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Schauburg lädt zum dritten „Nordlichter Filmfestival“

Iris Hetscher 05.07.2019 0 Kommentare

Es ist nie zu kalt für den perfekten Mix: Eine Szene aus
Es ist nie zu kalt für den perfekten Mix: Eine Szene aus "Northern Disco Lights", der am Sonntag und Montag zu sehen ist. (Nordlichter Film)

Ohne Tromsø wäre die norwegische Dance-Szene ganz schön arm dran gewesen. Die Stadt im kalten Norden des skandinavischen Landes galt bis Ende der 1980er-Jahre als verschlafenes Nest, umgeben von sehr, sehr viel Natur. Doch dann wurde Tromsø auf einmal hip, und heute gilt es rückblickend als Keimzelle der Clubmusik, DJ-Kultur und der Lust am Herumprobieren mit Mixes, Re-Mixes, Techno, House, New Disco, was auch immer – Hauptsache tanzbar.

Der Film „Northern Disco Lights – The Rise and Rise of Norwegian Dance Music“ (Der unaufhaltsame Aufstieg der norwegischen Dance-Music) von Ben Davis beschreibt diesen Teil norwegischer Musikgeschichte auf lockere Art. Die maßgeblich durch Crowdfunding entstandene Produktion lebt vor allem von den vielen Interviews mit den Heroen der quirligen Szene: Bjørn Torske, Prins Thomas, Lindstrøm oder Todd Terje. Electro-Pionier Ralph Myerz hat sich für die Interviews eigens eine etwas albern wirkende Wolfsmaske mit leuchtenden grünen Augen über den Kopf gestülpt.

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Auch den Einfluss des mit 23 Jahren an einem Herzfehler gestorbenen Erot (eigentlich Tore Kroknes) würdigt Ben Davis ausführlich. Hier erlaubt sich der Dokumentarfilm mehr als einen Hauch Wehmut. Nicht nur die Weggefährten, auch die Eltern des Musikers sowie seine Schwestern kommen zu Wort.

Der 74 Minuten lange „Northern Disco Lights“ bildet den Auftakt des kleinen „Nordlichter Filmfestivals“, das die Schauburg ab Sonntag bereits zum dritten Mal veranstaltet und das ein Schlaglicht auf die skandinavische Filmszene wirft. Er ist am Sonntag, 7. Juli, im Original mit Untertiteln um 12 und 19 Uhr zu sehen, außerdem am Montag, 8. Juli, um 12 Uhr. Es folgen drei weitere Filme aus den Jahren 2016 bis 2018, die jeweils an den Juli-Sonntagen gezeigt werden.

Horror im Wald

Der finnische Horrorfilm „Armomurhaaja“ (engl. Titel: „Euthanizer“) dreht sich um einen eigenbrötlerischen ehemaligen Mechaniker, der sich in den Wald zurückgezogen hat. Gegen Bezahlung tötet er kranke Haustiere. Als er eines Tages einen gesunden Hund umbringen soll, weigert er sich und behält das Tier stattdessen. Das führt zu Konflikten mit dem ehemaligen Hundebesitzer. Diese Reibereien wiederum, so das Portal „Rotten Tomatoes“, führen dann zu einer „sehr hässlichen Entwicklung“. Zu sehen ist „Armomurhaaja“ (Regie: Teemu Nikki, Lauflänge: 83 Minuten) am Sonntag, 14. Juli, um 19 Uhr, im finnischen Original mit deutschen Untertiteln.

„Lykkelaender“ (engl. Titel: „The Raven and the Seagull“ – der Rabe und die Möwe) ist der dänische Beitrag zu dem kleinen Festival und wie „Northern Disco Lights“ ein Dokumentarfilm. Regisseur Lasse Lau erzählt in knapp 70 Minuten von dem nicht unproblematischen Verhältnis zwischen Dänemark und Grönland, das ein autonomer Bestandteil Dänemarks ist.

Lasse Lau versteht sich nicht nur als Filmemacher, sondern auch als bildender Künstler. Er zeigt also nicht nur, sondern setzt die Menschen und Dinge in Szene. Das beinhaltet auch, die Wirklichkeit ab und an zu überspitzen, um die Spuren von Unterdrückung, Christianisierung und Abhängigkeit auf Grönland zu verdeutlichen. Auch dieser Film läuft im Original (Dänisch, Grönländisch) mit deutschen Untertiteln, und zwar am Sonntag, 21. Juli, um 19 Uhr.

Island ist der Schauplatz des vierten und letzten Films des Festivals. Am Sonntag, 28. Juli, 19 Uhr, zeigt die Schauburg die Komödie „Fyrir framan annao fólk“ (engl. Titel: „In Front of Others“ - Vor anderen, 93 Minuten) im isländischen Original mit Untertiteln. Regisseur Óskar Jónasson erzählt von dem introvertierten Hubert. Als Hubert Hanna kennenlernt und beeindrucken möchte, weiß er zunächst nicht, wie. Er imitiert schließlich seinen besten Freund, der sehr selbstbewusst ist. Was zunächst funktioniert, geht schief, als Hanna merkt, dass Hubert nicht authentisch ist. Der muss sich nun überlegen, wie er Hanna trotzdem für sich gewinnen kann.


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