Coronazahlen in Bremen

Inzidenz bei Ungeimpften sechsmal höher

Derzeit herrsche eine "Pandemie der Ungeimpften", ist vielfach zu hören. Nun hat das Land Bremen erhoben, wie hoch die Inzidenz der Menschen ohne vollständigen Impfschutz ist.
09.09.2021, 20:00
Lesedauer: 2 Min
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Inzidenz bei Ungeimpften sechsmal höher
Von Katia Backhaus
Inzidenz bei Ungeimpften sechsmal höher

Das Coronavirus breitet sich vor allem unter den Ungeimpften aus – auch in Bremen, wie aktuelle Zahlen zeigen.

Robert Michael/dpa

Zum ersten Mal hat das Land Bremen die Sieben-Tage-Inzidenz nach dem Impfstatus aufgeschlüsselt. Aktuellen Zahlen des Gesundheitsressorts zufolge liegt sie bei den Ungeimpften bei 97, bei Personen mit vollständigem Impfschutz hingegen bei 16,6. Die Werte beziehen sich auf die vergangene Woche. Die Behörde habe sich dazu entschieden, die Werte getrennt zu erheben, um die Entwicklung der Pandemielage im Blick zu behalten, erklärt Sprecher Lukas Fuhrmann.

Aus diesem Grund werden auch Inzidenzen nach Altersgruppen ermittelt. Bei den Unter-19-Jährigen liegt der Wert derzeit mit 168 am höchsten, bei den 20- bis 39-Jährigen bei 128,7. Die Inzidenz der 40- bis 59-Jährigen beträgt 83,3. Bei den Älteren ist sie mit 21,7 beziehungsweise 5,1 (Über-80-Jährige) niedriger.

In den Bundesländern, die die Sieben-Tage-Inzidenz getrennt für Geimpfte und Ungeimpfte berechnen, zeigt sich ein einheitlicher Trend: Die Infektionsquote ist bei den Menschen, die keinen Impfschutz haben, bis zu zehnmal so hoch wie bei denen mit Impfschutz. In Bayern liegt die Inzidenz derjenigen mit vollständiger Immunisierung bei 15,33, in Baden-Württemberg bei 17,6 und in Mecklenburg-Vorpommern bei 13,7 (alle Zahlen Stand 8. September). Zum Vergleich die Inzidenzwerte für Ungeimpfte: Bayern 175,79, Baden-Württemberg 207,5 und Mecklenburg-Vorpommern 73,6. Auch Hamburg hatte im August Zahlen veröffentlicht, deren Berechnungsmethode allerdings kritisiert worden war.

Das niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) hat sich dagegen entschieden, die Infektionszahlen nach Impfstatus getrennt bekannt zu geben. "Da sich aus den Inzidenzzahlen für Ungeimpfte und Geimpfte kein namhafter Erkenntnisgewinn für die Bewertung der infektiologischen Lage vor Ort generieren lässt, führt das NLGA solche Auswertungen nicht routinemäßig durch", erklärt Sprecher Holger Scharlach auf Anfrage. Denn bei jedem Ansteckungsfall – ob bei geimpften oder nicht geimpften Personen – müssten dieselben Maßnahmen wie zum Beispiel Quarantäne und Kontaktnachverfolgung ergriffen werden.

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