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Die Hochschule für Künste zeigt ab Freitag erstmals Werke von Studierenden in ihrer eigenen Galerie
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Der Traum von der eigenen Ausstellung wird wahr

Joachim Göres 22.11.2016 0 Kommentare

Ausstellung NIE SOLO SEIN
Die Ausstellung „Nie Solo Sein“ in der Hochschule für Künste Bremen präsentiert neben Comicarbeiten ein breites Spektrum von Trickfilmen verschiedenster Techniken. Die Abbildung zeigt ein Standbild aus dem Trickfilm „Animals“ von Susann Arnold.

Auch Tugba Simsek ist gekommen.

Die 30-Jährige hat gerade ihr Studium mit dem Schwerpunkt Bildhauerei und Zeichnung an der Braunschweiger HBK abgeschlossen. Im vergangenen Jahr hat sie selber an der Ausstellung „Nachts sind alle Katzen grau“ in der Hochschulgalerie mitgewirkt, von der Konzeption über die Fertigstellung der eigenen Zeichnungen bis zur Präsentation von Werken zum Thema Kunst und Design. „Wir waren eine Gruppe von Studierenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen und haben intensiv aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Ich habe viel für künftige Ausstellungen gelernt“, sagt Simsek.

Fast alle der 21 Kunsthochschulen in Deutschland haben eigene Galerien. In den meisten stehen die Arbeiten von Studierenden und Absolventen im Mittelpunkt. „Das ist in gewisser Weise ein Schutzraum. Es geht nicht wie in privaten Galerien um das Verkaufen, sondern um das Entwickeln und Verwirklichen eigener künstlerischer Vorstellungen“, sagt Nike Bätzner, Professorin für Kunstgeschichte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Hochschulgalerien.

Der hat sich vor einem Jahr gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen den Kunsthochschulen fördern. Ein erstes Ergebnis ist die Ausstellung „Nie Solo Sein – Sequenzen von Comic bis Trickfilm“ ab 24. November in Bremen - erstmals zeigt eine Hochschulgalerie die Arbeiten von Studierenden verschiedener deutscher Kunsthochschulen (bis 4.12.). „Wir stellen die Arbeiten von 54 Studierenden aus sieben Hochschulen vor. Sie hinterfragen gewohnte Erzählformen und experimentieren mit Comics und Trickfilmen“, sagt die Bremer HfK-Studentin Alice Gericke, die die Ausstellung in der Dechanatstraße mit vorbereitet. Der Traum von der eigenen Ausstellung – ein Grund, warum viele junge Menschen Kunst studieren wollen. Alleine die Bremer Hochschule für Künste zählte zum Wintersemester auf ihre 254 Plätze für Erstsemester 2038 Bewerber, Tendenz steigend.

Die Galerien der Hochschulen sind nicht der einzige Versuch, junge Künstler einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Jährlich organisieren Kunsthochschulen Rundgänge, bei denen Studierende einzelne Werke vorstellen und teilweise zum Kauf anbieten. Außerdem werden Studienarbeiten auch gerne an anderen Hochschulorten gezeigt, in Mensen, Foyers, Bibliotheken. Die Hoffnung: Galeristen und Kunstsammler entdecken hier Talente und künftige Stars.

Eine Hoffnung, die Andy Kassier nicht teilt. Er studiert im neunten Semester an der Kunsthochschule für Medien Köln. „Von außen kommen nur wenige Leute in die Hochschule, um sich Arbeiten anzusehen. Deswegen ist es wichtig, woanders auszustellen“, sagt Kassier. Erstmals zeigt ein Museum – das Kunstmuseum Celle – Arbeiten von ihm und weiteren 13 Studierenden der KHM zum Thema Licht (bis 6.3.). „In einer Institution hat man mehr konzeptionelle Freiheiten als in einer privaten Galerie, wo man seine Arbeit dem Markt anpasst. Eine Ausstellung im Museum ist auch gut fürs Image“, so Kassier. Er muss meist Geld für seine Ausstellungen mitbringen: Die in Celle präsentierten Objekte, die sich ironisch mit dem Starkult auseinandersetzen, haben ihn rund 5000 Euro gekostet. Wie Kassier arbeitet auch Simsek nebenher, um den Lebensunterhalt und die Kunst zu finanzieren. Bätzner: „Bei den Absolventen teilt es sich nach einigen Jahren: Entweder sie schmeißen ganz hin und machen etwas ganz anderes oder sie schlagen sich mit Stipendien und Nebenjobs durch. Alleine von seiner Kunst kann kaum einer leben.“

Die Ausstellung „Nie solo sein“ beginnt in der Hochschule für Künste Bremen, Dechanatstraße, mit der Vernissage am 24. November, 18 Uhr. Geöffnet ist die Schau bis zum 4. Dezember Mo-Fr 17-19 Uhr; Sa-So 16-20 Uhr.

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