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Small Town Killers

Iris Hetscher 05.07.2017 0 Kommentare

Kinostart -
Kinostart - "Small Town Killers" (dpa)

Ich könnte Dich umbringen. Diesen flott dahin gesprochenen Satz in Beziehungen jedweder Art hat Regisseur Ole Bornedal als Dreh- und Angelpunkt für seinen Film „Small Town Killers“ genommen. Da es sich um eine schwarze Komödie skandinavischer Prägung handelt, rutscht diese Ankündigung ziemlich schnell aus der Ecke symbolischer Wutbezeugungen ins Zentrum realen Handelns.

Die beiden Handwerker Edward (Ulrich Thomsen, „Das Fest“) und Ib (Nicholas Bro, „Nymphomaniac“) leben mit ihren Ehefrauen Gritt (Mia Lyhne) und Ingrid (Lene Maria Christensen) in dem dänischen Dorf Nibe, in dem der Salsakurs der Höhepunkt kulturellen Lebens ist. Sex findet in beiden Ehen so gut wie gar nicht mehr statt, und man geht sich ziemlich auf die Nerven. Da eine Scheidung den beiden Männern zu kostspielig ist, beschließen Edward und Ib, einen Teil ihres im Keller versteckten Schwarzgelds in einen Auftragskiller investieren. So lautet eine Idee, die tatsächlich beim Schnapstrinken entsteht; nach drei Klicks im Internet ist schwuppdiwupp Igor aus Russland engagiert und torkelt ihnen volltrunken am Flughafen entgegen.

Der weitere Verlauf des 90-minütigen Films ist vorhersehbar: Die beiden Männer haben es nicht so gemeint und wollen alles wieder rückgängig machen. Doch es ist zu spät, auch ein Killer hat seine Prinzipien. Die Frauen engagieren derweil ihrerseits eine Auftragsmörderin. Aus London reist eine Art Psychopathen-Variante von Miss Marple namens Miss Nippleworthy an. Leichen pflastern ihre Feldwege, aber da wir es mit einer Komödie zu tun haben, löst sich dann doch alles zur Zufriedenheit (fast) aller auf.

„Small Town Killers“ ist längst nicht so elegant und hintergründig konstruiert wie viele andere Komödien aus dem hohen Norden. Schon die vier Hauptfiguren sind arg schematisch und zudem unsympathisch geraten. Die beiden Männer sind tumb und ungepflegt, ihre Frauen sind vor allem gut darin, ihren Gatten möglichst viele verletzende Sätze entgegenzuschleudern. Russe Igor ist dauerbetrunken und sentimental, Miss Nippleworthy völlig durchgeknallt. Regisseur Bornedal, der 1994 mit dem Thriller „Nightwatch – die Nachtwache“ bekannt geworden ist, hat die Komik eher im Derben verortet. Zu allem Überfluss hat er der Geschichte eine Prise politische Unkorrektheit hinzugefügt, die aber zu gering ausgefallen ist, um den Film zu einer bösen Groteske werden lassen: Der Salsalehrer ist schwul, sein Geliebter arbeitet als  Kellner und leidet unter spastischen Lähmungen. Außerdem gibt es eine liebeshungrige Alte, die Ib und Edward einen flotten Dreier anbietet. Wirklich gelungene Szenen sind rar gesät.


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