interessen verfolgen. „Wir sind ein zentraler, offener Ort der Stadt.“

Digitale Medien spielen eine immer größere Rolle – entsprechend auch die Förderung von Medienkompetenzen. Lison sieht es als eine Aufgabe der Stadtbibliothek, Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen nicht nur den Umgang mit Technik beizubringen, sondern auch die kritische Auseinandersetzung mit Inhalten zu fördern. Stichwort: „Fake News“.

Grafik WESER-KURIER / CIMEN / Die Bibliothek in Zahlen 2019, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

Grafik WESER-KURIER / CIMEN / Die Bibliothek in Zahlen 2019, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

Eine immer größere Rolle

Und wie geht es mit dem gedruckten Wort weiter? „Ich könnte mir vorstellen, dass das Digitale für wissenschaftliche Veröffentlichungen eine immer größere Rolle spielen wird“, sagt Lison. Knapp fünf Millionen Zugriffe auf E-Books hat die Staats- und Universitätsbibliothek im vergangenen Jahr verzeichnet.

Gedruckte Bücher, in denen es um die reine Vermittlung von Informationen geht, werden nach Ansicht von Lison in Zukunft weniger. Jedoch glaubt sie nicht, dass Menschen innerhalb der nächsten zehn Jahre nur noch über E-Book-Reader lesen – Belletristik, Kinderbücher oder Bildbände sieht Lison weiterhin auch in gedruckter Form.

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