Universität Tierschützer protestieren gegen Affenversuche in Bremen

Die Koalitionsfraktionen und die CDU in Bremen sehen eine Fortsetzung der Affenversuche an der Universität kritisch. Sie wollen die Genehmigung verhindern. Unterstützt werden sie dabei von Tierschutzvereinen.
14.10.2021, 15:21
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Tierschützer protestieren gegen Affenversuche in Bremen
Von Michael Brandt

Derzeit läuft die Prüfung, ob die Affenversuche an der Universität Bremen fortgesetzt werden können. Während die Uni davon ausgeht, dass die erneute Genehmigung zwingend ist, signalisieren die Regierungsfraktionen, dass sie strikt gegen die Versuche sind. Auch die CDU hat bekräftigt, sie stehe den Versuchen kritisch gegenüber. Für Donnerstag hat der Bremer Tierschutzverein zu einer Mahnwache vor dem Rathaus aufgerufen, wo am frühen Abend eine Feierstunde anlässlich der Uni-Gründung vor 50 Jahren stattfindet.

"50 Jahre Universität Bremen bedeuten auch viele Jahre qualvolle Tierversuche an Affen und anderen Tieren", schreibt der Tierschutzverein in einer Erklärung. Professor Andreas Kreiter führe seit über 23 Jahren Tierversuche durch. Der Tierschutzverein hat nach eigenen Angaben die zuständige Senatorin für Gesundheit, Claudia Bernhard (Linke), aufgefordert, den Antrag Kreiters für eine Fortsetzung der Versuche abzulehnen. Die Vorsitzende Brigitte Wohner-Mäurer sagt: "Diese Versuche sind eine Schande für die Universität und für die ganze Stadt Bremen. Es wird Zeit, auf tierversuchsfreie Alternativen umzusteigen."

Lesen Sie auch

Auch die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche, die ihren Sitz in Köln hat, klinkt sich in die Debatte ein. Der Verein kritisiere diese Versuche seit Jahren als besonders qualvoll und nutzlos für kranke Menschen. Vor dem Hintergrund des geänderten Tierschutzgesetzes sehe Ärzte gegen Tierversuche keine Grundlage für die erneute Genehmigung. In einer Mitteilung wird die Biologin Silke Strittmatter, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche, zitiert: „Vor dem Hintergrund der durch die EU erzwungenen Korrektur des Tierschutzgesetzes, das eine Abwägung zwischen ethischer Vertretbarkeit und hervorragender Bedeutung der Versuche verlangt, wäre eine Ablehnung des Verlängerungsantrags folgerichtig. Denn die Versuche gehen mit schwerem Leid für die Tiere einher, haben aber keinerlei Nutzen.“

Kreiter hatte in der Vergangenheit gegen das Versuchsverbot geklagt, das Bremen aussprechen wollte. 2014 bekam er vor dem Bundesverwaltungsgericht recht. Nach Einschätzung des Vereins haben sich aber die Entscheidungsgrundlagen durch die neuen Gesetze geändert.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+