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„Thriller - Live“- Macher im Interview
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Adrian Grant: „Fan ab dem ersten Moonwalk“

Alexandra Knief 15.01.2019 0 Kommentare

Adrian Grant traf Michael Jackson 1990 das erste Mal persönlich und stand von diesem Zeitpunkt an in regem Kontakt mit dem King of Pop – bis zu dessen Tod im Jahr 2009.
Adrian Grant traf Michael Jackson 1990 das erste Mal persönlich und stand von diesem Zeitpunkt an in regem Kontakt mit dem King of Pop – bis zu dessen Tod im Jahr 2009. (Adrian Grant/Key Concerts)

Herr Grant, woher kommt Ihre Begeisterung für den King of Pop?

Adrian Grant: Ich wurde ein Fan von Michael Jackson, als ich ihn das erste Mal auf einer Bühne moonwalken sah. Das war 1983, beim 25-jährigen Jubiläum von Motown. Ich kannte zwar die Jacksons schon und hörte als Kind auch die Musik der Jackson Five, aber ich war eigentlich immer ein Fan von Prince. Doch nachdem ich Jackson da auf der Bühne sah, habe ich mir sein Album „Thriller“ angehört, und dieses Album ist einfach sensationell. Je mehr ich mich mit ihm beschäftigt habe, desto mehr ist mir klar geworden, was für ein außergewöhnliches Talent er war.

1988 haben Sie sogar das weltweit erste Michael Jackson-Magazin veröffentlicht.

Ja. Ich wollte gerne in der Verlagsindustrie arbeiten. Es gab bereits ein Prince-Fanmagazin, aber keins über Michael Jackson. Also dachte ich mir: Er ist der größte Star der Welt, er sollte ein Fanmagazin haben. Ich fragte bei Sony Records an, und sie gaben mir ihr Okay. Erst wurde es in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt, nach und nach wurden es mehr. Richtig glücklich war ich, als ich eine Nachricht von Jacksons Management bekam, das mir sagte, dass er mein Magazin liebt und ich meine Arbeit weiterhin so gut machen soll.

Bei einem schriftlichen Dank sollte es aber nicht bleiben. Wann sind Sie Michael Jackson das erste Mal persönlich begegnet?

1990 wurde ein Treffen organisiert, als er gerade in Los Angeles war, um das Album „Dangerous“ aufzunehmen. Wir trafen uns im Studio. Damals war ich 21 Jahre alt.

Was war das für eine Erfahrung?

Ich hoffte vor allem, dass bei dem Treffen ein schöner Artikel für mein Magazin rausspringt. Aber natürlich war es auch ein großes Privileg ihn zu treffen. Er gab sich sehr bodenständig. Als er in den Raum kam, sang er a cappella und lächelte. Im Studio durfte ich mir dann noch ein paar neue Songs anhören und Fotos machen. Wir haben den ganzen Nachmittag geredet, und schließlich frage Michael mich, ob ich Lust habe, ihn am Wochenende auf seiner Ranch zu besuchen, um mit ihm zu essen. Was für eine Frage, natürlich hatte ich Lust.

Was ist Ihnen von diesem Wochenende in Erinnerung geblieben?

Ich erinnere mich noch, wie ich durch das Tor zur Ranch lief und diese grüne Oase sah, mit Bergen, Seen und Flamingos. Im Hintergrund standen Giraffen, Schimpansen rollten durchs Gras. Lamas gab es auch und aus den Blumenbeeten erklang klassische Musik. Es war wie im Märchen. Als der Sicherheitsmann mich zum Haupthaus begleitete, sagte ich nur: ‚Das kann nicht real sein’, und der Mann von der Security sagte: ‘Doch, das ist Michael Jacksons Realität.’ Wir haben einen Film in seinem Kino geguckt und Spiele im Arcade-Raum gespielt. Er hat all das gerne mit anderen geteilt. Und an diesem Tag eben mit mir. Von da an habe ich ihn mindestens einmal im Jahr besucht.

