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Literarische Liebe
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Verhängnisvolle Korrespondenzen

Hendrik Werner 12.06.2019 0 Kommentare

Schwärmerei als Lebensprinzip: Bettine von Arnim im Jahr 1838 auf einer Radierung von Ludwig Emil Grimm.
Schwärmerei als Lebensprinzip: Bettine von Arnim im Jahr 1838 auf einer Radierung von Ludwig Emil Grimm. (Ludwig Emil Grimm)

Bis 2001 zierte das Konterfei der Frau, die als Ikone und Mäzenin der Romantik gilt, die Fünf-Mark-Note. Auch zu Lebzeiten wurde Bettine von Arnim (1785-1859) viel Wertschätzung entgegengebracht. Eine 1835 veröffentlichte Korrespondenz mit dem Dichterfürsten („Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“) gilt als ihr wichtigstes Buch. Dabei ist der Titel des Buches insofern irreführend, als die kunstsinnige Kaufmannstochter bereits Anfang 20 war, als sie sich zwischen 1807 und 1811 mit dem um vier Jahrzehnte älteren Goethe austauschte. Dem war der oft schwärmerische Ton der jungen Frau unangenehm; entsprechend knapp sind seine Antworten. Zum Bruch kommt es, als seine Gattin Christiane den Brieffreunden beim Besuch einer Ausstellung eine Szene macht – und Bettine sie deshalb als „wahnsinnige Blutwurst“ schmäht. Das Hausverbot, das Goethe daraufhin ausspricht, gilt auch für ihren Mann Achim von Arnim, mit dem sie sieben Kinder hatte.

Nach dessen frühem Tod im Jahr 1831 engagiert sich Bettine von Arnim sozial und politisch, widmet ihre Berliner Wohnung zum literarischen Salon um – und geht eine weitere Briefliaison ein – unter umgekehrten Vorzeichen. Denn der designierte Dichter Julius Döring (1817–1893), dem sie 1839 erstmals begegnet und mit dem sie sich bald vertraute Wortwechsel liefert, ist deutlich jünger als sie. Wolfgang Bunzel, der die faszinierende Korrespondenz unlängst unter dem Titel "Letzte Liebe" veröffentlicht hat, hat die Bewegungen der Schrift und ihrer Urheber in aufwendiger Archivarbeit rekonstruiert: „Es war keine wilde Liaison", lautet sein Fazit, "aber es war eine innige Beziehung mit Händchenhalten, Umarmungen und Küssen".

Weitere Informationen

Bettine von Arnim: Letzte Liebe. Die Andere Bibliothek, Berlin. 573 Seiten, 42 €.


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