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Annett Louisan kommt im November nach Bremen

Jonas Mielke 07.06.2019 0 Kommentare

Kurz vor ihrem Tourauftakt stellte Annett Louisan im Metropol-Theater drei Songs aus ihrem neuen Album
Kurz vor ihrem Tourauftakt stellte Annett Louisan im Metropol-Theater drei Songs aus ihrem neuen Album "Kleine große Liebe vor". Das Konzert in Bremen findet im November statt. (Frank Thomas Koch)

Sanft erfüllt Annett Louisans Stimme den Saal, das Licht ist leicht gedimmt, sie schaut ins Publikum – obwohl an diesem Vormittag kaum welches da ist. Bald startet ihre Tour, an diesem Tag macht sie Werbung im Metropol-Theater. Obwohl sie erst im November in Bremen auftreten wird. Eine Mitarbeiterin des Konzertveranstalters kündigt ihren Kurzauftritt so an: „Ohrwurmgefahr, Achtung!“ Die 42-jährige Louisan ist Profi, für eine Handvoll Journalisten performt sie fast, als wären die roten Polstersessel bis in den letzten Rang gefüllt.

Vor 15 Jahren wurde Annett Louisan zum Popstar des deutschen Chansons. Ihr Lied „Das Spiel“ lief im Radio fast auf Dauerschleife, die Liedzeile „Ich will doch nur spielen“ hat sich fast in das kollektive Gedächtnis deutscher Popmusik eingebrannt. In diesem März erschien nun ihr aktuelles Album „Kleine große Liebe“. Es ist eine Platte geworden, die nicht nur den klassischen Louisan-Chanson-Sound bedient, sondern auch einen neuen Klang der Künstlerin abbildet: Etwas mehr Popmusik, vielleicht auch etwas moderner.

„Weil's immer kommt wie's kommen muss“

Im Metropol-Theater stellt sie gemeinsam mit dem Gitarristen Martin Kelly drei Lieder daraus vor: Den Song, der dem Album seinen Namen gibt, das spielerisch-schwungvolle Stück mit dem Titel „Eine Frage der Ehre“ sowie eine melancholisch-optimistische Ballade, die „Die schönsten Wege sind aus Holz“ heißt – vielleicht ihr Lieblingslied auf dem Album, verrät Louisan. Die zentrale Textzeile darin: „Weil's immer kommt wie's kommen muss.“

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Das Doppelalbum ist fast wie ein kleines Comeback für die Sängerin aus Sachsen-Anhalt. „Kleine große Liebe“ ist Louisans achtes Werk, ihr siebtes Studioalbum, aber ihr bis dahin letztes Album erschien vor fünf Jahren. „Ich bin froh, dass ich mir so viel Zeit gelassen habe“, sagt Louisan heute. Mit ein bisschen Abstand sei sie stolz darauf, dass es ein eher leises, filigranes, feines Album geworden sei in diesen lauten Zeiten. Die Lieder hätten sie einen gewissen Lebensabschnitt lang begleitet, mit Ruhe und Geduld habe sie das Album ganz bewusst zusammengestellt. In einer Zeit, in der viele andere Künstler eher auf die Playlists der großen Streaminganbieter setzen, Single-Hits statt Doppelalbum.

Lampenfieber trotz Erfahrung 

Sie erzählt, dass es, mit etwas Abstand betrachtet, schon ein wenig verrückt sei mit so einem Album. Vor der Veröffentlichung höre man es ganz oft, danach auf einmal gar nicht mehr. Manche Künstler hätten Schwierigkeiten, ein Projekt loszulassen, nachdem sie so lange dran gearbeitet hätten. „Ich versuche, das anders zu sehen“, sagt sie. Zwar gebe es sicher auch in ihrem Repertoire Sachen, die sie heute vielleicht anders machen würde. „Aber ich lasse die Vergangenheit auch Vergangenheit sein.“ Live gäbe es ja ohnehin auch die Möglichkeit, Kleinigkeiten zu verändern.

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Bald startet die Tournee zum neuen Album: Sommer Open-Air-Konzerte von Friedrichshafen bis Bad Hersfeld, das Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie sei bereits ausverkauft, lässt die Konzertveranstalterin wissen. Im Herbst geht die Tour weiter, insgesamt wird sie in diesem Jahr noch 33 Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz spielen, 13 weitere Termine folgen im Frühjahr 2020. „Diese Musik gehört auf die Bühne“, sagt Louisan, sie freut sich auf die Tour. Auch, wenn sie eher ein Lampenfieber-Typ sei. „Das hat sich nie geändert“, sagt sie. „Nur, dass ich die Angst heute besser in Konzentration umwandeln kann.“ Die Erfahrung helfe, immerhin habe sie auf ihrer ersten Tournee noch gar keine Bühnenerfahrung gehabt. „Da hatte ich noch das Gefühl, das Publikum trägt mich“, sagt Louisan. „Heute kann ich ein Publikum tragen.“


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