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Premiere im Packhaustheater
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Feuerwehr in Not

Alexandra Knief 11.10.2019 0 Kommentare

Claas Klausen (links, Florian Wilke) und Klaus Claasen (Henning Karge) versuchen in „Brandheiß“ im Packhaustheater ihre Feuerwehr zu retten. Damit das gelingt, müssen sie allerdings erst einmal lernen, wie man richtig für die Kamera posiert.
Claas Klausen (links, Florian Wilke) und Klaus Claasen (Henning Karge) versuchen in „Brandheiß“ im Packhaustheater ihre Feuerwehr zu retten. Damit das gelingt, müssen sie allerdings erst einmal lernen, wie man richtig für die Kamera posiert. (Theaterschiff Bremen)

In Drottelfeld geht alles den Bach runter. Ein Laden nach dem anderen muss schließen, weil alle zum Einkaufen nur noch nach Knöldorf gehen. Dort gibt es mittlerweile nämlich einen großen „Brutto“-Markt und auch sonst ist der Nachbarort einfach irgendwie cooler. Darunter leidet auch die Freiwillige Feuerwehr Drottelfeld, die mittlerweile nur noch drei Mitglieder zählt: den Brandmeister Hans Hansen (Sven Hiemke) und seine beiden stark verpeilten Feuerwehrmänner Claas Klausen (Florian Wilke) und Klaus Claasen (Henning Karge). Die haben zu allem Überfluss gerade auch noch das Einsatzfahrzeug abgefackelt. Da stehen die drei nun also. Ohne Mitglieder, ohne Fahrzeug, ohne Geld. Zum Glück ist wenigstens noch Bier da.

Das ist die Ausgangslage des Stückes „Brandheiß“, das am Donnerstag seine Premiere im Packhaustheater feierte. Nachdem das Feuerwehr-Trio seine allerletzten Notreserven für ein neues Einsatzfahrzeug auf Ebay-Kleinanzeigen ausgegeben hat, welches sich als überteuertes Bobby-Car entpuppt, scheint es keinerlei Hoffnung mehr zu geben. Doch dann kommt Annika (Svenja Jerg), der Tochter von Oberbrandmeister Hansen, die rettende Idee. Sie ist gerade aus Hamburg zu Besuch, wo sie seit zwei Jahren heimlich als professionelle Pole-Dancerin arbeitet. Warum also den Feuerwehrmännern nicht ein bisschen was von ihrem Können beibringen? Die Stangen sind schließlich schon da.

In „Brandheiß“ geht es nicht nur um die Feuerwehr und die allgemeinen Nachwuchssorgen vieler ländlicher Organisationen. Vor allem geht es um die gängigen Klischees, die Städter mit Dörflern verbinden – und andersherum. Im Stück von Jette Findeisen (Regie: Oliver Geilhardt) fängt das schon beim Dorfnamen und den Namen der Feuerwehrleute an. Hansen, Claasen und Klausen werden mehr als weltfremd porträtiert, eine Eigenschaft, die zwar im Stück meist als charmant und liebenswert inszeniert (und von den drei Akteuren auch sehr liebenswürdig verkörpert) wird. Hin und wieder schießen die Dialoge aber wirklich übers Ziel hinaus und machen Claasen und Klausen zu unglaubwürdig überspitzten Trotteln. Das sorgt dafür, dass die Charaktere, die von außerhalb nach Drottelfeld gekommen sind – Annika aus Hamburg und Ben Weber (Manuel Jadue) von der Feuerwehrkonkurrenz aus Knöldorf – stets als die Überlegenen präsentiert werden. Die, die es einfach besser wissen; sie sind schließlich total urban unterwegs und wissen, wie die Welt so funktioniert. Dadurch und weil die Story einfach viel zu schnell auserzählt ist, hat „Brandheiß“ durchaus seine Längen.

Vielleicht hätte dem Stück ein wenig mehr Musik gut getan. Gesungen wird dieses Mal nämlich (wie auch schon in den vergangenen Premieren im Schnoor) nicht. Die einzige Musik, die es gibt, kommt vom Band. Zum Glück ist das Ende von „Brandheiß“ dann doch noch halbwegs versöhnlich: Ähnlich wie schon bei „Schwanensee in Stützstrümpfen“ (2017) kann sich das Publikum dann nämlich auf einen großen Showdown freuen, der durchaus Spaß macht und schmunzeln lässt. Denn zum Schluss zeigen alle Beteiligten noch einmal, was sie beim Pole-Training mit Annika (Svenja Jerg ist tatsächlich ausgebildete Trainerin für Luftakrobatik) gelernt haben – und das kann sich durchaus sehen lassen.

Weitere Informationen

Die nächsten Termine im Packhaustheater: 13., 20., 27. Oktober jeweils um 15 Uhr; 19. und 26. Oktober um 17 Uhr; sowie 12., 18., 19., 25., 26. Oktober um 20 Uhr. Tickets und weitere Termine unter www.packhaustheater-im-schnoor.de.


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