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Ausstellung im Künstlerhaus
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Das Verhältnis von Mensch und Natur

Alexandra Knief 05.07.2019 0 Kommentare

Die Fotografie
Die Fotografie "Lithosomes" (2017) von Nona Inescu. (Inescu & Sabot)

Wie ein Hund mit Maulkorb liegt ein von einem Metallkäfig umgebener Stein in den Ausstellungsräumen des Künstlerhauses. Am Käfig befestigt ist eine Leine, die einfach so daliegt und dazu einlädt, sie in die Hand zu nehmen. Fast sieht man vor seinem inneren Auge, wie der Stein loslaufen und herumtollen würde, wenn ihn nur jemand führte.

Die Werke der rumänischen Künstlerin Nona Inescu verbinden lebendige und nicht lebendige Strukturen, verwischen ihre Abgrenzungen und zeigen Analogien zwischen menschlichen, tierischen und pflanzlichen Formen auf. Insgesamt 14 Arbeiten Inescus sind aktuell im Künstlerhaus Bremen in der Ausstellung „Corporealle“ zu sehen, der ersten institutionellen Einzelausstellung der 1991 geborenen Künstlerin. In den Arbeiten der jungen Rumänin geht es um das Verhältnis von Mensch und Natur und um die Frage: Wer hat hier eigentlich wen geformt? Problemlos springt Inescu zwischen Fotografie, Video, Installation und Objektkunst hin und her. Ihre eigentlich getrennt voneinander entstandenen Arbeiten bilden leicht eine funktionierende Einheit mit vielen inhaltlichen Parallelen.

Fesselnd sind zum Beispiel zwei Videoarbeiten. In „Vestigial Structures“ (2018) verbindet Inescu die Sage um Steinformationen in der Bretagne, die einst Menschen gewesen sein sollen, mit Studioaufnahmen einer jungen Frau, die Steine an verschiedenen Stellen ihres Körpers platziert, sodass sie wie Erweiterungen oder Spiegelungen bestimmter Partien, Knochen und Gelenke wahrgenommen werden können. Steine verweisen auf Knie und Ellbogen, auf Knöchel, Brüste und die Wirbelsäule. Die zweite Videoarbeit, eine 3D-Animation mit dem Titel „Ariel's Song“, zeigt das Skelett einer menschlichen Hand, das mit einer scheinbar aus dem Handgelenk wachsenden Koralle verschmilzt – so als würde der Mensch mit der Natur Händchen halten.

Fünf schwarz-weiße Fotografien aus der Serie „Concretions (Geophilia)“ (2017) zeigen die Künstlerin selbst, wie sie große Steingebilde berührt, umarmt und – unterstützt durch die weggenommene Farbe – eins mit ihnen wird. Eine weitere Fotoarbeit mit dem Titel „Reef“ (2018) zeigt mehrere ineinander verschlungene, die Finger nach oben reckende Hände, die durch ihre Anordnung und den Bildtitel erneut an die in der Ausstellung häufig thematisierte Koralle denken lassen.

Ein bisschen sind Inescus Arbeiten, das betont die Künstlerin selbst, auch ihre Art, den Klimawandel zu thematisieren. Ihre Art, aufzuzeigen, dass wir mit der Natur auch ein großes Stück von uns selbst kaputtmachen.

Weitere Informationen

Nona Inescu: Corporealle. Noch bis zum 1. September im Künstlerhaus, Am Deich 68/69. Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.


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