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Konzert in Halle 7
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Limp Bizkit in spielen eine gute Show mit schlechtem Sound

Jean-Pierre Fellmer 11.07.2019 0 Kommentare

Der Frontmann der Nu-Metal-Band Limp Bizkit nimmt sich selbst nicht zu ernst, beim Konzert in der Halle 7 hampelt er zwischenzeitlich über die Bühne.
Der Frontmann der Nu-Metal-Band Limp Bizkit nimmt sich selbst nicht zu ernst, beim Konzert in der Halle 7 hampelt er zwischenzeitlich über die Bühne. (Christina Kuhaupt)

Durst steigt von der Bühne ins Publikum und wandert durch die Zuschauermenge. Währenddessen spielen seine Bandkollegen den ruhigen Part von „My Generation“ in Dauerschleife, eine der wenigen gemächlichen Passagen des Konzerts. Wo Durst sich gerade in der Halle befindet, sehen die meisten der insgesamt 4500 Besucher nicht. Nur die in die Luft gestreckten Mobiltelefone, die auf ihn gerichtet sind und sich mit ihm bewegen, geben einen Hinweis auf seinen Standort. Plötzlich taucht Durst im hinteren Drittel der Halle aus der Masse auf. Seine Fans, seine Generation, trägt ihn auf den Schultern. Jetzt setzt auch Durst an: „Do you think we can fly? Well I do.“

Diese Momente, in denen die Band mit dem Publikum interagiert, sind die Höhepunkte des Konzerts von Limp Bizkit. Die Band aus den USA zählt zu den Pionieren des Genres Nu-Metal, das Rap und Rock, verzerrte Gitarren und Scratching miteinander verbindet. Was die Show leistet, tut die Musik jedoch nicht. Ob das an der schlechten Akustik in der Halle 7 oder an der Band liegt, lässt sich nicht genau sagen. Wahrscheinlich liegt es an beidem.

An den härtesten Stellen kommt Matsch aus den Boxen

Deutlich wird das direkt zu Beginn des Konzerts. Bei der Coverversion des George-Michael-Klassikers „Faith“ klingt die Gitarre noch etwas schrottiger als bei der Studioaufnahme, was erst einmal kein Problem ist. Aber nachdem Gitarrist Wes Borland auf das Pedal für die Verzerrung tritt, fällt der Makel auf: Es ist zu laut. Zumindest für die Anlage vor Ort. Zwar gehört Limp Bizkit zu den Bands, bei denen man die Lautstärke  tendenziell nach oben schraubt. Aber vor allem bei den härtesten Stellen kommt aus den Boxen nur Matsch. Beispielsweise erkennt man den Song „Eat You Alive“ erst, als der Gesang Dursts einsetzt, weil das markante Gitarrenriff im Intro zu stark verzerrt.

In Kombination mit dem Gesang des Frontmanns Fred Durst ist das besonders ungünstig. Mehrfach gehen halbe Strophen im Krach unter. Was aber nicht nur an der Anlage liegen kann, weil Durst zwischenzeitlich gut zu verstehen ist. Der Druck fehlt an vielen Stellen. Charakteristisch für Durst ist unter anderem, dass sich seine Stimme absichtlich überschlägt und in spannungsgeladenen Höhen landet – was oft ausbleibt. Auch das Gebrülle in den Chorus der Songs könnte etwas inbrünstiger sein.

Fotostrecke: Limp Bizkit in Halle 7: Bilder von Publikum und Showprogramm

Die Fans scheint das weniger zu stören. Zwar ist das Publikum gemeinsam mit der vor 25 Jahren gegründeten Band mitgealtert, die Attitüde ist geblieben: Statt stillem Zuhören wird mitgegrölt, statt Kopfnicken wird geheadbangt. Bierbecher fliegen durch die Luft, vom ersten bis zum letzten Song. Die Auswahl der Stücke ist dabei genau richtig: Die Band spielt viele Songs der ersten drei Alben, vor allem Hits wie „Rollin'“ oder „Break Stuff“ wollen die Fans hören.

Limp Bizkit beweist mehrfach Nähe zum Publikum: Auch Borland steigt von der Bühne und spielt Gitarre in der Moshpit. Die Membran zwischen Bühne und Publikum ist auch in die andere Richtung durchlässig: Als Durst einen Zuhörer im Publikum erspäht, der offenbar seinen Junggesellenabschied feiert, lädt er ihn auf das Podest ein. Der Konzertbesucher sagt, er sei Lette. Genau wie DJ Lethal, der für Limp Bizkit an den Turntables steht, sagt Durst. Das sei doch eine tolle Gelegenheit, sich ein Küsschen vom DJ abzuholen. Was der Fan dann auch tut. Nachdem er sich durch die Band geknuddelt hat, schreien er und Durst ein Duett: Beide stehen sich gegenüber, nach vorne gebeugt – gemeinsam brüllen sie die letzten Zeilen des Songs „Full Nelson“ ins Mikro.

Zum Abschluss spielen Limp Bizkit noch zwei ihrer größten Songs: „Break Stuff“ und den Mission-Impossible-2-Soundtrack „Take a Look Around“. Die Band und das Publikum geben noch einmal alles – jetzt ist auch der bisher fehlende Druck da. Und obwohl Durst sich beim Publikum mehrfach bedankt, bleibt eine Zugabe nach knapp 90 Minuten Konzert trotz Rufen des Publikums aus.


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