Wie haben Sie von Jacksons Tod erfahren?

Ich war zuhause und habe geschlafen. Mein Telefon klingelte und klingelte. Als ich schließlich ran ging und die Info bekam, konnte ich es erst nicht glauben. Ich habe den Fernseher angemacht, immer noch in der Hoffnung, alles sei ein großer Irrtum. Als mir klar wurde, dass er tatsächlich gestorben ist, war ich geschockt. Vor allem der Gedanke an seine Familie war für mich niederschmetternd. Außerdem war ich sicher, dass das das Ende der „Thriller – Live“-Show bedeutet. Doch die Nachfrage am nächsten Tag war umso größer, die Leute kauften Karten, legten Blumen und Briefe vor das Theater. Die Show wurde zu einer Art Ventil für die Leute, zu einem Ort, um Michael Jackson Respekt zu zollen.

Hat Jackson die Show vor seinen Tod gesehen?

Die Idee zu „Thriller – Live“ entstand aus einer Tribute-Show, die ich einmal im Jahr veranstaltet habe. Diese Show hat er 2001 gesehen und war begeistert. Es gab bereits das ABBA-Musical „Mamma Mia“ und die Queen-Show „We Will Rock You“. Also dachte ich: Warum keine Michael Jackson-Show? Eigentlich wollte er sie sich 2009 in London ansehen, aber leider ist es dazu nicht mehr gekommen.

Wie lange hat es gedauert, die Show zu entwickeln?

Ich habe 2005 mit der Arbeit begonnen. Im August 2006 gab es die erste Show, im Mai 2007 starteten wir die erste UK-Tour, ein paar Monate später dann die erste Tour durch Europa. 2009 starteten wir im Londoner West End. Aber natürlich entwickelt sich die Show auch immer weiter. Es ist gar nicht so leicht, Sänger zu finden, die Jacksons Songs singen können. Für viele Tänzer ist es aber ein Traum, zu seiner Musik zu tanzen.

Für alle, die die Show nicht kennen: Steht die Musik im Vordergrund oder lernt das Publikum auch mehr über Jacksons Geschichte?

Für mich ist „Thriller – Live“ eher eine Art Jukebox-Musikshow. Das heißt, die Musik erzählt die Geschichte. Es ist mehr ein Konzert mit Verbindungselementen zwischen einigen Songs, bei denen es auch um seine Geschichte geht. Aber es ist vor allem eine Performance und keine Geschichte nach Buch. Das Schöne an Jacksons Musik ist, dass Songs wie „Beat It“, „Thriller“ oder „Smooth Criminal“ sehr visuell sind. Sie alleine erzählen schon eine Geschichte, und das ist wirklich mitreißend.

Für alle oder nur für echte Fans?

Nicht nur für echte Fans. Das ist auch ein Grund, warum es uns schon seit zwölf Jahren gibt. Die Show zieht Menschen jeden Alters an, auch die, die noch nicht einmal geboren waren, als Michael Jackson sein letztes Album herausgebracht hat. Fünfjährige Kinder kommen und sehen die Shows genauso wie Menschen jenseits der Achtzig. Selbst wenn man kein Fan ist, bin ich sicher, dass jeder mindestens einen Song hat, den er liebt.

 

Das Gespräch führte Alexandra Knief.

Zur Person

Adrian Grant (50)

arbeitet als Autor, Künstlerischer Leiter, Verleger und vieles mehr. Der Brite kannte Michael Jackson persönlich und hat mehrere Bücher über ihn geschrieben. Außerdem konzipierte er die Show „Thriller - Live“, die nun in Bremen gastiert.

Weitere Informationen

„Thriller - Live“ gastiert vom 16. bis 18. Januar im Bremer Metropol-Theater. Tickets gibt es untere anderem bei Nordwest Ticket.


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